Cascais, die sehr lebendige Küstenstadt unweit von Lissabon

Vom Cabo da Roca auf der Küstenstraße nach Cascais

Die Küstenstraße N247-7 hat viel zu bieten. Sie führt vom Cabo da Roca nach Guincho. Und von dort vorbei am Boca da Inferno nach Cascais. Oder auch umgekehrt beim Start in Cascais.

Schon aus der Entfernung ist der rot-weiße Leuchtturm vom Cabo da Roca sichtbar. Es handelt sich hierbei um den westlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Hier erreichen die rauen Klippen eine Höhe von 140 Metern. Das Cabo da Roca gehört mit zum obligatorischen Stopp der Ausflugsbusse. Wir hatten vor unserem Kastenwagen auch einen Reisebus vor uns auf der Straße, der sich anschickte zum Leuchtturm abzubiegen. Uns war an diesem Tag jedoch nicht nach Touristenrummel zumute. Daher haben wir spontan auf diesen Programmpunkt verzichtet. Das wir damit gut getan haben zeigte sich gleich im Verlauf der weiteren Fahrt. Auf dem Weg nach Guincho kamen uns nämlich noch weitere Reisebusse entgegen. Da haben wir noch mal Glück gehabt.

Die schöne Dünenlandschaft von Guincho

Die Praia do Guincho liegt im Naturpark Sintra-Cascais. Wegen des hohen Wellenganges und der starken Strömungen ist der Strand von Guincho nur bedingt zum Baden geeignet. Er ist dafür jedoch sehr beliebt bei den Surfern und Windsurfern.

Der Strand wird nur durch die Straße von der Düne von Cresmina getrennt. Diese ist ständig in Bewegung. Sie gehört zu einem Schutzgebiet, in dem man auch Vögel beobachten kann. Durch die Düne führt ein Rundweg auf Holzstegen. Dieser ist perfekt geeignet, um einen guten Eindruck von der Düne und ihrer Landschaft zu bekommen.

Spitzenküche am Strand von Guincho

An der Uferstraße da Guincho sind zahlreiche Fischrestaurants angesiedelt. Sie gehören zwar nicht mit zu den billigsten. Der Fisch ist dafür jedoch absolut frisch und perfekt zubereitet. Mit der Fortalezza do Guincho ist sogar ein mit einem Michelinstern ausgezeichnetes Restaurant dabei.

Vor 11 Jahren haben wir bereits im Rahmen eines Lissabon-Besuchs eines der Fisch-Restaurants besucht. Das damals ausgezeichnete Essen ist uns mehr als in guter Erinnerung geblieben. Deswegen wollten wir das Restaurant unbedingt noch einmal besuchen. Wir haben es zu unserem großen Glück auch wiedergefunden. Es handelt sich dabei um das Porto de Santa Maria.

Der Fisch im Porto de Santa Maria war auch dieses Mal wieder ganz hervorragend. Der Service sehr aufmerksam und zuvorkommend, ohne übertrieben zu wirken. Und die Weißwein-Empfehlung war der Knaller. Mit dem Esporao Reserva Branco 2016 hatten wir ihn endlich, unseren lang gesuchten Favoriten aus dem Alentejo. Ein wirklich grandioser trockener Weißwein mit komplexer Struktur. Er trinkt sich unglaublich gut. Uns hat es jedenfalls im Porto de Santa Maria wieder sehr gut gefallen. Und natürlich sehr gut geschmeckt. Wir waren sogar so angetan, dass wir es am nächsten Abend gleich noch einmal besucht haben.

Traumplatz für Womos am Strand von Guincho

Das Restaurant Porto de Santa Maria hat für Wohnmobilisten einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Dies gilt natürlich auch für die anderen an der Uferstraße von Guincho angesiedelten Restaurants. Es gibt nämlich gleich neben der Fortalezza do Guincho einen größeren Parkplatz. Dieser liegt oberhalb eines kleinen Strandes direkt am Meer. Auf diesem dürfen Wohnmobile über Nacht stehen. Der lange Sandstrand von Guincho ist keine 100 m davon entfernt. Und auch alle Restaurants liegen von dort nicht allzu weit entfernt. Sie sind alle gut und schnell fußläufig zu erreichen. Denn, was gibt es schöneres als nach einem phantastischen Abendessen gleich mehr oder weniger in sein Bett fallen zu können. Ergattert man einen Platz in der ersten Reihe, dann gibt es den traumhaften Ausblick auf den Strand und das Meer mit dazu. Wir hatten zwei Mal dieses Glück und haben unseren Aufenthalt dort ausgiebig genossen.

Boca da Inferno, ein kleines Naturwunder bei Cascais

Das Boca da Inferno, der Höllenschlund, liegt 2 km westlich des Leuchtturms an der Küstenstraße. Es handelt sich dabei um ausgespülte, von kleinen Grotten durchbrochene Felsklippen. Ein Felskessel gehört auch noch mit dazu. Bei rauem Meer soll die Gischt sogar 20 m bis zur Besucherplattform hinaufspritzen.

Bei unserem Besuch zeigte sich die Szenerie von weitem gänzlich unspektakulär. Hätten wir nicht Touristen dort herumlaufen sehen, wir wären doch glatt vorbeigefahren. Die See war -in diesem Fall ausnahmsweise leider- absolut ruhig. Von Gischt war daher so gut wie nichts zu sehen. Die Felsklippen und der zum Höllenschlund gehörende Felskessel waren jedoch ganz nett anzusehen.

Ob nun sehr spektakulär oder nicht, jeder Besucher von Cascais hat auch das Boca da Inferno in seinem Besuchsprogramm. Das merkt man insbesondere, wenn wieder ein paar Busladungen an Reisegruppen abgeladen wurden. Denn dann kann es auf der Plattform und den Wegen schon einmal eng werden.

An der Uferpromenade entlang in die geschäftige Altstadt von Cascais

Vom Boca da Inferno führt die Uferpromenade in kurzer Zeit direkt in die Altstadt von Cascais. Auf diesem Weg kommt man automatisch an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Die Entwicklung vom Fischerort zur mondänen Sommerfrische in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist an einigen Häusern noch gut erkennbar. Der portugiesische König ließ 1870 die Festung zur Sommerresidenz des portugiesischen Königshofs umbauen. Viele Adelige folgten ihm und ließen sich prachtvolle Villen errichten.

In Cascais ist allerhand Leben und Trubel. Die Touristen werden in Scharen angezogen. Lissabon ist ja nur einen Katzensprung davon entfernt. Von dort bietet sich der Besuch von Cascais als Tagesausflug an. Die Läden in der sehr schönen Fußgängerzone und auch im bezaubernden Altstadtkern haben sich mit ihrem Angebot auf den Touristen-Ansturm bestens eingestellt. Auch die anspruchsvollere Klientel kommt hier durch hochpreisige Boutiquen und Juweliergeschäfte auf ihre Kosten. Die Dichte an Restaurants in allen Preislagen ist auf jeden Fall bemerkenswert.

Cascais ist auch attraktiv wegen seiner Strände direkt in der Bucht vor der Stadt. Man bummelt durch die geschäftigen Altstadtgassen, biegt in eine vermeintlich unscheinbare Seitengasse ab und steht unmittelbar vor einem der Strände. Und die sind bereits in der Vorsaison gut besucht. Wer den Weg zum Strand nach Guincho zum Sonnenbaden nicht auf sich nehmen möchte, für den sind die Stadtstrände eine gute Alternative. Städtisches Ambiente und Strand-Flair unmittelbar Hand in Hand, wo gibt es denn noch so etwas.

 

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