Kulinarisches Highlight in Barbaresco

Unerwartete Gaumenfreuden im Restaurant Campamac in Barbaresco

Barbaresco ist, wie auch die Ortschaft Barolo, sehr klein und übersichtlich. Wobei Ortschaft schon fast übertrieben klingt. Es ist für uns eher eine Ansammlung von Häusern mit einem überschaubaren Angebot an touristische Infrastruktur. Und die hat fast ausschließlich mit Wein oder Essen zu tun. Umso überraschter waren wir, als wir bei unserem Streifzug auf das Restaurant Campamac Osteria Gourmet gestoßen sind. Ein schneller Blick auf die ausgehängte Speisekarte und durch die Fenster ins Innere war für uns bereits ausreichend, um zu wissen, dass wir hier unbedingt zu Abendessen müssen. Gesagt, getan! Und Glück gehabt, denn wir konnten auch noch einen Platz für den Abend reservieren.

Elegante Atmosphäre statt piemontesischem Nonna-Charme

Den rustikalen Charme von piemontesischen Familienbetrieben mit der Großmutter in der Küche sucht man im Campamac vergeblich. Die Atmosphäre und das Interieur sind sehr elegant. Die beiden gläsernen hochmodernen Küchen, die Käse-Vitrine und vor allen Dingen der unglaubliche Fleisch-Reifeschrank beeindruckten uns bereits nachhaltig auf dem Weg zu unserem Platz. Der Service war perfekt und unaufgeregt. Genauso wie wir es schätzen. Auch die Auswahl an Weinen ist gigantisch und hat uns erst einmal ratlos gemacht. Die Rettung erfolgte jedoch umgehend durch den Sommelier mit einer mehr als gelungenen Wein-Empfehlung. Er empfahl uns einen 2017er Barbaresco von Morra Gabriele. Ein kleiner Winzer und Freund des Sommeliers aus Alba, der nur 3000 Flaschen dieses Weines jedes Jahr produziert. Diese Art von Restaurant würden wir in Metropolen wie z.B. in London, New York, München oder Frankfurt verorten. Aber ganz sicher nicht im beschaulichen Barbaresco. Wäre das Campamac in München, dann wäre es ganz sicher eines der Lieblingsrestaurants der Münchner Bussi-Bussi-Schickeria. Und wir hätten es dann ganz sicher nicht kennengelernt.

Haute cuisine auf höchstem Niveau

Die Qualität und die Zubereitung der Speisen ist absolut top. Wir hatten sogar das Glück, dass es bereits den ersten weißen Alba-Trüffel in diesem Jahr gegeben hat. Beim Hobeln über das Rinder-Tatar wurde auch nicht am Trüffel gespart. In München wäre das Ganze eine nicht bezahlbare Angelegenheit geworden. Leider hatte der Trüffel noch nicht das volle typische Alba-Trüffel-Aroma. Das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau und eindeutig ein Luxusproblem.

Das Tomahawk-Steak mit seinen 900 Gramm war mit seinen köstlichen Rostaromen unglaublich zart. Es kam bereits abgelöst vom Knochen und wurde hauchdünn aufgeschnitten serviert. Ein Genuss sonders gleichen. Bei der Menge an Fleisch hatten wir zur Zweit allerdings ganz schön zu kämpfen. Am Ende haben wir den Kampf dann aber doch noch gewonnen. Und für einen Nachtisch war dann schließlich nach einer kurzen Pause auch noch Platz.

Das Campermac ist wirklich ganz große Spitzenklasse. Wir haben diesen besonderen kulinarischen Abend sehr genossen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mehr als gut. Wir sind uns in jedem Fall darin einig, dass wir hier nicht das letzte Mal gewesen sind. Wir können nur jedem, der Barbaresco besucht oder sich in der Nähe aufhält, den Besuch dieses Restaurants empfehlen. Ein Erlebnis, das man sicherlich nicht so schnell vergessen wird.

Womo-Übernachtungsplatz in Barbaresco

Nur ca. 500 Meter vom Restaurant entfernt gibt es von der Gemeinde einen für Wohnmobile ausgewiesenen Platz (N 44°43‘20“ E 8°05‘01“). Man darf hier für 12 Stunden stehen und es gibt sogar eine Ent-/Versorgungseinrichtung. Wir waren uns erst nicht sicher, ob wir hier über Nacht stehen bleiben wollen. Denn der Platz ist eigentlich nur ein Parkstreifen direkt an der Hauptstraße nach Neive. Aber mangels (zum Restaurant fußläufiger) Alternativen blieb uns dann nichts anderes übrig. Die Straße ist jedoch abends/nachts so gut wie gar nicht befahren. Es war die ganze Nacht über ruhig und auch morgens war fast kein Verkehr. Sozusagen der fast ideale Stellplatz. Und wie gesagt von dort ist es zu Fuß nur ein Katzensprung zum Restaurant Campamac.

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