Das Städtchen Hermanus ist immer einen Zwischenstopp wert
Hermanus ist wunderschön gelegen an der Walker Bay, südlich von Kapstadt. Hinter dem Städtchen ragt eine eindrucksvolle Bergkulisse empor. In der geschützten Bucht tummeln sich in den Wintermonaten (ab Juli) Glattwale. Diese bringen hier ihre Jungen zur Welt. Das ist auch der Grund warum sich zu dieser Zeit Massen an Touristen dort tummeln. Ein Zimmer ohne frühzeitige Vorbestellung zu bekommen ist wie ein 6er im Lotto. Aber auch außerhalb der Walsaison ist Hermanus u.E. immer einen Stopp wert. Auch wenn sich das Örtchen fast ganz dem Wal-Tourismus verschrieben hat, gibt es auch noch andere Highlights zu erkunden.
- Hermanus… zwischen Juli und Oktober Anziehungspunkt für Walbeobachter
- Der Beginn des Küstenwanderweges
- Küstenlandschaft bei Hermanus
Der von Küsten-Fynbos*) begleitete Klippenpfad
Der Klippenpfad führt vom neuen Hafen aus bis zum sehr eindrucksvollen Grotto-Beach im östlichen Vorort von Hermanus. Ein Stück des Weges führt auch am Zentrum entlang. Dies ist der Grund warum auf diesem Teilstück besonders viele Menschen unterwegs sind. Wer sich die Zeit nehmen kann den Weg in Gänze zu gehen oder zumindest ein größeres Teilstück davon kommt voll und ganz auf seine Kosten. Die Szenerie der Küstenklippen ist einfach einmalig schön. Das Bild stellt sich immer wieder anders dar. Besonders spektakulär ist die Gischt der Wellen, die sich an den Felsen bricht. Je weiter man auf dem Weg vom Zentrum weg ist umso weniger Menschen sind unterwegs. In regelmäßigen Abständen sind Sitzbänke an besonders schönen und lohnenden Aussichtspunkten positioniert.
- Dassie (Klippschiefer)
Die ganze Strecke hin & zurück ist bestimmt geschätzte 20 km lang. Wem das zu viel ist, kann am Endpunkt mit dem Taxi zurückfahren. Oder er macht es so wie wir. Wir haben nach knapp 7 km umgedreht und sind die gleiche Strecke wieder zurückgelaufen. Beim Zurückgehen hat man einen ganz anderen Blick auf die umliegende Natur. Uns fallen dann oft Sachen auf, die wir vorher so gar nicht wahrgenommen haben. Das ist der Grund warum wir gerne noch einmal auf der gleichen Strecke zurückgehen. Frei nach dem Mott „Es kommt nur auf die Perspektive an“.
*) Der Fynbos ist die um das Kap typische Vegetation. Auf den ersten Blick sieht es wie Gestrüpp aus. Erst auf den zweiten Blick sieht man die unterschiedlichsten Pflanzenarten. Der Fybos besteht aus 4 Pflanzengrundarten: Protea, Erika, Gräser und Geophyten (am Boden überwinternde oder wachsende Pflanzen)
Das Fernkloof Nature Reserve mit seinen tollen Panoramaaussichten
Gelegen ist das Naturschutzgebiet am östlichen Ortsrand von Hermanus. Es erstreckt sich auf 15 km2 hügeligem Gebiet und lockt mit einem prachtvollen Ausblick auf die Walker Bay. Das Fernkloof Nature Reserve besitzt ein rund 40 km umfassendes Netz an Wanderwegen. Auf einem Rundweg durch das Naturschutzgebiet (z.B. eine Kombination aus Teilen des roten und grünen Wanderweges) bekommt man einen guten Eindruck von der Artenvielfalt der Natur. Es ist jedoch am besten wenn man sich kurz von einem der Guides am Eingang beraten lässt. Leider ist zur jetzigen Jahreszeit bereits alles verblüht. Aber man kann sich gut vorstellen, wie es aussehen muss, wenn alles in voller Blüte ist. Ein Grund, noch einmal zur passenden Jahreszeit wieder zu kommen.
Das für uns Spektakulärste auf dem rund 1,5 stündigen Rundweg war der phantastische Panoramablick auf die Bucht und auf den Ortsteil von Hermanus. Wenn wir nicht so oft stehen geblieben wären, dann hätten wir den Weg sicher in einer guten Stunde zurücklegen können. Den besten Ausblick und den leichtesten Weg hat man, wenn man ihn gegen den Uhrzeigersinn läuft. Obwohl das Naturschutzgebiet sicherlich in jedem Reiseführer mit aufgeführt ist, sind wohltuend wenig Wanderer unterwegs. Der Besuch des Naturschutzgebietes eignet sich bestens an einem späten Nachmittag, bevor man in seiner Unterkunft eincheckt. Oder auch als Start am Morgen des Abfahrtstages. So oder so ist er eine gelungene Abwechslung! Ideal für alle, die sich mal die Beine ein wenig vertreten möchten. Längere Touren sind selbstverständlich auch möglich. Hierbei gilt aber zu bedenken, dass es brütend heiß ist und Schatten Mangelware ist.
Besuch der diversen Weingüter der Walker Bay
Nicht nur in den bekannten Weingegenden wie Stellenbosch, Paarl & Franschhoek gibt es guten Wein. Aus dem 15 Minuten westlich von Hermanus entfernten Hemel-en-Aarde Valley stammen einige der südafrikanischen Spitzenweine. Der für uns davon bekannteste stammt aus der Kellerei Hamilton Russell. Was war es doch für ein Glück für uns, dass diese Kellerei direkt auf unserer Reiseroute lag. Unserer persönlichen Weinprobe stand damit nichts im Wege.
- Fast unscheinbar. Das Weingut von Hamilton Russel
- Der Chardonnay für den 2017er Jahrgang wurde gelesen
- Die Trauben werden gleich weiterverarbeitet
- Klein aber fein… Ein Blick in die Kellerei
- Der Tasting-Room wunderschön an einem kleinen See gelegen
- Robert beim Testen des Pinot Noir
Die Verkostung war für uns sehr interessant. Wann hat man denn schon einmal die Möglichkeit in Südafrika Weine der gehobenen Preiskategorie gegen lediglich ein kleines Entgelt zu verkosten?! Die angebotenen Weine waren wirklich nicht schlecht. Aber Gott sei Dank haben sie uns nicht so zugesagt, dass wir davon ein Kistchen hätten haben müssen. Da haben wir uns auf jeden Fall eine Menge Geld gespart …! Geld, dass ich dann zu Roberts Leidwesen besser in einige Souvenirs stecken kann. Der Arme …! Aber es wird für ihn sicherlich nicht ganz so schlimm werden.
Auf dem Weg von Hermanus nach Caledon liegen entlang des Weges einige Weingüter. Wer möchte, kann das Weine verkosten beliebig ausdehnen. Sogar eine Tagestour ist gut machbar. Allerdings haben wir es dieses Mal bei einem einzigen Weingut belassen. Wir hatten noch eine nicht ganz so kurze Tagesetappe zurückzulegen. Und außerdem wollten wir kein Risiko eingehen. Weder in Bezug auf Zeit noch in Bezug auf den Alkoholpegel. Man glaubt ja gar nicht welche Mengen an Wein bei Verkostungen auf mehreren Weingütern zusammenkommen. Und wie heißt es doch so schön „Don’t drink and drive!“





















