Genua – Streifzug durch Italiens größte Altstadt

Wir haben uns für die Übernachtung auf dem Campingplatz Villa Doria im Stadtteil Pegli entschieden. Es gibt in Bezug auf Campingplätze leider auch keine große Auswahl bzw. groß andere Möglichkeiten. Von dort ist man schnell zu Fuß am Bahnhof. Das Zentrum von Genua (Stazione Piazza Principe) ist von dort in knapp 30 Minuten mit dem Zug problemlos erreichbar. Das 24 Std.-Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel kostete 4,50 Euro pro Person. So haben wir ganz einfach und entspannt Genua erreicht.

Von der Anfahrt zum Campingplatz kann man das allerdings nicht sagen. Zumindest ich war etwas gestresst. Mein Mann, der Fahrer, dafür deutlich entspannter. Der Campingplatz liegt nämlich auf einem Hügel, auf den sehr schmale Straßen (teilweise kurvige Einbahnstraßen) durch Wohnviertel hinaufführen. Vorher ist allerdings noch eine Unterführung mit nur 3 Metern Höhe zu durchqueren. Wir brauchen mit unserem Kastenwagen mind. 3 Meter Höhe. Nach kurzem Bangen und „Augenschein-Prüfung“ meinerseits war klar, dass ein Durchfahren problemlos möglich ist. Wir hatten noch gut 20 cm Platz dazwischen. Die Höhe ist scheinbar mehr, als angegeben. Wenn man Steine hätte rollen hören, dann wäre bei mir eine ganze Steinlawine der Erleichterung abgegangen. Die Umfahrung wäre nämlich etwas länger und komplizierter geworden. Scheint aber auch ohne weiteres machbar zu sein, zumindest der Anzahl der größeren und höheren Wohnmobile auf dem Campingplatz nach.

Treiben lassen durch die Altstadtgassen von Genua

Auf dem Plan schaut die Altstadt von Genua riesig aus. Laut unserem Reiseführer verfügt Genua über das größte Altstadtviertel Italiens. Aber dennoch ist es sehr gut zu Fuß zu erkunden. In den letzten Jahren wurde einiges renoviert und hergerichtet. Dennoch findet sich gerade in den abgelegenen Gassen noch der alte Charme Genuas wieder.

In der Galleria Garibaldi reiht sich ein prachtvoller Palazzo an den anderen, wie Perlen auf einer Schnur. Biegt man von dort jedoch in eine der Seitenstraßen bzw. -gassen ein, ist es mit dem Prunk und Protz gleich vorbei. Hier leben scheinbar alle Gesellschaftsschichten zusammen wie in einem Schmelztiegel. Gerade das macht für uns den Charme Genuas aus.

Wir haben uns einfach, so wie es kam, durch das Gassengewirr treiben lassen. Dabei kamen wir an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Wie zum Beispiel dem Dom oder der Piazza de Ferrari mit dem modernen Opernhausgebäude. Uns hat es dabei sogar in den scheinbaren „Hausfrauen-Strich-Bereich“ verschlagen. Dort sind wir allerdings dann auch ganz schnell wieder heraus. War uns dann doch nicht so ganz geheuer ….

Den schönsten Blick auf die Altstadt hat man von oben von der Spianata Castelletto. Wem der Fußmarsch dort hinauf zu anstrengend ist, der kann auch den Aufzug nehmen. Die Benutzung desselbige ist im 24-Std. Ticket mit enthalten.

Genuas Hafenviertel Porto Antico

Von der Altstadt auf dem Weg zum alten Hafen kommt man automatisch an der Piazza Caricamento vorbei. Von dort verläuft die mittelalterliche Arkadengasse Via die Sottoripa parallel zum Hafenufer. Hier besteht immer ein munteres Treiben. Mit den vielen kleinen Restaurants, Geschäften und Imbissen ist sie ein beliebter Treffpunkt der Genueser selbst. Besonders in der Mittagszeit.

Der alte Hafen von Genua, der Porto Antico, wurde sozusagen „generalüberholt“. Von der alten Hafenarchitektur ist nur wenig übriggeblieben. Er wurde in eine Freizeitwelt für die Genueser und Touristen umgestaltet. Hier finden sich nun Museen, das Aquarium, ein sich drehender Panorama-Aufzug und noch vieles mehr. Verbunden und erreichbar ist alles über eine verkehrsberuhigte Uferpromenade, über die sich wunderbar flanieren lässt.

Genuas Wandel weg von der schmutzigen Industrie- und Hafenmetropole

Genua ist mittlerweile weit entfernt von den dem alten negativen Image und den Vorurteilen. Früher wurde es deshalb von den Touristen gemieden. Und auch wir haben Genua eher mit überdurchschnittlich hoher Kriminalität in Verbindung gebracht als mit einer mediterran wirkenden Hafenstadt. Die bisher unternommenen Anstrengungen, wie z.B. die Sanierung von einst heruntergekommenen Viertel der Altstadt, tragen jedoch Früchte. Wir haben die Stadt auf jeden Fall nicht als schmutzige Industrie- und Hafenmetropole wahrgenommen. Ganz im Gegenteil. Bei unserem Besuch konnten wir auch eine starke Polizei-Präsenz am Hafen und in den Vierteln der Zuwanderer feststellen.

Wir haben auf jeden Fall einen sehr schönen und kurzweiligen Tag in Genua verbracht. Wer sich jedoch das Aquarium ansehen möchte, Interesse an der Besichtigung des einen oder anderen Museums hat oder auch dem Friedhof Staglieno einen Besuch abstatten möchte, der sollte für seinen Aufenthalt mindestens 2-3 Tage einplanen. An einem Tag lässt sich dagegen Genuas Altstadt und der Porto Antico „von außen“ gut kennenlernen.

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