Immer an der Küste entlang von Maslenica bis nach Senj

Traumhafte Aussichten entlang der Küstenstraße

Es gibt sie wirklich noch die „wahre“ Küstenstraße. Damit meine ich die Küstenstraße, die wirklich noch unmittelbar am Meer entlangführt. Oder zumindest das Meer zum Greifen nah in Sichtweite hat. Die Strecke zwischen Maslenica bis nach Senj ist eine dieser Strecken. Reich an landschaftlichen Höhepunkten. Linkerhand sieht man die schöne klare und in verschiedenen Blau-Tönen schimmernde Adria mit ihren kleinen Buchten. Dahinter die karg und trocken wirkenden schroffen Hänge der Insel Pag. Zum Ende der Strecke hin kurz vor Senj hat man sogar den Ausblick auf Krk und mehrere andere noch kleinere Inseln. Rechterhand sieht man das wuchtige, wild-wüste, sehr beeindruckende Velebitgebirge. Die Ausblicke sind wirklich spektakulär und sehr besonders. Wir waren von der Strecke ganz hingerissen und begeistert. Gott sei Dank gab es nur wenige Möglichkeiten um während der Fahrt anzuhalten. Wir wären sonst vor lauter stehenbleiben, bewundern und fotografieren nicht vom Fleck gekommen. Es geht durch unzählige kleine, nur ein paar Häuser umfassende Ortschaften. Und durch größere, bestens auf den Tourismus eingestellte Dörfer. Diese Städte zu nennen, finde ich dann doch ein wenig übertrieben. Wir sind die Strecke nahezu in einem Rutsch gefahren. Die einzige Unterbrechung haben wir in Starigrad eingelegt, der Ortschaft von der aus es in den Paklenica Nationalpark geht. An der Strecke gibt es eine Vielzahl von Übernachtungsmöglichkeiten. Vom kleineren privat betriebenen Camp bis zum Campingplatz ist alles dabei. Die meisten von ihnen liegen direkt am Meer. Auch Starigrad hat ein größeres Übernachtungsangebot zu bieten. Was gibt es denn schöneres, als z.B. nach einer schönen Wanderung im Paklenica Nationalpark den erlebnisreichen Tag am Strand beim Sonnenuntergang ausklingen zu lassen. Und vorher noch in der Adria die von der Wanderung müden und dampfenden Füße zu kühlen!?

Über das Velebitgebirge von Karlobag nach Gospič

Bei Karlobag haben wir einen kleinen Abstecher durch das Gebirge des Velebit eingelegt. Wir sind die kurvige Straße zum 928 m hohen Pass Oštarijska heraufgefahren. Und auf der anderen Seite wieder runter und weiter bis nach Gospič. Die Fahrt auf den Pass hinauf war eine regelrechte Panoramatour. Weite Ausblicke auf die Insel Pag, auf die kleine Ortschaft Karlobag und auf das karge Gebirge. Die Fahrt auf der anderen Seite hinunter war wie ein Eintauchen in eine andere Welt. Hier war kein karges Gestein mehr zu sehen. Alle Hänge waren durchgängig üppig bewaldet mit Mischwald. Die Weiterfahrt nach Gospič war dann nichts mehr Besonderes. Es ging durch eine nicht sehr interessante grüne sehr zersiedelte Ebene. Gospič selbst hat uns auch nicht gefallen. Wir finden es ist eine der seelen- und gesichtslosen Städte. An die Küste zurück ging es wieder auf dem gleichen Weg. Das Highlight ist allein das Hinauffahren des Passes. Und das lohnt sich wirklich. Die Aussichten von dort sind einfach spitze. Die Weiterfahrt nach Gospič kann man sich dann allerdings getrost schenken. Aus unserer Sicht versäumt man dabei absolut nichts.

Bora, Bora und nochmals Bora – Martinas Nerven im Ausnahmezustand

Nein, das Komma ist nicht falsch gesetzt. Es handelt sich nicht um die Südsee-Insel Bora Bora. Die Bora (kroatisch Bura) ist ein trockener, kalter und böiger Fallwind zwischen Triest, der kroatischen und der montenegrinischen Adriaküste. Dieser Wind ist nicht zu unterschätzen. Können doch einzelne Böen Spitzengeschwindigkeiten bis zu 250 km/h erreichen. Die Nordwest-Küste Kroatiens sowie in Teilen Süddalmatien ist davon betroffen. Jeder Reiseführer informiert über dieses Phänomen. Und warnt gleichzeitig eindringlich davor bestimmte Strecken bei starker Bora zu fahren. Ich habe nicht gedacht, dass wir Gefahr laufen mit der Bora Bekanntschaft zu machen. Denn diese bläst vorwiegend im Winter. Im Sommer dauert sie einen Tag oder einige Stunden, während sie im Winter bis zu 14 Tage wehen kann. Was wir erlebt haben, hätte ein Kroate wahrscheinlich nur als ein laues Lüftchen eingestuft und noch nicht als Bora. Uns und insbesondere mir hat es aber bereits voll und ganz gereicht. Den ganzen Tag über hat es auf der Strecke schon kräftig geblasen. Stellenweise so stark, dass wir uns richtig gegen den Wind lehnen mussten. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, hat ganz schnell den Abflug geprobt. Richtig los mit dem „Gebläse“ ging es dann erst am späten Nachmittag auf unserem Campingplatz direkt am Meer. Ihren Höhenpunkt fand dann die „Veranstaltung“ in der Nacht. Mir war richtig Angst und Bang. Es hat gezogen, geblasen und gepfiffen. Unser Kastenwagen wurde auch ein wenig „gerüttelt“. Mehr als einmal habe ich meinen Göttergatten gefragt, ob wir denn hier auch sicher stehen. Oder ob wir Gefahr laufen, dass unser Wohnmobil umgeworfen wird. Ich hatte dann verständlicherweise eine mehr als unruhige Nacht. Am nächsten Morgen war ich dann mehr als erleichtert, dass uns nichts passiert ist. Ein waschechter Kroate würde sich wahrscheinlich über mich und meine Ängste schlapp lachen. Für mich war es aber mehr als genug. Ich bin auf jeden Fall nicht scharf auf eine Wiederholung. Ich fand das schon alles unheimlich genug. Im Stillen frage ich mich, ob mein Mann wirklich so cool war, wie er getan hat. Oder ob ihm nicht doch auch ein wenig mulmig zumute war. Zugeben wird er es ganz sicher nicht ….!

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