Kurze Stippvisite in Cardiff

Cardiff und wie der erste Anschein trügen kann

Auf den ersten Blick bei der Anfahrt zum zentrumsnahen Campingplatz erschien uns die Hauptstadt von Wales wenig anziehend. Moderne Bürotürme, vierspurige Straßen und Unmengen an Baustellen. Darin gleicht sie anderen Großstädten. Der Charme von Cardiff offenbarte sich für uns erst auf den zweiten Blick. Zuerst auf dem Weg zum Zentrum und beim Umherstreifen in dem selbigen. Um vom Campingplatz dorthin zu gelangen mussten wir nämlich erst ein Stück entlang des Wegs am River Taff entlang und dann durch den Bute Park gehen. Beides wirklich sehr schön und vor allen Dingen sehr idyllisch. Planschende Studenten im River Taff, die bei der großen Hitze Abkühlung suchten, trugen mit zur Idylle bei. Der sehr gepflegte und vor allen Dingen weitläufige Bute Park lädt auch zum längeren Verweilen ein. Die vielen Arkaden im viktorianischen Stil in der Innenstadt versprühen ihren ganz eigenen englischen Charme. Besonders schön ist die Castle Arcade gegenüber dem Cardiff Castle. Es macht wirklich viel Spaß durch die Innenstadt zu bummeln. Je länger wir unterwegs sind umso mehr wird uns klar, wir müssen unsere erste Meinung revidieren. Allerdings sind wir von Cardiff nicht so eingenommen, dass es uns nach einem intensiveren Kennenlernen drängt. Der 2stündige Spaziergang war für uns zum Kennenlernen ausreichend genug.

Das Millenium Stadium in Cardiff, das Stadion der Superlative

Es ist einfach unglaublich! Das Millenium Stadium wurde direkt in der Innenstadt erbaut und erhebt sich über den Fluss Taff. Normalerweise werden Stadien dieser Größe (Fassungsvermögen 74.500 Zuschauer) im Randgebiet einer Stadt erbaut. Schon allein aus verkehrstechnischen Gründen. Allerdings nicht so in Cardiff.

Dort wollte der FC Bayern heuer spielen

Je nachdem wo man sich in der Innenstadt befindet, kann man immer wieder einen Blick auf das große Stadion erhaschen. Schon sehr imposant das Ganze. Eingefleischten Fußballfans ist dieses Stadion sicher wohlbekannt. Das heurige Endspiel der Champignons-League hat dort stattgefunden. Interessierte können das Innere des Stadions im Rahmen einer Führung erleben. Uns hat es allerdings nicht gereizt an solch einer teilzunehmen. Gegen unsere wunderbare Allianz Arena in München ist es auch schwer zu bestehen ….!

Cardiff Castle, das Werk eines spleenigen Millionärs

Wer glaubt, dass es sich beim Cardiff Castle um ein durchweg altes ehrwürdiges Schloß handelt, der irrt. Auch wir sind anfangs diesem Irrglauben aufgesessen. Abgesehen von dem normannischen Donjon im Burghof stammt nämlich alles aus dem 19. Jahrhundert. Der dritte Marquis von Bute (1847 -1900) war einer der reichsten Männer seiner Zeit. Reich wurde er durch ergiebige Kohleflöze in den Tälern nördlich der Stadt. Er hatte nichts Besseres zu tun als sein Vermögen dafür zu verwenden, das halbverfallene Schloß in sein Traumschloß zu verwandeln. Beim Anblick besonders hervorstechend sind der von 1869 – 1873 erbaute Clock Tower und die Animal Wall. Bei letzterem handelt sich um die zur Straße hin befindliche Schloss-Mauer die mit Skulpturen von exotischen Tieren verziert ist. Das Innere von Cardiff Castle soll sehr extravagant sein. Angeblich wurden nur die kostbarsten Materialien aus ganz Europa verbaut. Es sollen auch unterschiedliche Stile zu finden sein.

Wir können das allerdings nicht bestätigen. Wir haben uns nämlich gegen den Besuch des Schlosses entschieden. Der Anblick von außen hat uns voll und ganz gereicht, um einen Eindruck zu bekommen. Und auf das Innere bzw. die Ausgestaltung waren wir einfach nicht neugierig genug, als dass sich dafür der Eintrittspreis gelohnt hätte.

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