Mit dem Boot von Camogli über San Fruttuoso nach Portofino

Andrang der Badefreudigen in Camogli

Camogli hat u.E. keine wirklichen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Ort selbst bzw. besser gesagt seine pittoreske „Skyline“ zur Wasserseite ist das Sehenswerte dieser Ortschaft. Und dennoch zieht es Unmengen von Einheimischen und Touristen dorthin. Wir konnten das Rätsel um die besondere Anziehungskraft allerdings sehr schnell lösen.

Camogli besitzt einen schmalen Kiesstrand mit einer tollen Badebucht. Das Wasser ist hier glasklar, wie nahezu überall an Liguriens Küste. Mit Kind und Kegel zieht es nicht nur die Einheimischen dorthin um den Badefreuden zu frönen. Uns war beim Anblick der Massen jedoch nicht ganz wohl. Die Sonnen- und Badehungrigen lagen hier dicht an dicht. Fast wie Sardinen in der Büchse. Von Privatsphäre und ausreichend Abstand kaum eine Spur. Von Covid scheinen hier die wenigsten gehört zu haben. Obwohl ja im Freien die Gefahr der Ansteckung geringer ist. Nichts destotrotz nichts für uns. Allerdings war es ganz witzig kurz dem Gewusel zuzuschauen. Und die Sicht auf das ganze Häuserensemble nebst Strand alleine ist schon einen Besuch wert.

San Fruttuoso

San Fruttuoso ist ein Klosterkomplex in der gleichnamigen Bucht unweit von Camogli. Die Abtei ist nicht an das Straßennetz der Region angeschlossen. Somit ist sie nur per pedes oder per Boot erreichbar. Die Boote starten von Camogli oder von Portofino aus. Zu Fuß erreicht man San Fruttuoso über einen Wanderweg, der oberhalb von Camogli bei der Kirche San Rocca startet.

In San Fruttuoso gibt es mit Ausnahme des Klosters nichts zu sehen. Ungewöhnlich ist jedoch die Lage des Klosters in der Bucht mit einem winzigen Kiesstrand vor dem Gebäudekomplex. Für uns unglaublich, aber wahr, die Bucht mit dem wirklich minimalistischen Strand zieht unheimlich viele Menschen an. Es scheint ein richtiger Bade-Hotspot zu sein. Für Touristen wie Einheimische gleichermaßen. Letztere fahren sogar dorthin nur um zu baden und zu tauchen. An der Einfahrt der Bucht reihen sich die diversen Motorboote wie Perlen auf der Schnur. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Ich muss allerdings gestehen, dass der Blick auf das Kloster mit dem Strand davor schon was ganz Eigenes hat. Auch wenn ich hier aufgrund des wahnsinnigen Andrangs nie auf die Idee kommen würde hier zu Baden.

Unser eigentliches Ziel war jedoch Portofino. Leider wird dieses von Camogli nicht direkt per Boot angesteuert. Man muss zuerst von Camogli nach San Fruttuoso fahren. Und dort dann auf ein anderes Schiff eines anderen Reeders umsteigen, um nach Portofino zu gelangen. Bei der Hinfahrt hat alles wunderbar geklappt. Ohne Wartezeit ging es in nahezu einem Rutsch weiter nach Portofino. Bei der Rückfahrt war uns das Glück leider nicht mehr so gewogen. Das Schiff von Portofino hatte 5 Minuten Verspätung. Dadurch konnten wir dem Anschluss-Schiff nur noch bei der Abfahrt von der Anlegestelle zusehen. Wir hatten somit einen Zwangsaufenthalt von 50 Minuten in San Fruttuoso. Wenn man weder das Kloster besichtigen noch Baden möchte, können sich 50 Minuten wirklich endlos hinziehen.

Portofino, der Hotspot der Schönen und vor allen Dingen Reichen

Von Portofino haben die meisten schon irgendetwas gehört. Meist im Zusammenhang mit amerikanischen Stars aus dem Show-Business, wie z.B. Humphrey Bogart, Frank Sinatra oder Liz Taylor. Portofino war und ist immer noch der Ort für die wirklich Reichen dieser Welt. Das Fischerdorf hat sich seinen alten Charme bewahren können. Es sieht immer noch aus wie aus dem Bilderbuch. Die bunten alten Häuser und eine Kirche gruppieren sich rund um die Bucht. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht befindet sich eine kleine Burg und eine Kirche. Sozusagen das Postkartenidyll in Reinkultur.

Das Portofino das Ziel des Nobeltourismus ist, lässt sich aus der Anzahl der Nobel-Boutiquen und der teuren Restaurants ablesen. Das who is who der Designer-Boutiquen ist hier vertreten. Im kleinen Hafen stehen die teuren Yachten. So ist es auch nicht verwunderlich, daß das wirklich kleine Portofino statistisch das höchste Pro-Kopf-Einkommen aller italienischen Kommunen verzeichnet.

Uns hat Portofino sehr gut gefallen. Es ist sehr klein und übersichtlich und damit schnell erkundet. Wir kamen uns stellenweise wie in einer Hollywood-Filmkulisse vor. Es hat uns auch Spaß gemacht, das Treiben an der Hafenpiazza zu betrachten. Manch eine Besucherin hat uns dann doch Anlass zum Schmunzeln und Lästern gegeben. Nicht jeder Schönheitschirurg versteht sein Handwerk. Und nicht alle Designerklamotten sind unbedingt vorteilhaft für die Figur. Unser Aufenthalt in Portofino war auf jeden Fall sehr amüsant und kurzweilig.

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