Erkundung des iSimangaliso Wetland Parks

Der üppig grüne Greater St. Lucia Wetland Park

Der iSimangaliso Wetland Park ist das drittgrößte Naturschutzgebiet Südafrikas. Es erstreckt sich an der Elephant Coast von St. Lucia bis hinauf nach Mosambik. Das 2750 km2 große Gebiet umfasst Feuchtland- und Meeresreservate und ein UNESCO-Welterbe.

Dazu gehört u.a. auch der Lake St. Lucia im Greater St. Lucia Wetland Park. Dieser Park ist als World Heritage Site deklariert. Dass es sich hier überwiegend um Feuchtgebiete handelt ist sogar für uns als Laien gut zu sehen. Die üppige grüne Vegetation mit stellenweisen sumpfigen bzw. „nassen“ Gebieten weist auch unverkennbar darauf hin. Das Gelände ist sehr flach, um nicht zu sagen „brettleben“. Dadurch hat man eine sehr gute Sicht bis weit an den Horizont. Es gibt sogar 2 verschiedene Arten von kleineren Palmen. Diese ragen wie kleine Inseln aus der Ebene hervor und verleihen der Landschaft ein ganz eigenes Flair. Auf uns wirkte das Ganze auf jeden Fall sehr tropisch und wir fühlten uns dabei an die Karibik erinnert. Bei dieser pflanzlichen Vielfalt und den überall vorhandenen Wasserquellen sind wir von einer sehr reichhaltigen Tierwelt ausgegangen. Überraschenderweise war das aus unserer Sicht nicht der Fall. Es gibt dort schon einiges an Tieren zu sehen, wie z.B. Büffel, Giraffen, Zebras, Wasserböcke. Allerdings hält sich deren Anzahl in überschaubaren bzw. gut zählbaren Mengen. Größere Herden konnten wir leider nicht ausmachen. Auch war es uns auf unseren Safari-Fahrten durch den Park nicht vergönnt Nilpferde zu beobachten. Im Park herrschen für sie u.E. ideale Bedingungen. Wir dachten, dass es deshalb überall nur so von ihnen „wimmeln“ würde. Falsch gedacht. Für Freunde der Vogelbeobachtung ist jedoch einiges an großen und kleinen Vögeln geboten. Diese kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

Nachmittagstee bei den Nilpferden im iSimangaliso Greater St. Lucia Wetland Park

Die Enttäuschung über die bisher fehlende Sichtung der Nilpferde war mir deutlich anzumerken. Meine größte Sorge war, dass wir vielleicht am falschen Ort sein könnten. Gott sei Dank hat sich dann sehr schnell herausgestellt, dass ich einfach nur zu ungeduldig war. Kaum waren wir mit dem Boot in einem Zufluss-Arm des St. Lucia Sees unterwegs gab es Nilpferd-Familien en Masse zu sehen. Das Verhalten dieser Nilpferde war für uns sehr interessant. Es war möglich, mit dem Boot relativ nahe an sie heranzukommen. Wir hatten den Eindruck, dass sie sich weder von uns noch vom Boot stören oder beeindrucken lassen. Ihr Komfort-bzw. Schutzzonen-Bedürfnis scheint hier nicht so extrem ausgeprägt zu sein. Die in der Vergangenheit von uns beobachteten Nilpferde gingen immer sofort in Hab-Acht-Stellung. Und wehe wir sind mit dem Boot zu weit in ihr Territorium eingedrungen. Dann ging es gleich in den Verteidigungs-Modus über. Das Maul wurde zur Abschreckung weit aufgerissen und es schwamm oder tauchte dann gleich in Richtung Boot. Nilpferde sind unter Wasser erstaunlich schnell. Und sie werden leider auch sehr schnell aggressiv. Unsere bisherigen Guides waren auf jeden Fall ab der Sichtung von Nilpferden unheimlich konzentriert. Die Nilpferde wurden nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen. Und sobald sie sich nur ansatzweise in Richtung Boot bewegt haben, nahmen die Guides bereits mit dem Boot reiß aus. Hier im Wetland Park waren allerdings nicht nur die Nilpferde, sondern auch die Guides sehr entspannt. Sie vermittelten uns jeden Fall den Anschein. Wahrscheinlich sind beide Parteien über die Jahre bereits aneinander gewöhnt. Und das Boot war auch etwas größer als die bisherigen. Damit kann es von einem Nilpferd auch nicht so schnell zum Kentern gebracht werden. Nur so lässt es sich für uns erklären, dass wir nur eine Armlänge von einer Nilpferd-Familie entfernt vor Anker gehen konnten. Bei einer schönen Tasse Kaffee hatten wir so ausreichend Muße und Gelegenheit die ganze Familie in aller Ruhe zu beobachten. Zu meinem Glück fehlte nur noch, dass zumindest eines der Nilpferde an Land geht und sich in seiner vollen Pracht bestaunen lässt. Dieser Gefallen wurde mir leider nicht getan. So musste ich mich mit den halb aus dem Wasser ragenden Köpfen und dem einen oder anderen kurz aufgerissenem Maul (Gähnen? Imponiergehabe?) zufriedengeben. Hat aber dennoch viel Spaß gemacht. Wenn man nur lange genug zusieht, dann überträgt sich die Ruhe der vor sich hin dümpelnden Nilpferd wie ganz von selbst auf einen. Sie wirken dabei so harmlos. Was sie allerdings keinesfalls sind. Man darf nie den Fehler machen und ein Nilpferd unterschätzen.

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