Split, Trogir, Sibenik und Zadar – geschichtsträchtige kroatische Städte


Kroatische Städte, auf den ersten Blick unterschiedlich aber dennoch sehr ähnlich

Am Anfang haben wir uns mit großer Begeisterung und viel Schwung und Elan in die Besichtigung der Städte gestürzt. Wir haben jedoch sehr schnell festgestellt, dass sich die Altstädte vom Prinzip her sehr ähnlich sind. Sie liegen meist an exponierter Stelle direkt am Wasser, d.h. auf einer Landzunge oder erhöht auf einem Hügel.

Sie verfügen über einen Hafen und sind i.d.R. von einer Stadtmauer umgeben. Oft thront hoch oben über der Altstadt ein Kastell oder Fort. Zum Flanieren und Verweilen gibt es meist auch noch eine Promenade. Diese beginnt i.d.R. am Hafen und führt entweder um die Stadtmauer herum oder entlang der Bucht an der die Stadt liegt. Im Innern sind die Gassen für uns nach dem mehr oder weniger gleichen Prinzip angelegt. Sie verlaufen schachbrettartig. Oder es gibt eine etwas breitere Hauptgasse von der rechts und links die schmalen Nebengassen abgehen. Für uns unterscheiden sich die Altstädte lediglich in ihrer Größe. Und diese ist wiederum maßgeblich dafür wie viele alte Bauwerke, Kirchen, Museen und Überreste aus vergangenen Zeiten noch sichtbar sind.

Split und Zadar, ein Muss für Freunde der Geschichte

Bevor wir die Altstädte von Split und Zadar erreichten ging es erst einmal mitten durch die Stadt. Durch zum Teil wirklich hässliche Gegenden. Mit trostlos wirkenden Hochhäusern mit abgeblätterter und renovierungsbedürftiger Fassade. So stelle ich mir den Sozialismus zu Titos-Zeiten vor. Erreicht man dann die Altstadt fühlt man sich dagegen wie in eine andere Zeit versetzt. Der Stadtkern von Split als auch von Zadar wirkt im Vergleich zu anderen Städten um einiges mondäner. Das liegt sicherlich auch daran, dass hier alles größer ist. Und die Gassen breiter. Beide Städte sind unheimlich geschichtsträchtig. Sie warten innerhalb ihrer Stadtmauern mit einer Vielfalt von alten Palästen, Kirchen und Museen auf.

Anziehungspunkt der Massen ist in Split der Kaiserpalast, der Diokletianspalast. Es handelt sich hier um Diokletians Alterssitz. Er soll in seiner Art einzigartig sein, denn Diokletian war der einzige römische Kaiser der abdankte und in den Ruhestand ging. Obwohl ein angebliches Muss in Kroatien haben wir uns auf die Besichtigung von außen beschränkt. Und das war zugegebenermaßen schon sehr eindrucksvoll. Zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir nicht so große Freunde von „totem Stein“ sind. Wir haben in unserem bisherigen Leben bereits so viele Kirchen, Paläste, Burgen und Forts besichtigt, dass wir davon ein Leben lang zehren können. So beschränken wir uns meist auf das Erleben der Atmosphäre durch das ziellose Herumschlendern in den Gassen. Und wie es der Zufall immer so will stoßen wir dabei meist unweigerlich auf die sehenswerten Relikte der Geschichte.

Zadars Altstadt verbindet am besten historisches Gepräge und geschäftigen Alltag. Wären nicht die Zeichen der vergangenen Zeit zu sehen wie z.B. die Stadtmauer mit ihren Toren man würde sich in einer Stadt der neueren Zeit wähnen. Unübersehbar ist das Forum. Das Ensemble dieses Platzes und seiner Umgebung ist voller historischer Bezüge. Auch aus der jetzigen Zeit gibt es am Wasser zwei „Sehenswürdigkeiten“ zu Bestaunen. Es handelt sich hierbei um die Meeresorgel und um das „Kunstwerk“ Sonnenanbetung.

Bei ersterem handelt es sich um eine Orgel die auf dem Prinzip der Luftströme resultiert, die aus der Meeresbewegung heraus erzeugt werden. Am Wasser wurden dazu Treppenabsätze geschaffen. Aus ihnen dringen aus genau dimensionierten Röhren Orgeltöne heraus. Das Ganze sieht sehr unspektakulär aus und ist als Orgel ganz und gar nicht zu erkennen. Erst wenn man sich auf die Stufen setzt sind die Töne hörbar. Wirklich beeindruckend diese Idee!

Fast gleich daneben ist die „Sonnenanbetung“ zu sehen. Diese ist eine aus 300 Solarzellen bestehende Glasscheibe von 22 m Durchmesser, die die Sonnenenergie auffängt. Etwas eigen das Ganze! Aber wie heißt es doch so schön, Kunst liegt im Auge des Betrachters!

Split hat uns von beiden Städten am besten gefallen. Auf uns übte Zadar nicht so einen großen Reiz aus und verströmte weit weniger Flair als Split.

Besichtigung von Sibenik bei Regen im Schnelldurchlauf

Sibenik hat uns mit Abstand am wenigsten gefallen. Und das lag nicht alleine am Regen und dem grauen und trüben Himmel. Die Altstadt hebt sich als eine der wenigen nicht so richtig vom „neuen“ Teil der Stadt ab. Der Hafen ist nicht so pittoresk und schön wie in den anderen Städten. Es gibt zwar auch ein nettes Gassengewirr. Jedoch erscheint uns dieses eher wie aus der Neuzeit. Auf uns übte es auf jeden Fall keinen allzu großen Reiz aus. Sibenik kann als Besonderheit mit der Kathedrale Sveti Jakov aus der venezianischen Frührenaissance aufwarten. Diese zählt sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aber für uns als Nicht-Kirchen-Interessierte kann sie damit nicht unbedingt punkten. Hoch oben über der Stadt thront die Festung Mihovila. Zu Ihr führt eine schmale Treppengasse den Hügel hinauf. Aus lauter Verzweiflung aufgrund des Wetters haben wir uns diese angesehen. Es sind nur noch die Außenmauern im Original erhalten. Im Innern wurde eine Open-Air-Bühne für Veranstaltungen errichtet. Das einzig lohnende an der Festung ist die fantastische Aussicht auf das Meer und die Stadt. Ansonsten lohnt sich der Besuch u.E. nicht.

Trogir, die winzige Stadt mit viel Flair und Anziehungskraft

Von allen vorgenannten Städten hat uns Trogir mit seinem wunderbaren Altstadtbild am meisten gefallen. Die nur gut 20 km von Split entfernte Stadt ist klein und winzig. Und dabei doch voller Flair und Charme. Das überschaubare Gewirr an Gassen ist schnell erkundet. An der Promenade kann man in einem der Cafes/Restaurants kurzweilig verschnaufen. Und dabei den schönen Blick auf den Hafen voller Schiffer aller Art genießen. An der Spitze der kleinen Insel auf der Trogir liegt befindet sich die „putzige“ Festung Kamerlengo. Trogir blieb innerhalb seiner Mauern seit mehr als 200 Jahren unverändert. Es ist vermutlich der besterhaltene Komplex aus venezianischer Gotik und Renaissance. So verwundert es dann auch nicht, dass die gesamte Altstadt von Trogir 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Obwohl Trogir von der Größe sehr überschaubar ist, hat es auch dem Geschichtsinteressierten einiges zu bieten. Z.B. warten die Kathedrale Sveti Lovro, Johanneskirche und Nikolauskloster, Rathaus, Stadtloggia etc. darauf von den Besuchern erkundet zu werden. Das Treiben lassen durch die Gassen und an der Hafenpromenade war sehr kurzweilig und hat uns sehr viel Spaß bereitet.

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