Auf Wein-Erkundungstour im Rioja-Gebiet

Beim Weingut Amaren haben wir eine Online-Buchung 1 Tag vorher versucht. Aber es ist beim vergeblichen Versuch geblieben. Die Buchung kam angeblich nicht an, bei unserer telefonischen Nachfrage sprach keiner englisch und beim spontanen Versuch vor Ort war niemand da. Bei Marques de Riscal waren die Touren in englisch am betreffenden Tag schon ausgebucht. Nicht so schlimm dachten wir uns zuerst. Haben wir doch die wirklich sehenswerte Kellerei mit guten Weinen schon vor 6 Jahren besichtigt. Allerdings standen wir nun vor der Hürde keine Verkostung ohne Führung. Also haben wir uns 2 Gläschen von den Weinen gekauft, die uns am meisten interessiert haben. Von allen Weinen 1 Glas wäre des Guten bei weitem zu viel gewesen. Bei 2 anderen Weingütern in der Nähe standen wir dann wieder vor verschlossenen Türen oder keiner hat sich für uns interessiert. 

Erfolgreiche Weinverkostung in Haro

Etwas desillusioniert haben wir uns dann nach Haro aufgemacht. Diese Ortschaft ist das Zentrum der Weinbauregion La Rioja Alta. Sage und schreibe 10 Kellereien finden sich in diesem kleinen Ort. Die größte davon ist Muga. Hier konnten wir leider auch nicht an einer Führung teilnehmen. War schon wieder alles für den Tag in englisch ausgebucht. Aber im Gegensatz zu den anderen Kellereien war es hier möglich einen „Wine Flight“ zu kaufen. Dabei konnten 5 verschiedene Weine nach Wahl verkostet werden. Genau das, was wir wollten. Wir konnten unser Glück kaum fassen, endlich waren wir am Ziel …!

Die Rotweine von Muga sind aus unserer Sicht auch alle ganz ausgezeichnet. Teilweise noch zu jung. Aber alt werden die Weine ja bekanntlich von selbst. Unser Favorit war der Prado Enea Gran Riserva. Ein toller Wein und zu Recht mit 97 Punkten bei Parker bewertet. Sicherlich einer der großen Spanier aus dem Rioja. Beim 2010er Jahrgang konnten wir dann bei einer Magnumflasche nicht wiederstehen. Beim Trinken dieses Weines in ein paar Jahren werden wir uns sicherlich an unsere Rioja-Weinverkostungs-Odyssee erinnern. Vielleicht können wir dann über unser Erlebnis schmunzeln.

Unser letzter Versuch in Haro galt der Kellerei Lopez de Heredia-Viña Tondonia. Der Verkostungspavillon wurde von der berühmten Avantgarde-Architektin Zaha Hadid gestaltet. Von außen fand ich den Pavillon mehr „Beton-nüchtern“ als spektakulär. Das Innere ist jedoch sehenswert. Es ist zweigeteilt. Im hinteren Bereich befindet sich die uralte hölzerne Verkostungstheke, die stark an eine Bar erinnert. Der Rest ist puristisch modern gestaltet. Eine wirklich sehr kontrastierende Kombination. Auch hier konnten die Weine nur glasweise verkostet werden. Also haben wir uns nochmals 2 Gläschen gekauft. Die Weine waren zwar ganz interessant, allerdings nicht so ganz nach unserem Geschmack. 

Anleitung zur erfolgreichen Kellereibesichtigung im Rioja 

Zur Vermeidung unserer negativen Erfahrungen empfehlen wir jedem Rioja-Weininteressierten nachfolgende Vorgehensweise: 

  1. Zusammenstellung der Kellereien, die man besichtigen möchte. 
  2. Recherche im Internet, wann dieser Kellereien eine Besichtigung mit Verkostung in welcher Sprache anbieten.
  3. Darauf basierend Buchung der Besichtigung so früh als möglich; aber am besten immer mehrere Tage im Voraus. 
  4. Im schlechtesten Fall kann aufgrund der jeweiligen Tour-Zeiten immer nur eine Kellerei pro Tag besichtigt werden; im Besten Fall zwei. Also bei Bedarf unbedingt ausreichend Tage für den Aufenthalt einplanen.

Das Rioja-Gebiet ist aber auch ohne Weinverkostung eine Reise bzw. zumindest eine Durchfahrt wert. Uns hat die Landschaft unheimlich gut gefallen. Wir konnten uns dem Charme der teilweise von Bergmassiven umrahmten Weinberge nicht entziehen. 

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