Badeurlaub an der Küste der Toscana

Die unterschiedlichen Strände an der Küste der Toscana

Bisher haben wir die Toscana nicht unbedingt mit einem Strand- und Badeurlaub in Verbindung gebracht. Toscana war für uns bisher immer das Synonym für Wein, Kultur, alte Städte, Weinberge, Olivenhaine, hügelige Landschaft, Zypressen. Die Küste der Toscana als Begriff kam uns bislang nicht in den Sinn.

Dass die Toscana über eine 328 km lange Küstenlinie verfügt, war bisher nicht wirklich in unser Bewusstsein vorgedrungen. Über Kies- und Sandstrände in unterschiedlicher Länge, flach bis steil abfallend, in kleinen bis hin zu größeren Buchten ist alles zu finden. Vielfach sind die Sandstrände mit traumhaft schönen und dichten Pinienwäldern, der Pineta, gesäumt. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern sind auch noch überdies sehr schön anzuschauen. Für jeden Geschmack und Vorliebe ist somit das passende dabei.

Es stellt sich nun die Frage, wie man im Voraus den für sich richtigen Strand findet. Aus unserer Sicht ist dies nahezu unmöglich. Außer man war schon einmal selbst vor Ort oder hat die passende Beschreibung/Empfehlung im Gepäck. Ansonsten heißt es ausprobieren, ausprobieren und nochmals ausprobieren. Und immer daran denken, dass im Hochsommer (Juli/August) hier die Hölle los ist. Ohne rechtzeitige Vorreservierung -egal wo- geht hier rein gar nichts. Jetzt, Mitte September, ist es merklich ruhiger und nur an den Wochenenden merkt man etwas mehr Betrieb. Wir haben auf allen angesteuerten Stell- und Campingplätzen ohne Probleme immer einen Platz gefunden. Das ist der große Vorteil der Nachsaison.

Die Strände nördlich von Livorno

In einzelnen Reiseführern wird darauf hingewiesen, dass die Strände nördlich bzw. oberhalb von Livorno nicht unbedingt empfehlenswert sind. Wir können dies nur bestätigen. Nach unserer ersten Fahrt durch das Marmorabbaugebiet haben wir in Marina di Massa die Nacht verbracht. Der Stellplatz war fast unmittelbar am Sandstrand. Das Ganze war ein furchtbarer Anblick. Wie am Teutonengrill an der Adria. Vor lauter Restaurants und Strandbäder war der Strand selbst nicht zu sehen. Am Strand selbst Liegen über Liegen bis unmittelbar an die Wasserlinie. Ein Entlanglaufen am Strand trockenen Fußes war nicht möglich. Es war einfach nicht genügend Platz zwischen Wasserlinie und dem Ende der Liegen. Massentourismus hoch 3. Wir haben nach 10 Minuten bereits wieder Reißaus genommen. Ein richtiger Alptraum!

Der zweite Bade-Versuch in Marina di Pisa war dann zwar schon besser. Allerdings für uns auch nicht der unmittelbare Hit. Der Kiesstrand ist hier zum größten Teil auch durch Restaurants und Strandbars verdeckt. Der nicht „verbaute“ kiesige Strandabschnitt ist so schmal und uneben, dass er u.E. nur für ein Bad zur Abkühlung taugt. Aber nicht unbedingt um dort ein wenig Zeit zu verbringen. Um ehrlich zu sein, wir bevorzugen einfach lange feine Sandstrände.

Die Strände der Etruskischen Küste

Den toscanischen Küstenabschnitt zwischen Livorno und Piombino bezeichnet man als etruskische Küste. Unser Weg in den tiefen Süden der Toscana führte uns immer entlang an der etruskischen Küste. Die Strände hier haben uns dabei am besten gefallen. Wunderbare lange Sandstrände, größtenteils flankiert von dichten Pinienwäldern. Der Massentourismus hat sich Mitte September bereits verabschiedet. Das Angebot an Liegen mit den dazugehörigen Sonnenschirmen ist bereits merklich dezimiert. Die „freien“ Strandabschnitte waren nicht mehr überlaufen.

Am Strand von Marina di Castagnetohaben wir uns sogar so wohlgefühlt, dass wir dort gleich 2 Faulenzertage verbracht haben. Wir haben uns dazu auf dem Campingplatz „Int. Camping Etruria“ eingebucht. Einem sehr großen Campingplatz in einem schattigen Pinienwald. Mit kompletter Infrastruktur am Platz. Vom Obstladen, Metzgerei bis hin zu einem kleinen Supermarkt war alles vor Ort. Die Stellplätze dort sind wirklich sehr großzügig bemessen und natürlich in die Landschaft eingepasst. Kein Platz gleicht in Form und Größe dem anderen. Und das schönste ist der direkte Zugang zum Strand. Der Abschnitt dieses Strandes liegt etwas abseits des touristischen Ballungszentrums und wird in erster Linie von den Besuchern des Campingplatzes genutzt. Das Meer ist hier relativ flach und sehr ruhig. Ideal zum Baden, Planschen und Schwimmen.

Gut gefallen hat uns auch der Strand von Marina di Grosseto. Ein sich lang hinziehender feiner Sandstrand. Der Sand an der Wasserlinie ist schön fest. Also ideal für lange Strandspaziergänge. Je weiter man sich vom Zentrum in nördliche Richtung entfernt, um so ruhiger wird es. Allerdings gibt es hier viel Wellengang, der ein richtiges Schwimmen unmöglich macht. Zum Abkühlen und Rumspringen in den Fluten ist es aber allemal mehr als ausreichend.

So schön auch die Strände waren, so können wir uns doch nicht vorstellen hier zwei Wochen am Stück zu verbringen. Auf Dauer ist uns das zu langweilig. Die Ortschaften drum herum bieten u.E. nicht allzu viel Abwechslung. Als Unterbrechung einer Rundreise, sozusagen als Erholung und Entspannung für 2-3 Tage bietet sich aus unserer Sicht so ein Strandurlaub allemal an. Wir denken aber, dass ausgewiesene Liebhaber eines Badeurlaubs hier auf jeden Fall voll auf Ihre Kosten kommen.

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