Pisa – die lebendige Universitätsstadt ist ein Touristen-Magnet

Pisa – Piazza dei Miracoli, der Platz der Wunder

Die Piazza dei Miarcoli ist der Hot-Spot von Pisa. Vereint er doch viele bedeutende Kunstschätze an einem einzigen Platz. Neben dem schiefen Turm (Campanile/Torre Pendente) befindet sich der Dom (Duomo Santa Maria Assunta). Nicht zu vergessen die gegenüber der Westfassade des Doms liegende Taufkirche (Bassistero). Und zuletzt gibt es an diesem Platz auch noch den Monumentalfriedhof (Camposanto Monumentale). Bei so viel geballter Kultur ist es kein Wunder, dass die Touristen nur so in Massen auf den Piazza dei Miracoli strömen. Hier ist immer etwas los. Einsamkeit sucht man hier vergebens.

Pisa als ehemalige Seerepublik hat eine reiche und interessante Geschichte. Diese führte in der Kunst zur Verschmelzung von islamischer Kultur und der klassischen Tradition von Pisa. Die Kunstgeschichte bezeichnet dies als pisanisch-romanischen Stil. Besonders gut kann man dies am Dom erkennen. Er wirkt von seiner äußeren Gestaltung sehr orientalisch. Das gilt auch für das Baptisterium mit seinen zierlichen steinernen Verzierungen

Es gibt mehr als genügend Literatur, die sich mit der Beschreibung des Doms, des Baptisteriums und dem Monumentalfriedhof befassen. Ich verzichte daher auf eine weitere Detaillierung. Alle, die mehr darüber erfahren möchten verweise ich auf die entsprechenden Einträge im Internet. Nur soviel am Rande, die Taufkirche ist mit einem Umfang von 107,5 m die größte der Welt. Und aufgrund ihres perfekten Runds ein akustisches Wunder. Bei auf- und abschwellendem Gesang hört man einen Nachklang wie von einem ganzen Orchester.

Der Hauptanziehungspunkt der Touristenmassen auf der Piazza dei Miraculi ist und bleibt der schiefe Turm. Ich behaupte, der Großteil der Besucher kommt nur wegen ihm nach Pisa. Die anderen Sehenswürdigkeiten sind oft nur begleitendes Beiwerk, dass man dann einfach -sozusagen im Vorbeigehen – noch „mitnimmt“ oder auch nicht. Wir haben uns im Internet bereits Bilder vom Inneren des Doms und dem Baptisterium angesehen. Das war für uns zwei Sakralkunst- und Kirchen-Banausen vollkommen ausreichend. Daher haben wir auf die Innenbesichtigung verzichtet und uns lediglich einen Eindruck vom Äußeren verschafft. Auch wenn das Innere ein Highlight sein soll, auf das man nicht verzichten sollte.

Der faszinierende schiefe Turm von Pisa

Hören wir Pisa, dann denken wir automatisch an den schiefen Turm. Beides gehört für uns untrennbar zusammen. Ich bin mir sicher, so geht es vielen auf der Welt. Nicht umsonst handelt es sich beim Campanile um den bekanntesten Glockenturm der Welt. Er ist auch wirklich sehr anziehend gestaltet und mehr als hübsch anzusehen. Die Schräglage ist wirklich sensationell. Ich warte immer darauf, dass er einfach umfällt. Was natürlich nicht passiert.

Er hat insgesamt acht Stockwerke. Die mittleren sechs Stockwerke verfügen über umlaufende Arkadengänge. Ganz oben als achtes Geschoss thront die offene Glockengalerie. Sie beheimatet in einer Höhe von 57,90 m für sieben Töne sieben unterschiedlich große Glocken. Bis zum Beginn der Rettungsmaßnahmen war der Campanile im Norden 55,22 m hoch, im Süden dagegen nur 54,52. Die Abweichung von der Senkrechten betrug immerhin 4,42 m. Mit einer jährlichen Zunahme von 1,2 mm. Klingt nach nicht viel. Über die Jahre, Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte kommt da dann schon einiges zusammen. Nach den nun endlich erfolgreichen Stabilisierungsarbeiten in 2000 wurde die „Fallsucht“ des Turmes nicht nur gestoppt. Er konnte sogar um 44 cm aufgerichtet werden.

Was mich aber immer schon am meisten interessiert hat war, wie der Turm überhaupt in diese Schieflage kommen konnte. Was schlichtweg die Ursache dafür ist. Die Antwort ist recht profan und hat mich dann doch ein bisschen enttäuscht. Der Campanile wurde 1173 auf unsicherem Schwemmlandboden errichtet. Kein Wunder, dass er sich bereits 1185 nach der Errichtung von gerade einmal 3 Stockwerken nach Süden neigte. 1350 bei Fertigstellung war es – wen verwundert es -immer noch nicht anders. Aber schön anzuschauen und faszinierend ist er dennoch oder gerade wegen seiner „Fallsucht“.

Was Pisa sonst noch so zu bieten hat

Die einleitenden Worte zu Pisa in unserem Reiseführer beginnen mit: „Pisa hat mehr zu bieten als nur den Platz der Wunder und ist überhaupt viel schöner als mancher Reisende vermuten dürfte“. Also haben wir uns aufgemacht, die Stadt ein bisschen „großflächiger“ zu erkunden. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir teilen diese Einschätzung nicht vollkommen. Das schönste und sehenswerteste bleibt für uns der Platz der Wunder. Außerdem verströmt Pisa in unseren Augen bei weitem nicht so viel mittelalterliches Flair wie z.B. Lucca. Pisa wirkt auf uns dagegen sehr großstädtisch.

Allerdings ist die Borgo Stretto auch sehr sehenswert. Es handelt sich dabei um eine von Arkaden gesäumte Einkaufsstraße. Diese liegt nicht weit entfernt vom schiefen Turm. Von diesem überquert man auf dem Weg dorthin den großzügig gestalteten Platz der Piazza dei Cavalieri. Hier befinden sich einige schöne alte Gebäude. Am Ende der Borgo Stretto befindet sich die Piazza Garibaldi. Unmittelbar gelegen am Ufer des Arnos. Hier kann man über die Ponte di Mezzo in den Stadtteil südlich des Arnos gelangen. Von der Brücke schaut man auf die herrlichen Paläste auf beiden Uferseiten des Arnos. Ganz bezaubernd ist auch die Außenfront der kleinen Kirche Santa Maria della Spina auf der südlichen Seite des Arnos. Unmittelbar gelegen an der Ponte Solferino.

Die vorgenannten Sehenswürdigkeiten haben uns ganz gut gefallen. Wir empfehlen diese auf jeden Fall in Pisa noch mit anzusehen. Denn damit hat man u.E. schon die Hauptsehenswürdigkeiten neben dem Platz der Wunder kennengelernt. Zudem bekommt man einen guten Einblick in und auch Überblick über die Stadt. Für uns war das -gemessen an unseren Interessen- vollkommen ausreichend. Das nähere Gebiet südlich des Arnos hat uns dagegen nicht so gut gefallen.

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