Lucca, erlebnisreiche und sehenswerte Stadt am Fuße des Serchio

Luccas Stadtmauer, Flaniermeile der Touristen

Egal von welcher Seite man nach Lucca anreist, die imposante Stadtmauer fällt einem sofort ins Auge. Die Stadtmauer wurde von 1544 bis 1645 erbaut. Das dafür notwendige Geld stammt aus dem Seidenhandel. Durch diesen wurde Lucca reich. Beim Bau der Mauer wurde daher nicht gekleckert, sondern im wahrsten Sinne des Wortes geklotzt.

Die Mauer wurde elliptisch angelegt. Sie ist 4,2 km lang, an der Basis bis zu 12 m breit und 12 m hoch. Dazu kommen noch elf herzförmige Bastionen, die in die Ebene hineinragen. Nicht zu vergessen die vier festungsartigen Tore, durch die man die Altstadt gelangt. Kein Wunder also, dass für dieses gigantische Bauwerk angeblich 6 Millionen Ziegelsteine verbaut wurden.

So viel Aufwand, um dann letzten Endes doch nie belagert worden zu sein. Aber besser so als andersherum.

Der Mauerkamm oben ist wirklich schön breit. Hier könnten sogar Autos fahren. Er wird von alten Platanen beschattet. Von den Einwohnern Luccas wird diese Strecke daher als Fahrrad- und Joggingweg geliebt. Und auch als Tourist lässt man sich den Spaziergang auf der Stadtmauer nicht entgehen. Hat man doch von dort die schönen Ausblicke auf die Stadt. Für die gesamte Umrundung der Stadtmauer sollten ungefähr 1,5 – 2 Std. eingeplant werden. Wir selbst sind nur ein Teilstück des Weges gegangen. Wir hatten unsere Kräfte an diesem wirklich sehr heißen Tag bereits bei der Erkundung der Altstadt nahezu aufgebraucht. Aber auch so haben wir einen sehr guten Eindruck von diesem sehr beeindruckenden Bollwerk bekommen.

Torre Guinigi – der beste Ausblick auf Luccas Altstadt

Den besten und schönsten Ausblick auf Luccas Altstadt bietet sich vom Torre Guinigi. 230 Stufen führen nach oben zur Dachterrasse des Turmhauses des gleichnamigen Palastes.

Die Besteigung ist allerdings nur für absolut Schwindelfreie und Personen ohne Höhenangst zu empfehlen. Mein lieber Mann hat bereits nach der Hälfte der Strecke aufgegeben. Er hat sich einfach geweigert weiterzugehen. Und dass nur, weil die 2te Hälfte der Strecke im offenen Turm auf einer schmalen gitterartigen Eisentreppe mit Blick in die offene Tiefe des Turms zurückzulegen war. Wo gibt es denn so etwas? Ich bin zwar auch nicht höhensicher, aber es war im Großen und Ganzen doch gut machbar. So bin ich dann halt alleine weiter nach oben.

Ich muss sagen, es hat sich mehr als gelohnt. Robert hat wirklich etwas versäumt. Aber was nicht geht, geht halt nicht. Der Ausblick auf die Altstadt ist einfach sensationell. Man sieht den Dom in seiner vollen Pracht, die typisch toskanischen Dächer, schöne Dachgärten, diverse Kirchtürme, das Gewirr der Altstadtgassen und noch vieles mehr. Ich hätte an diesem Platz stundenlang verweilen können. Leider ist der Platz zum Stehen oben auf der Terrasse sehr begrenzt. Teilt man sich diesen doch mit ein paar Steineichen, die hier oben auf dem Dach wachsen. Sie sind das Wahrzeichen des Turms. Man sieht sie schon von unten aus dem Turm herausragen. Und nicht zu vergessen die anderen zahlreichen Touristen, die ebenfalls die tolle Panoramasicht genießen wollen.

Für mich ist die Besteigung des Torre Guinigi ein absolutes Muss. Er darf bei keinem Besuch von Lucca fehlen. Er gehört für mich mit zu den Highlights von Lucca.

Luccas Altstadt – ein Labyrinth aus Gassen und Plätzen

Die Altstadt von Lucca war so ganz nach unserem Geschmack. Viele typisch italienische Gassen mit Geschäften, geschäftige Plätze mit Cafes und Restaurants, schön restaurierte Häuser und Kirchen mit kunstvollen Fassaden und/oder Mosaiken (z.B. San Michele in Forno oder San Frediano). Nicht zu vergessen, der außen sehr aufwendig gestaltete Dom. Wir haben ja bekanntermaßen kein großes Faible für Kirchen und sakrale Kunst. Unser Interesse hält sich diesbezüglich in Grenzen. Deshalb haben wir uns bei der Besichtigung auf das äußere des Doms beschränkt. Auf die Besichtigung von innen haben wir verzichtet. Für Interessierte gibt es in Lucca auch noch Museen und Palazzos zu erkunden.

Die Altstadt lässt sich problemlos so kennenlernen, wie wir es am liebsten machen. Einfach durchschlendern und dabei scheinbar plan- und ziellos die Stadt erkunden. Wir kommen dabei im Regelfall immer an allem für uns sehenswerten vorbei. Das hat auch in Lucca wieder bestens funktioniert.

Besonders gut gefallen hat uns die Piazza del Mercato. Der Platz bildet ein perfektes Oval. Dies liegt daran, dass er über dem römischen Amphitheater gebaut wurde. Die mittelalterlichen Häuser wurden dabei auf den Grundmauern der Zuschauertribünen gebaut. Und zwar unter Erhalt der ursprünglichen Struktur mit 56 Bögen. Hinein auf den Platz geht es durch vier größere Eingänge. Heute beherbergt er in erster Linie Restaurants und Cafes, die um die Gunst der Touristen buhlen.

Freunde des Shoppings kommen in der Einkaufszeile der Via Fillungo voll auf ihre Kosten. Zum Einkaufen sollte man sich allerdings nicht den Montag aussuchen. Wir haben dies leider nicht beherzigt. Wir mussten feststellen, dass die Öffnungszeiten ein für den Laien nicht zu durchschauendes Kuddel-Muddel sind. Einige Läden haben nur vormittags geöffnet, andere nur nachmittags, einige durchgehend und andere mit der gängigen Mittagspause. Robert war m.E. darüber gar nicht so traurig. Beschränkte sich doch dadurch mein Schauen und Stöbern in den Läden auf ein Minimum. Ein Schelm, der Böses dabei denkt ….

Lucca hat uns wahnsinnig gut gefallen. Das italienische Flair der Stadt hat es uns mehr als angetan. Wir kommen ganz sicher wieder nach Lucca.

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