Fahrt durch die Garfagnana und die Apuanischen Alpen

Der weiße Carrara-Marmor der Apuanischen Alpen

Bei der Autobahnausfahrt nach Carrara reibe ich mir verwundert die Augen. Schneebedeckte Berggipfel? In der Toskana? Um diese Jahreszeit? Das kann nicht sein! Beim Näherkommen erkennen wir die perfekte Täuschung. Was so schön weiß wie Schnee in der Sonne glitzert, sind die in den Berg getriebenen Marmorbrüche. Die Panoramasicht auf die glitzernden Berge ist unglaublich, die Illusion perfekt!

Seit mehr als 2000 Jahren wird in den Apuanischen Alpen das „weiße Gold der Toskana“ abgebaut. Man sieht es den Bergen leider an. Es wird auch noch so munter weitergehen. Auch wenn niemand weiß, wie groß die Vorkommen eigentlich sind. Die Größe der Fläche wird auf 50×15 km geschätzt. Unklar ist jedoch wie tief die Vorkommen sind. Der Marmor ist jedoch die Hauptwirtschaftskraft in dieser Gegend. Er ist aufgrund seiner Qualität in der ganzen Welt begehrt. Kein Wunder, dass sich hier alles um ihn dreht.

Fahrt durch das Marmorabbaugebiet der Alpi Apuane

Unsere erste Erkundungsfahrt führte uns von Carrara direkt durch das Abbaugebiet nach Colonnata. Auf der teilweise schmalen und kurvigen Fahrt hat man beeindruckende Ausblicke auf die Marmorbrüche. Der Anblick kommt einem ganz unwirklich vor.

Die Wege -insbesondere rund um Carrara- sind gesäumt von der marmorverarbeitenden Industrie. Und nicht zu vergessen, die vielen Verkaufsstellen mit allen möglichen Arten von Souvenirs aus Marmor. Wer möchte, kann auch an einer Jeep-Tour in einem der Marmorbrüche teilnehmen. Wir mussten auf dieses Vergnügen allerdings verzichten. Die nächste und letzte Tour des Tages war leider bereits ausgebucht.

Die zweite Tour am nächsten Tag führte uns von Massa über Seravezza und Arni nach Castelnuovo de Garfagnana. Stellenweise war die Straße so schmal, daß ich zur Belustigung meines Mannes instinktiv die Augen zugemacht habe. Als wenn dies an der Straßensituation bzw. der Breite der Straße was verbessern könnte. Meine Stoßgebete Richtung Himmel uns keinen Gegenverkehr zu bescheren wurden glücklicherweise erhört. Auch hier hat sich die Strecke kurvenreich nach oben geschraubt. Sie war aber dafür auch sehr lohnenswert. Die Ausblicke auf die Apuanischen Berge mit ihren Marmorbrüchen war für uns sehr faszinierend und auch beeindruckend.

Tour durch die Garfagnana und ihre Dörfer

Die Garfagnana liegt sozusagen auf der Rückseite der Alpi Apuane. Sie zeichnet sich durch ihren Waldreichtum aus. Insbesondere durch ihre üppigen Eßkastanienwälder. So verwunderte es uns dann auch nicht, dass üppiges Grün rechts und links die Straße säumte. Die Orte der Garfagna sind alle wirklich winzig und sehr überschaubar. Es gibt nur wenige Städte.

Castelnuovo di Garfagnana ist der historische Hauptort der Garfagnana. Obwohl auch sehr klein, verfügt er dennoch über eine trutzige Rocca die mit Rundbastionen verstärkt ist. Während unseres Besuches schien der Ort im Dornröschenschlaf zu liegen. Es war nichts aber auch rein gar nichts los. Ich denke, man versäumt nichts, wenn man durch den Ort lediglich durchfährt ohne auszusteigen. Von Castelnuovo ging es dann über Barga weiter bis nach Lucca.

Barga ist sogar noch kleiner als Castelnuovo. Die Altstadt zieht sich an einer Anhöhe bzw. Hügel hoch. Bis wir oben auf der Terrasse des Doms angekommen sind, mussten wir ein paar Höhenmeter zurückzulegen. Dafür wurden wir dann von oben mit einem schönen Blick auf die Ortschaft und auf die Wälder der Garfagnana belohnt. Neben dem Dom gibt es keine weiteren Sehenswürdigkeiten in Barga. Obwohl die kleine Altstadt der Ortschaft ganz nett zu erkunden war, müssen wir das nicht noch einmal wiederholen. Ein Kurzbesuch reicht voll und ganz aus. Um ehrlich zu sein, hätten wir darauf auch verzichten können.

Kurz vor Lucca wartete dann die Teufelsbrücke auf uns. Sozusagen das Highlight des Tages. Die Brücke heißt eigentlich Ponte della Maddalena. Sie wird im Volksmund Teufelsbrücke genannt, da der Teufel sie angeblich in einer einzigen Nacht erbaut haben soll. Mit ihren Füßen steht sie im Fluss Sérchio. Das Besondere an dieser Brücke ist ihr Mittelteil. Dieses streckt sich besonders steil in die Höhe. Gleich einem Katzenbuckel. So etwas haben wir noch nie gesehen. Und wir haben bisher schon einiges sehen und erleben dürfen. Besonders an der Ostseite muss man sich schon ein klein wenig anstrengen um den steilen Anstieg zu „bezwingen“. Sehr amüsant war es auf jeden Fall einige Italienerinnen dabei zu beobachten, wie sich nur am Arm bzw. Hand ihrer männlichen Begleitung sicher genug für den „Abstieg“ fühlten.

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2 Responses to Fahrt durch die Garfagnana und die Apuanischen Alpen

  1. Dankeschön für den sehr informativen Reisebericht über Portugal. Wir sind beim Planen und freuen uns immer über persönliche Erfahrungsberichte. Unsere Reise ist von April bis ca. Mitte Juni 2019 geplant. Wir wünschen Ihnen noch viele erlebnisreiche Reisen!
    Familie Rosenfeld

    • Robert Wanninger sagt:

      Liebe Familie Rosenfeld, vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie werden sich in Portugal bestimmt sehr wohlfühlen. Viel Spass bei Ihrer Reise! Robert Wanninger und Martina Ernst

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