Besichtigung von Portmeiron – Alternativprogramm zum Mount Snowdon

2 naive Ahnungslose beim Versuch der Besteigung des Mount Snowdons

Der Wetterbericht hatte mit seiner Prognose tatsächlich recht. In der Früh regnete es nicht. Und es war sogar etwas Sonnenschein für den nachmittag angesagt. Voller Vorfreude machten wir uns also zeitig zum Mount Snowdon auf. Optimistisch wie wir waren lösten wir gleich ein Parkticket für den ganzen Tag. Die erste Ernüchterung folgte dann leider schon kurz drauf. Alle Zugtickets rauf auf den Mount Snowdon waren um 10:00 Uhr bereits ausverkauft. Erst für die Fahrt um 17:30 Uhr wäre noch ein Ticket zu haben gewesen. So ein Klugschwätzer hinter mir an der Kasse informierte mich dann auch noch, dass er bereits vor 2 Tagen die Tickets bestellt hat. Diese Info half uns allerdings in diesem Moment nicht weiter. Ich bestelle doch nicht Tage vorher für teures Geld Zugtickets und dann passt das Wetter nicht. Und wir sehen dann vielleicht gar nichts von der Aussicht . Kein Problem dachten wir uns, dann wandern wir eben auf den Mount Snowdon. Die nette Betreiberin vom Campingplatz hat uns eine schöne und gut zu laufende Strecke empfohlen, bei der sich die Höhenmeter einigermaßen in Grenzen halten und gut bewältigen lassen. Diese geht weiter oben am Pass von LLanberies los. Frohgemut haben wir uns dann also auf den Weg gemacht. Nur, um dann den nächsten Dämpfer zu bekommen. Es gab nirgends, aber auch wirklich absolut nirgends mehr einen Parkplatz. Und schon gar nicht für ein Wohnmobil. Wir waren leider nicht die einzigen, die auf schönes Wetter warteten und daher aufmerksam den Wetterbericht studiert haben. So ein Mist aber auch! Unsere Gesichtszüge sind uns in Anbetracht dieser Situation vor Enttäuschung erst einmal ganz schön entglitten. Selber schuld, hätten wir uns nur einmal umfassender vorher informiert.

Die Moral von der Geschichte ist: um Erfolg zu haben muss man entweder volles Wetter-Risiko eingehen und bereits Tage vorher die Bahn reservieren. Oder aber zum absoluten Frühaufsteher mutieren und bereits zu nachtschlafender Zeit am Parkplatz sein. Auf unserer Route gibt es Gott sei Dank noch einmal die Möglichkeit eines weiteren Versuches. Mal sehen, ob dieser dann von Erfolg gekrönt ist. Wir wissen ja nun, wie der Hase läuft. Langes Trübsal blasen war noch nie unsere Sache. Nachdem auch noch am nächsten Tag schönes Wetter vorausgesagt wurde haben wir uns dann einfach zur Küste aufgemacht. Denn wo lässt sich schönes Wetter besser genießen als am Strand und am Meer. Also ab zur Halbinsel LLyn war dann unser Credo.

Portmeiron, die italienische Stadt im Nord-Westen von Wales

Nach einer wirklich sehr schönen und panoramareichen Strecke durch die Berge zur Halbinsel Llan sind wir automatisch an Portmeiron vorbeigekommen. Diese liegt unweit der Stadt Porthmadog an einem schmalen Meeresarm der Tremadog Bay fast unmittelbar an der Halbinsel Llyn. Bei dieser Stadt handelt es sich nicht um eine echte über lange Zeit entstandene Stadt, sondern um eine künstlich angelegte. Dies schmälert ihren Reiz jedoch nicht, ganz im Gegenteil. Der Architekt Sir Clough Williams-Ellis hat von 1925-1927 diese winzig kleine künstliche Stadt im italienisch angelehnten Design erbaut. Der Kontrast zu den typisch walisischen Dörfern und kleinen Städten könnte nicht größer sein. Bei der Betrachtung des wunderschön angelegten inneren Gartens wähnt man sich tatsächlich an der italienischen Riveria. Die Illusion ist perfekt gelungen. Das schönste an Portmeiron ist für mich allerdings die Lage an der Tremadog Bay. Besonders wenn Ebbe herrscht ist der Ausblick einzigartig. Man meint, vor Portmeiron liegt ein riesiger goldfarbig funkelnder Strand. Sand, soweit das Auge reicht. Malerischer und idyllischer kein m.E. ein Ausblick schon fast gar nicht mehr sein. Zur Ortschaft gehört auch noch ein sehr großes Waldstück, das auf verschlungenen Pfaden erkundet werden kann. Die Besichtigung dieser winzigen Ortschaft ist eine schöne und kurzweilige Abwechslung. Mit dem Besuch trägt man zudem auch zum Erhalt der Gebäude und der Einrichtungen bei. Das Eintrittsgeld geht nämlich an den Eigentümer, eine gemeinnützige Foundation. Diese hat den für mich unaussprechlichen Namen „Ymddiriedolaeth Clough Williams Foundation“.

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