Unerwünschter blinder Passagier an Board unseres Kastenwagens

Kleiner Vogel mit Koordinationsschwierigkeiten

Ich stehe morgens im Kastenwagen vor dem Waschbecken des Küchenblocks. Die Schiebetür sperrangelweit offen. Ich träume ein wenig vor mich hin und denke an nichts Böses. Auf einmal sehe ich aus den Augenwinkeln ein kleines braunes etwas an meinem Kopf vorbei- und in unser Auto hineinzischen. In der ersten Sekunde war ich nur perplex. Dann kam die Botschaft blitzschnell in meinem Gehirn an. Ein Vogel, vermutlich ein jüngerer Spatz, ist in unseren Kastenwagen hineingeflogen. Und leider nicht mehr herausgeflogen. So ein verdammter Mist. Mein Adrenalinpegel schoss in ungeahnte Höhen.

Spatz-Rettungsaktion die I.

Da saß der kleine Spatz nun auf der Fußmatte zwischen Fahrer- und Beifahrersitz. Kaum näherte ich mich ein wenig, fing er auch schon nervös zu flattern an. Obwohl, ich war viel nervöser als er. Verzweiflung machte sich kurz breit. Dann kam auch schon die zündende Idee. Vorsichtig öffnete ich Fahrer- und Beifahrertür. Und tatsächlich, vom Spatz war kurz darauf nichts mehr zu hören und sehen. Man, was war ich froh, dass sich dieses Problem so schnell gelöst hat.

Spatz-Rettungsaktion die II.

Froh und erleichtert über die gut ausgegangene Spatz-Rettungsaktion ging es erst einmal an den Strand zu einem längeren Spaziergang. Bei der Rückkehr war das Erlebnis mit dem beinahe blinden Passagier schon wieder vergessen.

Wohlgemut machten wir uns mit dem Kastenwagen auf um das nächste Ziel anzusteuern. Nach knapp 4 km schrie mein Mann jedoch auf und versuchte während der vollen Fahrt sein Bein in Sicherheit zu bringen. Unser blinder Passagier hatte sich am Morgen nicht über die geöffneten Türen in Sicherheit gebracht. Er hatte es leider vorgezogen es sich im Fußraum oder im Ablagefach auf der Fahrerseite gemütlich zu machen. Scheinbar wurde der Vogel nun durch Roberts Bewegungen aufgeschreckt. Nun flatterte das arme Tier unglücklicherweise zum Fenster an der Sitzecke hinter dem Fahrersitz.

Panik und Verzweiflung machten sich bei uns breit. Wir kriegen wir den Vogel aus dem Auto ohne ihn zu verletzten. Das war die große Frage. Gott sei Dank fuhr kein Auto hinter uns, sodass wir gleich mitten auf der Straße auf offener Strecke anhalten konnten. Mein Versuch, das betreffende Fenster vorsichtig zu öffnen schlug fehl. Der Spatz flog daraufhin über unsere Köpfe hinweg zum Beifahrerfenster. Vorsichtig ließen wir daraufhin das Beifahrerfenster hinunter. Immer in der Angst, wir könnten den kleinen Kerl einklemmen. Irgendwie saß der Spatz in der Vertiefung zwischen Fenster und Verdunkelung fest. Er schaffte es jedenfalls nicht, nach oben durch das geöffnete Fenster wegzufliegen.

Die Aufregung und Anspannung bei uns wuchs von Sekunde zu Sekunde. Anfassen wollten wir den kleinen Kerl nur im absoluten Ausnahmefall. Scheinbar übertrug sich unsere Aufregung auf ihn. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist es ihm dann von selbst gelungen, sich aus seiner misslichen Situation zu befreien. Was waren wir froh, als er scheinbar unverletzt aus dem geöffneten Seitenfenster davongeflogen ist.

Bei uns hat es allerdings noch ein wenig gedauert, bis unser Adrenalinspiegel sich wieder auf ein normales Maß eingependelt hat. Was war das für eine Aufregung. Mehr Erlebnisse dieser Art brauchen wir wahrlich nicht.

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