Canterbury – das Enten-Rennen der anderen Art und der Besuch des „Evensong“ in der Kathedrale

Canterbury. Blick auf die Kathedrale.

Die Stadt Canterbury ist ein Muss für jeden Reisenden durch Kent. Dies nicht nur wegen der Kathedrale, die zum UNESCO-Welterbe zählt, sondern auch wegen der schönen und beschaulichen Altstadt mit mittelalterlichem Flair. In der Altstadt ist alles wunderbar gebündelt und gut überschaubar- von den mittelalterlichen Gebäuden, Parkanlagen, Fußgängerzone mit unzähligen Geschäften, gewundene Straßen, Stadttore, Stadtmauer, dem Fluss Great Stour mit seinen Spazierwegen … und … und. Es ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Wir haben uns einfach ziellos durch die Gassen treiben lassen und dabei die Stadt auf unsere eigene Art erkundigt. Es war auf jeden Fall sehr kurzweilig und die Zeit ist nur so verflogen. Auch wenn man nicht vorhat in ein Museum zu gehen, sollte für Canterbury schon 1 ganzer Tag eingeplant werden.

Und nun noch ein ganz besonderer Tipp in Bezug auf den Besuch der Kathedrale. Dem normalen Besucher wird ein Eintrittspreis von satten 10,50 € abgeknöpft. Wenn man dann nicht so der Kirchenfreak ist, überlegt man sich dann schon, ob ein Besuch unbedingt notwendig ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit an der Abendandacht mit Chorgesang (Evensong) in der Kathedrale teilzunehmen.

Messe in der Kathedrale von Canterbury.

Man erscheint 10 – 15 Minuten vor Beginn an der Kasse und sagt man möchte am Service teilnehmen. Tatsächlich, ohne weiteres kommt man umsonst auf das Gelände der Kathedrale. Für die Teilnahme an der Messe gibt es einen eigenen Eingang in die Kathedrale, aber kontrolliert wurde nirgends. Der „Evensong“ ist ein wirklich einmaliges Erlebnis, das wir nur wärmstens empfehlen können. Auch wenn man nicht besonders gläubig ist und mit der Kirche generell nichts am Hut hat, so sitzt man doch andächtig  im hochherrschaftlichen Chorgestühl mit Blick auf die wunderbare Architektur des Chors bzw. Altarbereiches und lauscht andächtig den reinen und klaren Knabenstimmen. Die jungen Chorsänger sind allesamt Schüler der angrenzenden Privatschule King’s Schoool. Stimmlich unterstützt bzw. begleitet werden sie von altgedienten Sängern. Es waren insgesammt 16 Knaben und 12 ältere Sänger und ich muss zugeben, dass mir beim Chorgesang stellenweise der eine oder andere Schauer über den Rücken gelaufen ist. Die Messe kam ganz ohne Predigt aus und war nach knapp 45 Minuten zu Ende. Im Anschluss daran haben wir uns noch den Rest der Kathedrale angesehen. Ach ja, der Evensong findet am Samstag um 15.15 Uhr, am Sonntag um 15:30 Uhr und unter der Woche um 17:30 Uhr statt.

Bei den Engländern wird Wohltätigkeit großgeschrieben und es scheint schon fast eine patriotische Pflicht zu sein, sich für wohltätige Zwecke zu engagieren und Freiwilligenarbeit zu leisten.

Tausende Enten treiben jedes Jahr um die Wette beim Duck-Race des Rotary Clubs.

Sei es in einem der unzähligen Läden (z.B. für Kinder mit Mehrfachbehinderung, Brustkrebs, Krebsforschung, Rotes Kreuz etc. – um nur einige zu nennen) oder durch die Veranstaltung von speziellen Events um auf diesen Spenden zu sammeln. Heute haben die Rotarier von Canterbury das jährlich stattfindende „Duck-Race“ veranstaltet. Dabei werden im Fluss Great Stour oberhalb des Westgate Gardens tausende Plastik-Badeenten in den Fluss gekippt. Jeder kann für 1 Pfund pro Ente auf eine Ente setzen, die seiner Meinung nach als erstes flussabwärts ins Ziel einlaufen wird. Es war wirklich ein ungewöhnliches Erlebnis diese Unmengen von gelben Plastikenten in diesem Fluss oder wohl eher Bachlauf treiben zu sehen. Eine Vielzahl von den Rotariern war als Streckenposten unterwegs – gut zu erkennen an Ihren neongelben Überziehern – und immer dankbar für ein Schwätzchen. Es wurde sogar ein Rettungsring mitgeführt, für den Fall, dass einer der Zuschauer ins Wasser fällt. Und Zuschauer gab es doch tatsächlich eine ganze Menge. Ein wirklich einfallsreiches und witziges Event, bei dem nicht nur Robert und ich eine ganze Menge Spaß hatten.

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