Von Calais nach Dover

In 90 Minuten Fahrzeit geht es mit der Fähre von Calais nach Dover. Mehrere Gesellschaften fahren mehrmals am Tag und es geht zu wie auf einem Rummelplatz. Aber bekanntlich belebt ja Konkurrenz das Geschäft und so sind wir für gerade einmal 55 € mit unserem über 6m großen Kastenwagen über den Kanal geschippert. Am Fährhafen ist dank moderner Technik alles perfekt durchorganisiert – mich würde interessieren, welches Chaos wohl ausbricht, wenn die Technik mal ausfällt.

Die Kreidefelsen von Dover….im Vordergrund eine (eingebildete) Seekranke Martina 🙂

Die See war Gott sei Dank einigermaßen ruhig und das trotz des schlechten Wetters. Dank meines „Wundermittels“ Reisegold habe ich die Überfahrt so gut wie verschlafen. Und was wäre für ein Schläfchen nicht besser geeignet als eine Tischplatte. Dank meines mitfühlenden und ständig um mich besorgten Gatten, wurde dieser Moment auch zugleich im Bild festgehalten. Na warte mein Lieber, meine Rache wird furchtbar sein …..!!!!!!

Calais selbst hat uns nicht besonders gefallen und die Stadt hat neben den Fährterminals m.E. auch nichts zu bieten. Leider hat Calais ein besonderes Problem, von dem wir „kalt“ erwischt wurden. Bereits auf der Zubringerstraße sind uns unzählige Personen aufgefallen, die ständig die Straßenseiten gewechselt haben und zwischen den bereits zur Verschiffung anstehenden LKW’s herumgelungert haben. Ganz schlimm wurde es, als die Straße parallel zur Bahnstrecke verlief. Hier saßen ganze Horden an und auf den Gleisen. Und auch in der Stadt auf diversen Brachflächen haben wir sie gesichtet – zumeist Farbige ohne Gepäck; nur mit den Kleidern am Leib. Wir haben dann herausgefunden, dass es sich um Illegale handelt, die versuchen nach Grossbritannien zu kommen. Die Polizei scheint zur Abschreckung nicht gerade zimperlich mit diesen Leuten umzugehen. Und auch was sonst in diversen Internet-Artikeln an Informationen zu finden war, lässt einen wirklich an der Welt zweifeln. Es macht doch einen gewaltigen Unterschied, wenn man auf einmal selbst damit konfrontiert wird, auch wenn es nur im Vorbeifahren ist. Es wird Zeit, dass die Politiker in Europa gemeinsam eine nachhaltige Lösung für dieses Problem finden.

Kaum in Dover angekommen hatte ich dann auch gleich ein super positives Erlebnis, wie es einem wahrscheinlich nur in England passieren kann. Um uns mit Bargeld, Internet und weiteren Informationen zu versorgen, sind wir als erstes ins Zentrum nach Dover. Haben dann auch gleich einen Parkplatz gefunden, der aber leider nur Münzen angenommen hat. Wir hatten alles, nur keine Münzen. Daraufhin habe ich einen englischen Arbeiter angesprochen, ob er mir einen Schein wechseln kann. Konnte er nicht, aber er hat mir einfach so 1 Pfund fürs Parken geschenkt. Da war ich dann erst einmal sprachlos.

St. Margrate’s Cliffe. Blick auf die weissen Kreidefelsen.

Noch ein kleiner Tipp am Rande. Wer in Dover schon alle Sehenswürdigkeiten abgegrast hat und noch Zeit übrig hat, der sollte zum Patrol Monument bei St. Margret’s Cliffe fahren. Von hier führen wunderschöne Fußwege entlang der Kalksteinklippen nach Dover und auf der anderen Seite nach Sandwich. Noch dazu gibt es hier einen Parkplatz mit Blick aufs Meer, an dem das Stehen über Nacht nicht verboten ist. Unser erster freier Übernachtungsplatz ist wirklich sehr idyllisch.

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