Cres & Lošinj – Insel-Hopping (Teil 1) in der Kvarner Bucht

„Gefangen“ auf der Insel Cres

Bei schönstem Wetter und Sonnenschein fuhren wir gutgelaunt mit der Fähre von Bresotva an Istriens Ostküste nach Porozina im Norden von Cres. Die Überfahrt dauerte eine gute halbe Stunde. Cres selbst ist eine langgezogene Insel. Sie besteht aus einem breiten, hoch aufragenden Inselrücken und einem Karstplateau mit altem Weideland. Durch die Mitte zieht sich durchgängig die Hauptstraße von Norden bis nach Süden. Für die gesamte Strecke braucht man ca. 2 Stunden. Nachdem freies Campen in Kroatien leider untersagt ist, haben wir uns für einen Campingplatz in Martinšćica entschieden. Dieser liegt zum einen in etwa in der Inselmitte. Zum anderen haben wir uns dort mit Bekannten getroffen, die zur gleichen Zeit hier ihren Urlaub verbringen. Unser Erkundungsdrang wurde jedoch komplett durch das Wetter ausgebremst. Für uns leider nichts Neues …! Wie soll es auch bei unseren diesjährigen Reisen anders sein, es regnete 2 ½ Tage am Stück ohne Unterlass. Jeder am Platz erzählte uns, dass er das noch nie in Kroatien erlebt habe. Nun glaube ich es aber fast schon selbst, dass es ausschließlich an uns liegt. Wir scheinen den Regen nur so anzuziehen. So haben wir es uns zwangsweise 2 ½ Tage im Kastenwagen gemütlich gemacht. War auch einmal ganz nett. Allerdings nicht so nett, dass es einer schnellen Wiederholung bedürfe. Aber wie heißt es doch so schön, selten einen Schaden ohne einen Nutzen. Aufgrund des schlechten Wetters gab es nämlich einige vorzeitige Abreisen, so dass wir am 2ten Tag einen Stellplatz direkt am Strand bzw. Meer ergattern konnten. So war die Warterei nicht ganz so trostlos und langweilig. Zumindest was den Ausblick angeht.

Besichtigung der Insel Cres im Schnelldurchlauf

Cres ist von den Sehenswürdigkeiten her sehr übersichtlich. In erster Linie Natur, Natur und nochmals Natur. Die hat es allerdings aus unserer Sicht in sich. Das karstige hat uns doch sehr fasziniert bzw. ausnehmend gut gefallen. Hoch aufragende karstige Bergkämme üben doch immer wieder eine gewisse Faszination auf uns aus. Es lässt sich hier auch vortrefflich wandern. Vorausgesetzt es hat trockenes Wetter …. Daneben gibt es noch den einen oder anderen netten Küstenort. Zum Teil sind sie so winzig, dass sie im Nu erkundet sind. Der kleine Fischerhafen Valun ist einer davon. Die Straße nach Valun hält traumhafte Panorama-Ausblicke bereit. Sie windet sich in steilen Serpentinen nach unten bis in den Ort. Dieser ist für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Ort selbst ist ganz reizend. Und auch aufgrund seiner hervorragenden Meeresfrüchte, die in den Restaurants serviert werden, bei Touristen sehr beliebt. Das nicht weit von Valun entfernt liegende Örtchen Lubenice konnten wir leider nicht anschauen. Die Zufahrtsstraße ist nämlich nicht erlaubt für Busse und Wohnmobile. Wir haben uns nicht getraut, uns über das Verbot hinwegzusetzen. In der Vergangenheit haben wir schon die eine oder andere brenzlige Wege-Situation glimpflich hinter uns gebracht. Da wollten wir unser Glück nicht noch unnötig herausfordern.

Bekannt ist Cres auch noch für seine Gänsegeier-Population hoch oben im Norden beim Fähranleger der Insel. Wir haben aber leider keinen zu Gesicht bekommen.

Durchgeräuchert beim Spanferkelessen in Belej

Schon in Istrien sind uns die gar nicht so kleinen Grillstationen aufgefallen. Die Restaurants bauen diese direkt am Straßenrand auf. Selbst wenn man möchte, man kann sie einfach nicht übersehen. In der Regel werden hier Spanferkel gegrillt. Vereinzelt auch Lamm. Das krustige Spanferkel sieht wirklich unwiderstehlich gut aus. Auch auf Cres gibt es diese Grillstationen. Auf unserer Fahrt in den Süden auf die Insel Lošinj hat es uns dann voll erwischt. Wir konnten uns der Verlockung zur Mittagszeit einfach nicht mehr entziehen. In der Ortschaft Belej war es dann so weit. Robert und ich stürmten mit knurrendem Magen erwartungsvoll das Bistro Leut. Und was sollen wir sagen, das Spanferkel war das Beste, was wir bisher in unserem Leben gegessen haben. Sehr zartes und saftiges Fleisch mit einer traumhaften noch gut zu beißenden Kruste. Einfach phänomenal gut. Wir wurden keinesfalls in unseren Erwartungen enttäuscht. Leider waren wir so mit dem Essen und Genießen beschäftigt, dass wir im ersten Moment gar nicht mitbekommen haben, welche Ungemach unserer harrte. Der Grill wurde nämlich mit Ästen befeuert, die sehr viel Rauch produzierten. Der Wind blies den Rauch dann beständig in einer Richtung in den Gastgarten. Leider saßen wir genau in der Rauchrichtung. Wir wurden sozusagen während des Essens gratis mitgeräuchert. Ich kann gar nicht sagen, wie wir anschließend nach Rauch gestunken haben. Dieser hatte sich unglücklicherweise nicht nur in der Kleidung festgesetzt, sondern auch auf der Haut und in den Haaren. Die Moral von der Geschichte ist, in solchen Lokalen immer erst prüfen aus bzw. in welcher Richtung der Wind weht und sich dann erst zu setzen. Aber wir sind ja noch lernfähig!

Ab geht es auf die Insel Lošinj ganz im Süden

Bei Osor geht es mittels einer Brücke über einen kleinen Kanal auf die Insel Lošinj. Eigentlich muss man Cres und Lošinj als eine Insel sehen. Der trennende Kanal von Osor ist ein künstlicher nur knapp 100 m langer und sehr schmaler Durchstich aus der Römerzeit. In Osor selbst ist die Zeit stehen geblieben. Hier ist absolut tote Hose oder wie man so schön sagt, hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Kaum vorzustellen, dass Osor einst der Hauptort der Doppelinsel war. Nicht zu vergessen auch wichtige Seefahrerstadt und Bischofssitz. Es ist davon absolut nichts mehr übriggeblieben. Mit den Jahrhunderten ist die alte Inselhauptstadt auf einen kleinen Kern von Steinhäusern um die ehemalige Kathedrale geschrumpft. Die Gassen sind menschenleer. Nur vereinzelt verirren sich Touristen wie wir in ihnen. Neben einem kleinen Supermarkt gibt es eine Bar und ein paar Restaurants für knurrende Touristenmägen. Das war es dann aber auch schon.

Hafen- und Promenadenflair in Mali Lošinj

Mali Lošinj auf dem Inselteil Lošinj ist das genaue Gegenteil von Osor. Groß, trubelig und versehen mit einer effizienten touristischen Infrastruktur. Nicht umsonst ist sie mit 8000 Einwohnern der größte Ort auf den Inseln der Kvarner. Treffpunkt für alle ist die Promenade am Innenhafen. Diese zieht sich entlang des hufeisenförmig angelegten Hafens bzw. Bucht. Um den Hafen herum ziehen sich die schmalen Häuser eng aneinandergeschmiegt den Hang hoch. Weiter oben im Häusergewirr zieht ein Kirchturm den Blick auf sich. Im Hafen liegen dutzende Segelboote und kleine Yachten vor Anker. Die Sonne taucht alles in ein besonderes Licht. Nicht zu vergessen die unzähligen Läden, Restaurants, Bistro und Bars die sich an der Promenade entlang ziehen. Das Schlendern auf der Promenade ist wirklich ein kurzweiliges Vergnügen. Die Ausblicke von dort auf den Hafen und die Stadt sind sehr malerisch. Die ganze Stadt strömt ihr eigenes Flair aus. Ein wirkliches Urlaubs-Highlight.

Östlich von Mali Lošinj führt zudem ein als Fuß- und Radweg ausgebauter Küstenweg nach Veli Lošinj. Dieser ist wirklich sehr schön und einfach zu gehen. Neben wunderschönen Ausblicken auf die Küste mit ihren Buchten eignet er sich zudem gut die im Fisch-Restaurant in Mali Lošinj zugelegten Pfunde schnell wieder loszuwerden.

Cres & Lošinj – eine Insel und doch so unterschiedlich

Obwohl eigentlich beide Inseln als eine anzusehen ist, unterscheiden sich beide klimatischtechnisch und damit auch in der Landschaft ganz deutlich voneinander. Lošinj ist die südlichere Insel. Sie ist milder, wärmer und auch trockener. Lošinj ist ganz und gar mediterran. Es überwiegen immergrüne Gewächse mit Stacheln, Dornen und Lederblättern. Es gibt Strandkiefern unter deren Schatten sich prima eine Rast einlegen lässt. Cres ist noch stark vom mitteleuropäischen Klima geprägt. Die Wälder bestehen vorwiegend aus Laubbäumen, die im Herbst ihr Laub abwerfen. Cres ist weniger idyllisch mit seinen überwucherten Weiden, den Steinmauern und seinem karstigen Weideland. Zum Erkunden sind beide Inseln jedoch gleichermaßen schön. Beide haben ihren eigenen Reiz.

Dieser Beitrag wurde unter 2017 Kroatian, Reisen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.