Das abwechslungsreiche französische Baskenland

Entlang an der Côte Basque

Fahrt auf der Corniche Basque 

Die Côte Basque, die baskische Küste, ist nur 30 km lang. Gleich hinter der spanischen Grenze bei Hendaye beginnt die kurze, aber dennoch berühmte Corniche Basque. Diese folgt der bizarren Felsenküste entlang bis nach Ciboure. Insgesamt ist sie vielleicht ca. 10 – 12 km lang. Auf die Corniche hatten wir uns schon sehr gefreut. Wir sind nämlich große Fans von eindrucksvollen Felsenküsten. Aber bedauerlicherweise war das Ganze für uns nicht so wirklich begeisternd. Von der Straße aus war das Meer leider kaum zu erblicken. Von der Steilküste ganz zu schweigen. Viele hochgewachsene Büsche verhinderten den Ausblick. Und die zwei bis drei freigesetzten Stellen ermöglichten nur eine eingeschränkte Sicht. Wirklich sehr schade! Ich vermute, dass man nur von der Wasserseite her eine wirklich gute Aussicht auf die Felsenküste hat. 

St-Jean-de-Luz, Touristen-Mekka an der Côte Basque

Unser nächstes Ziel war der pittoreske Ort St-Jean-de-Luz. Ein von Touristen stark frequentierter kleiner Ort. Die wenigen Womo-Parkplätze sind dort schnell vergeben. Wir haben daher in Ciboure geparkt. Es war bzw. ist noch außerhalb der Saison und es gab daher noch ausreichend Parkplätze an der Hauptstraße beim Strand. Von dort sind wir dann in nicht einmal 30 Minuten zu Fuß nach St-Jean-de-Luz. Immer entlang am Meer auf der Promenade. Ein sehr schöner und kurzweiliger Weg. 

Bei St-Jean-de-Luz ist uns dann als erstes der alte Hafen an der Mündung der Nivelle aufgefallen. Ein wirklich ansprechendes Fotomotiv. Wir konnten nur schwer glauben, dass der Ort neben dem Tourismus angeblich weiterhin vom Fischfang leben soll. Überall wimmelt es von Touristen. Von Fischerbooten dagegen weniger. Im kleinen Altstadtkern befinden sich in der langen Fußgängerzone viele kleine einladende Geschäfte. Diese haben sogar an 7 Tagen die Wochen geöffnet. Hier macht das Durchschlendern wirklich Spaß. Wer vom Shoppen Hunger bekommen hat oder nur eine kleine Verschnaufpause benötigt, für den stehen eine Vielzahl von Cafes und Restaurants zur Verfügung. Auch Badefreunde und Sonnenanbeter kommen am langen goldfarbenen Stadt-Sandstrand von St-Jean-de-Luz voll auf ihre Kosten. Uns haben besonders gut die vielen rot-weißen-Fachwerkhäuser an der Strandpromenade gefallen. Diese sind im typisch baskischen Stil erbaut. Ein sehr anziehender Baustil. Wir würden diesen jedoch mehr im Elsass oder in Gebirgsregionen vermuten. Aber ganz sicher nicht im Baskenland.

Unterwegs im baskischen Hinterland

Das baskische Hinterland – bergig, hügelig und sehr grün

Das baskische Hinterland hat uns sehr begeistert. Es ist geprägt von Bergen, sehr grünen Wiesen und Hügeln. Und mit phantastischen baskischen Fachwerkhäusern mit ganz viel Flair. Auf unserer Fahrt konnten wir es erneut mehrfach nicht glauben, dass wir im Baskenland unterwegs sind. Hätte jemand gesagt, dass wir z.B. im bayerischen Voralpenland unterwegs wären, wir hätten es sofort geglaubt.

Leider verlief unsere Fahrt durch das baskische Hinterland nicht ganz so wie geplant. Der Wettergott hat uns einen sauberen Strich durch unsere Planung gemacht. Es schüttete aus allen Kübeln und kurzfristige Besserung war nicht in Sicht. So ist unsere vorgesehene Wanderung durch die Gorges de Kakouetta, eine tiefe Schlucht mit steilen Felswänden, buchstäblich und im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Wirklich schade! Die Gorges de Kakouetta ist nämlich eines der Highlights des baskischen Hinterlandes. Und auch die nahegelegene Hängebrücke Crevasses de Holzarte war damit passe. Unverrichteter Dinge haben wir uns dann wieder Richtung Küste aufgemacht. Auf dem Rückweg haben wir dabei aber noch einen Halt bei den beiden Dörfern Espelette und Aïnhoa eingelegt.

Espelette, die Chili-Hauptstadt Frankreichs 

Espelette ist ein reizender kleiner Ort mit wunderschönen Fachwerkhäusern im baskischen Stil. An einigen der weiß gekalkten Hauswände hängen auf Fäden gezogene Chilischoten. Ein Hinweis auf die Einnahmequelle des Ortes. Die Hauptrolle spielt hier nämlich der Chili. Er wird hier Piment d’Espelette genannt. Nicht umsonst wird Espelette als die Chili-Hauptstadt bezeichnet. Der Chili gelangte im 17. Jahrhundert aus der Neuen Welt über Spanien ins Baskenland. Anfangs wurde er nur der Schokolade beigefügt, mauserte sich aber im Laufe der Zeit zum Basisgewürz der baskischen Küche. Mit dem Schärfegrad 4 ist Piment d’Espelette schärfer als Chili Ancho und milder als Chili Jalapeno. Als Piment d’Espelette AOC darf nur bezeichnet werden, was aus 10 festgelegten Dörfern des Baskenlandes stammt. Die Ortschaft Espelette gehört mit dazu. Und den Piment d’Espelette gibt es daher hier auch zuhauf zu kaufen. Die ganze Ortschaft ist eine einzige Verkaufsstation. Alles was man mit dem Piment d’Espelette mischen oder veredeln kann wird hier in Hülle und Fülle angeboten. 

Aber auch Design-Freunde kommen in Espelette voll und ganz auf ihre Kosten. Die Basken haben nämlich ihre eigenen farbenfrohe Stoffe. Die Muster bestehen aus Streifen in unterschiedlichen Breiten und Farben. Eines schöner und ansprechender als das andere. Mehrere Firmen haben sich auf die Verarbeitung der Stoffe zu Tischdecken, Servietten und allen möglichen Accessoires spezialisiert. So gibt es z.B. auch Deck-Chairs, Markisen, Taschen etc.. Allein in Espelette gab es davon 3 Läden. Einer davon ist Tissage de Luz. Diese haben am Rande der Stadt einen großen Concept-Store. Und der ist wirklich der absolute Knaller. So viele schöne Dinge aus diesen tollen farbenprächtigen Stoffen. Hier könnte ich bis zum Umfallen in großem Stil einkaufen. So ansprechend sind die Waren. Das einzige was mich dann doch davon abgehalten hat sind die nicht ganz niedrigen Preise. Bei einem Stoff konnten wir dann aber doch nicht wiederstehen. Daraus mache ich nun Tischläufer für den Balkontisch. Diese werden uns dann immer an die wunderschöne Fahrt durch das französische Baskenland erinnern.

Aïnhoa, das baskische Musterdorf

Aïhoa liegt nur einen Katzensprung entfernt von Espelette. Es wurde im 12. Jahrhundert als Etappenziel der Jakobspilger von Prämonstratensern gegründet. In unserem Reiseführer wird es als baskisches Musterdorf beschrieben. Und das ist es in der Tat. Entlang der Hauptstraße reiht sich ein baskisches Fachwerkhaus an das andere. Eines wunderbarer als das andere. Ein wirklich malerischer Anblick. Mehr als das gibt es allerdings unserer Meinung nach in Aïhoa nicht zu sehen. Beim Durchfahren der kurzen Hauptstraße hat man eigentlich dann auch schon alles gesehen. 

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