Ein „schwarzer“ Montagabend und die Hilfsbereitschaft der Schweden

Es war mal wieder soweit – die Wäsche musste gewaschen werden. Wir übernachten immer in der „freien“ Wildbahn und meiden Campingplätz so gut es geht. Aber zum Wäsche waschen heißt es nun mal ab auf den Campingplatz in Östersund .

In Schweden und Norwegen sind jetzt Sommerferien und die ganze Nation ist mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt im Urlaub unterwegs – Gott sei Dank in Richtung Süden und bei uns geht es ja immer weiter in Richtung Norden. Es gab daher nur noch Stellplätze auf einer Wiese. Da wir schon mehrmals auf einer Wiese standen, war das kein Problem für uns.

Wir fahren also auf die besagte Wiese und wollen das Fahrzeug noch ein bischen ausrichten bzw. besser positionieren und nichts geht mehr. Die Vorderreifen haben sich in einer Furche im Matsch festgefahren. Ach Du Sch… waren meine erste Gedanken. Ich habe kaum zu Ende gedacht und bin ausgestiegen als auch schon eine schwedische Familie auf uns zugeeilt kam. Der Mann hat dann sofort das Kommando übernommen und Bretter, Wagenheber etc. gebracht. Gott sei Dank haben wir einen Klappspaten dabei gehabt und ein anderer Schwede kam gleich mit einer Axt. Erst sah es nicht so aus, als könnten wir den Wagen aus dem Schlamm bekommen. Die Angestellten des Campingplatzes sahen sich außer Stande das Auto herauszuziehen mangels nicht geeignetem Gefährt (und das bei einer Unzahl von schweren und sehr großen Wohnmobilen auf dem Platz) und meinten, sie könnten ein Abschleppunternehmen beauftragen, uns aus dem Schlamm herauszuziehen – die Kosten gehen dann natürlich zu unseren Lasten.

Der schwedische Mann hat im wahrsten Sinne des Wortes im Dreck gewühlt (Robert konnte/durfte fast nichts machen) und hat es dann doch dank Wagenheber etc. geschafft, die Bretter entsprechend unter den Vorderreifen zu positionieren. Seine Frau hatte derweil ein paar andere Camper organisiert, die dann von hinten gemeinsam angeschoben haben. Nach gut 1 Stunde war unser Wägelchen dann wieder „befreit“ und ich war wahnsinnig erleichtert. Die Wiese sah dann hinterher an der besagten Stelle wie ein Schützengraben aus. War uns dann aber wurscht!

In der Zwischenzeit kam noch ein weiteres Wohnmobil um auf der Wiese zu parken – ein Deutscher. Ich konnte ihn allerdings noch rechtzeitig warnen. Hätte die Aktion nicht geklappt, dann hätte er uns herausgezogen. Ein passendes Abschleppseil haben wir Gott sei Dank dabei. Robert und ich mussten nach dieser Aktion gegenseitig Abbitte leisten – ich war gegen den Klappspaten, da wir ja nicht n der Sahara unterwegs sind und Robert meinte, dass ein Abschleppseil nicht von Nöten ist, da bei einer Panne sowieso der schwedische ADAC kommen muss. Beide waren wir im Unrecht. Die Moral von der Geschichte – man kann nie genug Ausstattung mit dabei haben, auch wenn es im ersten Moment etwas abwegig klingt. Lieber zu viel mitnehmen als zu wenig. Und ganz wichtig!!! – vor dem Befahren einer Wiese immer vorher aussteigen und diese in Augenschein nehmen bzw. die Beschaffenheit prüfen.

Gott sei Dank ist uns das Ganze auf dem Campingplatz passiert und nicht in der freien Wildbahn. Wer weiß, ob es da auch so hilfsbereite Schweden gegeben hätte.

In der ganzen Aufregung und Anspannung haben wir doch glatt vergessen, ein Foto von unserem festgefahrenen Auto zu machen. Aber ich denke, man kann sich das ganze auch so gut vorstellen.

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2 Antworten zu Ein „schwarzer“ Montagabend und die Hilfsbereitschaft der Schweden

  1. Heike Schmoll sagt:

    Aber das sind doch die Erinnerungen, über die man noch Jahre danach sprechen und lachen kann. Irgendwann ist es ja dann doch lustig.

  2. Heike Schmoll sagt:

    Und noch ein Kommentar von Andreas dazu: Das erinnert uns an Chile, als uns bei unserem Mietwagen mitten in der Pampa sich das Vorderrad selbständig gemacht hat. Da haben uns auch die Chilenen geholfen, das komplette Komando übernommen und uns bis in den nächsten Ort eskortiert. Und der Chef hatte sogar ein weißes Hemd an.

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