Skuleskogen Nationalpark und die Hohe Küste (Höga Kusten)

Nachdem wir uns an der Westseite von Schweden bewegt haben, ging es über Östersund nach Sundsvall zurück an die Küste. In Sundsvall ist nahezu die letzte Gastank-Station vor dem hohen Norden und wir haben die Gelegenheit noch einmal genutzt unsere Gasflasche aufzutanken. Leider sind wir hier an einen Nepper, Schlepper Bauernfänger geraten und er hat uns ziemlich heftig beschissen und abgezockt – aber ohne Schwedisch-Kenntnisse zieht man ja doch immer den Kürzeren.

Von Sundsfall ist es nicht mehr allzu weit an die Hohe Küste. Diese beginnt bei Härnösand und zieht sich bis nach Örnsköldsvik. Der Skuleskogen Nationalpark gehört zur Landschaft der Hohen Küste. Lt. Reiseführer heißt es zu Höga Kusten: „die schöne Küstenlandschaft, wo sich das Land steil aus dem Meer erhebt“.

Ich habe mir somit eine Steilküste vorgestellt und mich schon ziemlich darauf gefreut. Aber Pustekuchen – eine Steilküste war nirgends zu sehen. Ich scheine hier etwas nicht  mitbekommen bzw. verstanden zu haben. Der Begriff Hohe Küste scheint sich auf die Landhebung zu beziehen, die vor knapp 10.000 Jahren mit dem Abschmelzen des Eises begonnen hat und in diesem Gebiet 285 m beträgt und mit jährlich einem knappen Zentimeter Anstieg noch nicht abgeschlossen ist.

Weil diese Erkenntnis erst später kam, sind wir noch voller freudiger Erwartung die Touristen-Route entlang der Hohen Küste gefahren, ohne je eine Küste zu sehen. Dafür war es zugegebenermaßen ein wenig hügelig. Die Strecke ist zwar ganz nett, aber man sieht für mich nichts, was man nicht auch woanders sehen kann und die Landhebung war für mich nicht wirklich als solche sichtbar. Die Route kann man sich also getrost sparen und gleich direkt in den Skuleskogen Nationalpark fahren, der wirklich sehr sehenswert ist.

Auch hier waren wir wieder abends vor Ort und haben im Nationalpark (Südeingang) am Parkplatz übernachtet, damit wir gleich am nächsten Morgen ohne alle Hektik zur Rundwanderung (Slattdalsskrevan – Tärnättvattnen und Näskevodarna – insg. ca.  12 km) aufbrechen können.

Rein zufällig haben wir uns für die aus unserer Sicht richtige Richtung entschieden – wir sind den Rundweg im Uhrzeigersinn gelaufen. Damit hatten wir den Anstieg zur Schlucht Slattdalskrevan durch bewaldetes Gebiet im Schatten, sind dann durch die Schlucht nach unten und weiter über sehr sonnige ungeschützte bzw. nicht schattige Granitfelsen wieder abgestiegen. In der Sonne nach unten zu gehen ist für mich leichter und angenehmer als diese langgezogen steil nach oben zu gehen.

Oben bei der Schlucht angekommen geht es noch ca. 100 Meter weiter zu einem Aussichtsplateau und die Aussicht hat es

wirklich in sich und ist sehr imposant. „Wellige“ Küste, „umzäunt“ von Bergen und dazwischen kleine Seen. Ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Der Rückweg zum Parkplatz verlief dann parallel zum Meer im Wald. Leider hatten wir aber keine Badesachen dabei.  Die Rundtour ist sehr abwechslungsreich und bietet von den Ausblicken her immer wieder „Wow-Effekte“!

Kleiner Exkurs zu den Mücken:

Bisher sind wir im Großen und Ganzen von den Mücken verschont geblieben – die Aussage, dass der harte Winter schlecht für die Mücken war, scheint sich zu bewahrheiten. In Wäldern und Feuchtgebieten sind sie aber dennoch  zahlreich anzutreffen.

Wem gehören diese nett gepunkteten Beine?

Meine sind es Gott sei Dank nicht. Mein Mücken-Schicksal scheint sich verkehrt zu haben – die Mücken waren ganz wild auf Robert und ich habe keinen einzigen Stich abbekommen….. Ob das wohl an meinem Anti-Mücken-Spray lag, dass ich sehr  großzügig aufgetragen habe und Robert wagemutig als nicht notwendig abgelehnt hat? Seine kurze Hose machte noch ein Übriges. Aber er ist sehr tapfer und behauptet, dass die Stiche gar nicht jucken. Am Rande sei noch erwähnt, dass bei der nächsten Wanderung auch Robert sich sehr gut eingesprüht hat. Ja, ja Männer sind wie Kinder und glauben es erst, wenn sie ihre eigene Erfahrungen gemacht haben.

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1 Antwort zu Skuleskogen Nationalpark und die Hohe Küste (Höga Kusten)

  1. SusiGeorg sagt:

    Eure Norrland-Erlebnisse und -Schilderungen sind einfach wunderbar zu lesen!
    Übrigens: Robert´s Beine schauen fantastisch aus!
    Macht´s weiter gut und viel Spaß!

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