Erkundung des Parque Nacional de los Picos de Europa

Potes, Hauptort der östlichen Picos de Europa

Potes ist der Hauptort der östlichen Picos de Europa. Die Straße von der Küste nach Potes verläuft durch die bereits beeindruckende Schlucht Desfiladero de la Hermida. Potes selbst ist Touristen-Anziehungspunkt. Und dies, obwohl es kaum etwas zu bieten hat. Abgesehen von unzähligen Touristen-Souvenirläden. Und einem zugegebenermaßen malerischen Ausblick auf die mit Balkonen geschmückte Häuser am Fluss. Zudem liegt es nur knapp 20 km von Fuente-Dè entfernt. Von hier geht es mit der Seilbahn hinauf auf das Felsplateau des Picos de Europa. Dies war für uns mit auschlaggebend unser Quartier auf dem Campingplatz La Viorna (www.campinglaviorna.com) bei Potes zu beziehen. Und zudem gibt es nach Potes bzw. näher an Fuente-De keine zulässigen Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnmobile.

Hoch oben auf dem Felsplateau des Picos de Europa 

Mit der Seilbahn (teleférico) von Fuente-Dé geht es auf das 900 Meter hohe Felsplateau des Picos de Europa. Von dort oben hat man einen wunderbaren Panoramablick auf die Gipfel und Täler der Picos de Europa. Ein Postkartenblick nach dem anderen. Wir sind aus dem Schwärmen und Staunen gar nicht mehr herausgekommen. Es sah so dramatisch aus wie in den Dolomiten. 

Am Anfang war ich zuerst ein wenig entsetzt über die Unmengen an Personen an der Seilbahnstation die sich gleichzeitig mit uns auf den Weg gemacht haben. Aber das lag wahrscheinlich daran, dass mit uns zwei Schülergruppen gestartet sind. Je weiter wir uns allerdings von der Seilbahnstation entfernten, um so weniger Menschen waren unterwegs. Viele der Besucher wollen doch nur einen kurzen Blick auf die Berggipfel und das Tal erhaschen. Sie machen sich dann meist relativ schnell wieder auf den Rückweg.

Oben auf dem Felsplateau gibt es drei ausgeschilderte Routen. Auf zwei unterschiedlichen Wegen geht es hinunter ins Tal (und natürlich auch in umgekehrter Richtung). Und eine Route führt oben am Plateau zu einer Hütte. Leider ist diese Tour keine Rundtour, man muss auf dem gleichen Weg wieder zurück. Wir hatten uns dann für diese Tour entschieden.

Die erste Wegstrecke war ohne Probleme auf einem breiten geschotterten Weg zu bewältigen. Problematisch wurde es dann erst, als ein längeres nach oben führendes Schneefeld zu bewältigen war. Ich bin ja in diesen Dingen prinzipiell ein Angsthase. Ohne richtige feste Bergschuhe und Stöcke fühlte ich mich für dieses Wegstück nicht richtig ausgerüstet und damit nicht sicher genug. Gott sei Dank zweigte an der besagten Stelle noch ein anderer Weg ab. Dieser war zwar gekennzeichnet als „falscher“ Weg, aber nichtsdestotrotz haben wir uns für diesen entschieden. Wir mussten zwar auch hier durch zwei kurze Schneefelder hindurch. Diese waren aber gut zu bewältigen. Wir sind dann durch eine atemberaubende Bergwelt gelaufen bis der Weg wegen einem großen steilen Schneefeld nicht mehr weiter begehbar war. Auf demselben Weg ging es dann auch wieder zurück. Dieses Mal zeigten sich die mächtigen zerklüfteten Gipfel aus einer anderen Perspektive. Einfach nur wunderschön!!!

Wanderung durch die Cares Gorge im Nationalpark Picos de Europa

Wir dachten, dass unser Erlebnis oben auf dem Felsplateau nur noch schwer zu toppen sein wird. Aber unsere Wanderung durch die Cares Schlucht schaffte es dann doch spielend. Was für eine einzigartige Tour durch eine so beeindruckende und imposante Schlucht. An eine zügige Durchquerung der Cares Gorge war nicht im mindesten zu denken. Wir müssten ständig stehen bleiben, um die Aussicht in uns aufzusaugen, zu genießen und natürlich Fotos zu machen. Ein Ausblick war spektakulärer und dramatischer als der andere. Wobei der Weg selbst bereits für sich gesehen schon mehr als atemberaubend ist. Teilweise wurden dafür sogar Tunnels in den Fels gesprengt. Der Weg wurde richtiggehend aus dem Fels gehauen. Steil geht es mehrere 100 Meter nach unten in den Grund der Schlucht. Nicht schwindelfreie Personen sollten sich daher nicht zu weit an den Rand des nicht gesicherten Weges stellen. Aber alles in allem ist der Weg absolut ungefährlich zu laufen.

Die gut 10 km lange Schlucht befindet sich zwischen Poncebos (nördlich) und Cain (südlich). Zwischen diesen beiden Orten gibt es keine direkte Straßenverbindung. Um von einem Ort zum nächsten zu kommen muss man sozusagen entweder östlich oder westlich um den ganzen Nationalpark herumfahren. Eine doch zeitlich aufwändige Angelegenheit. Wenn man die Tour auf eigene Faust machen möchte, muss man sich daher für einen Ausgangsort entscheiden. Und dann durch die Schlucht hin- und auch wieder zurückgehen. Das sind dann in Summe fast 24 km. Wir haben für die einfache Strecke mit Fotostopps und Brotzeitpause 3 ¾ Std. gebraucht. Es ist auch zu bedenken, dass die Parkmöglichkeiten für Wohnmobile, soweit wir es gesehen haben, in beiden Dörfern mehr als beschränkt sind. Die wenigen geeigneten Plätze sind sicher schnell vergeben. 

Für uns war von Anfang an klar, dass wir die Schlucht nur einmal durchqueren möchten. Unsere Rettung war dann das Angebot auf unserem Campingplatz La Viorna. Dort wurden nämlich Jeep-Touren (max. 6 Personen) zur Schlucht angeboten. Man wird in Cain abgesetzt, wandert selbständig durch die Schlucht und wird am Ende in Poncebos wieder aufgesammelt. Genau das, was wir uns so vorgestellt haben. Es war wirklich ein Glücksgriff, dass wir uns für diese Tour entschieden haben. Denn die Fahrt mit dem Jeep war bereits ein einmaliges Abenteuer und besonderes Erlebnis für sich. Wir haben hierbei Gegenden des Nationalparks kennengelernt, die wir sonst so nicht zu sehen bekommen hätten. Es ging auf Wirtschafts-, Vieh- und Wanderwegen quer durch das Bergmassiv. Mit wunderbaren Ausblicken auf die Bergwelt. Bei der Hinfahrt ging es noch durch baumreiche Gegenden. Die Rückfahrt dagegen führte uns über baumlose Grassteppen. Beide Routen absolut faszinierend und einzigartig. Zwischendurch gab es auch ein paar Stopps um sich die Beine zu vertreten und die Panoramaaussicht zu genießen. Leider sprach der Fahrer so gut wie kein englisch und wir alle (neben uns noch ein belgisches und englisches Paar) kein spanisch. Aber mit Händen und Füßen hat die Kommunikation dann doch ganz gut geklappt.

Der ganze Ausflug hat uns so gut gefallen, dass wir ihn am nächsten Tag am liebsten noch einmal gemacht hätten. Wir hatten an diesem Tag aber auch das perfekte Kaiserwetter. Die Fahrt durch die Berge und das Wandern durch die Schlucht waren die perfekte Kombination um den Nationalpark komprimiert in all seinen Facetten kennenzulernen. Die Wanderung durch die Cares Gorge ist aus unserer Sicht der absolute Höhepunkt des Picos de Europa. Wer den Nationalpark besucht, darf die Schlucht keinesfalls versäumen. Man verpasst sonst wirklich das Beste. Und am entspanntesten ist es auch, wenn man sich hinfahren und wieder abholen lässt. Die Touristeninformation in Potes vermittelt hierfür bestimmt Veranstalter oder Taxiunternehmen, sofern man nicht auf dem Campingplatz La Viorna sein Quartier aufgeschlagen hat. 

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2 Antworten zu Erkundung des Parque Nacional de los Picos de Europa

  1. Georg Weißmann sagt:

    Hallo liebe Martina und lieber Robert,
    die Wanderung durch die Cares Gorge im Picos Nationalpark ist ja eine Sensation! Schade, dass ich da nicht dabei sein konnte – das mussn ei Traum gewesen sein!
    Wie Ihr nur immer auf solche Highlights kommt!!?
    Macht´s weiter so und bis bald!

    Georg und Susi

    • Martina Ernst sagt:

      Liebe Susi,
      lieber Georg,
      wir waren auch im Bordeaux und haben dort das Chateau Margaux besucht. Da muss ich immer an Kuchen denken. 🤔😂🍷

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