Unverhoffter Fund auf dem Porzelliner Markt in Selb

Was liegt näher, als auf der Heimfahrt noch in Selb, dem Porzellan-Mekka, einen Zwischenstopp einzulegen. Selb ist die Heimat namhafter Porzellanhersteller (z.B. Rosenthal, Schönwald, Thomas, Arzberg, Hutschenreuther …) und diese locken den Interessierten mit interessanten bzw. lohnenden Werksverkäufen. In der Vergangenheit habe ich dort schon mehrmals erfolgreich zugeschlagen. So war es für mich also ein absolutes Muss diese Gelegenheit beim Schopfe zu packen. Neben den Porzellan-Outlets gibt es in Selb auch noch eine große Anzahl anderer Outlets – praktischerweise fast immer bei den Porzellan-Outlets angesiedelt (z.B. Bassetti, MAC-Jeans, März, WMF, Vossen etc.). Ein großer Vorteil für uns oder besser gesagt für mich ist zudem, dass wir Bekannte in Selb haben. Wolfgang ist dann immer so lieb und kümmert sich um Robert und ich kann mit Doris „der absoluten Insiderin wo es was am Besten gibt“ nach Herzenslust durch die Outlets ziehen, ohne dass ich einen „quengelnden“ Robert im Nacken habe. Ein wahrer Genuss!!!! Zu meiner großen Freude hat sich herausgestellt, dass an diesem Wochenende das 25. Fest der Porzelliner mit Europas größtem Porzellanflohmarkt stattfindet. Das schöne daran ist, dass die Porzellan-Outlets anlässlich des Festes ganz spezielle Sonderaktionen haben. Das war auch dieses Jahr der Fall (Juchhuuuuuu!!!!!) und ich habe ein paar wirklich tolle Schnäppchen gemacht. Jetzt muss ich allerdings noch ein wenig umräumen und evtl. auch etwas weggeben, damit ich überhaupt Platz für all meine Einkäufe habe.

Vom Einkaufserfolg beflügelt haben wir dann noch dem Porzellan-Flohmarkt einen Besuch abgestattet. Es ist wirklich unglaublich, jeder Stand hat ausschließlich Porzellan im Angebot – von kitschig bis schön, von Alltagsware bis Schaustücke – für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. Wir wollten eigentlich einfach nur durchlaufen und ein bisschen das Flohmarktflair schnuppern und uns vor allen Dingen mit einer Bratwurst stärken.

Die Hockende. Fritz Klimsch hat diese Skulptur für Rosenthal erschaffen

Aber dann geschah das Unerwartete – Robert und ich haben uns gleichzeitig in eine Porzellan-Skulptur verliebt. Nach kurzem Überlegen sind wir jedoch weitergegangen – wir müssen ja nicht alles haben, was uns gefällt. All zu weit sind wir allerdings nicht gekommen. Die Figur ging uns einfach nicht aus dem Kopf und so sind wir sehr bald nach kurzer Diskussion umgekehrt. Was soll ich sagen, wir dürfen nun eine Rosenthal Skulptur von 1939 unser eigen nennen. Ach, sie ist einfach nur schön und jedes Mal wenn wir sie ansehen, freuen wir uns, dass wir der Versuchung nicht widerstanden haben. Schwer vorstellbar, dass von Rosenthal alle Gussformen für die alten Skulpturen zerstört wurden. Traurig, aber wahr – diese Art von Skulpturen scheinen nicht mehr dem aktuellen Zeitgeschmack zu entsprechen. Trotzdem hätte man m.E. die Formen zur Dokumentation der Historie aufheben können. Die Meissener Porzellanmanufaktur hebt dagegen all ihre Formen von Anbeginn auf und kann nun auf ein stattliches Archiv zurückblicken.

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Besuch der Bastei im Elbsandsteingebirge, dem Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz

Man kann es glauben oder nicht – die sächsische Schweiz und insbesondere das Elbsandsteingebirge haben doch einiges zu bieten. Ich gebe zu, ich war bisher unwissend und hatte das Vorurteil, dass es dort sicherlich nicht allzu viel aufregendes zu erkunden gibt und daher in erster Linie Rentner ihren Urlaub in der Sächsischen Schweiz bzw. im Elbsandsteingebirge verbringen. Was für ein Trugschluss. Obwohl wir nur 1 Tag auf der Heimfahrt durch den Besuch der Bastei kurz „hineingeschnuppert“ haben, waren wir begeistert. Das Elbsandsteingebirge ist wirklich beeindruckend schön und auf jeden Fall eine Reise wert – Wanderfreunde kommen hier aus unserer Sicht auch voll auf Ihre Kosten. Wir werden der Sächsischen Schweiz auf jeden Fall noch einmal einen längeren Besuch abstatten.

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Schloss Moritzburg – ein Märchenschloss und seine Schätze

Nur 20 Autominuten von Dresden und auch von Meißen nicht viel weiter entfernt liegt das Schloss Moritzburg. Das wirklich sehr schön und romantisch mitten in einem Teich liegende Barockschlösschen diente im 18. Jahrhundert Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (genannt August der Starke) als Jagdaufenthalt und prachtvolle Kulisse für königliche Lustbarkeiten. Es soll hier mehr als nur ein Gelage stattgefunden haben.

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„Natur-„ und „Kunst-Genuss“ an einem Tag: Vormittags Kahn-Fahrt im Spreewald und nachmittags Besichtigung der Meissner-Porzellan Schauwerkstätten in Meißen

Inspiriert durch die Spreewaldkrimis war es schon immer mein Wunsch irgendwann einmal eine Kahnfahrt durch den Spreewaldzu machen. Auf dem Weg von Berlin nach Meißen hat sich nun dazu endlich die Gelegenheit ergeben. Das ganze ist vornehmlich eine Veranstaltung für Herrschaften ab 65++, da die Fahrt ganz entspannt und nicht anstrengend ist. Lediglich der Ein- und Aussteigevorgang gestaltet sich für den einen oder anderen Oldie etwas schwieriger, sehr zur Unterhaltung der Umstehenden. Kein Wunder also, dass ganze Busladungen voller Rentner im Spreewald einfallen. Um es gleich vorweg zu nehmen, den Spaß mindert das nicht, ganz im Gegenteil.

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Mecklenburgische Seenplatte – es hätte so schon sein können, wenn nicht …

…ja, wenn uns nicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Das Wetter hoch im Norden wird während unserer Reise leider all seinen Vorurteilen gerecht. Es zeigt sich von seiner unbeständigen und sich schnell wechselnden Seite. Es ist für meinen Geschmack zu kalt, zu windig und stellenweise zu nass. Die Witterung lässt eher auf einen Herbst- als auf einen Sommerurlaub schließen. Die Wetterprognose für die nächsten Tage machte auch nicht sehr viel Mut. Selber schuld, wenn man partout in Norddeutschland Urlaub machen muss, kann ich daher nur sagen …! In so einer Situation ist die Flexibilität des Reisens mit dem Wohnmobil wieder einer der größten Trümpfe – es ist ja nichts vorgebucht. Wir haben daher die Reiseroute einfach umgestellt. Wie heißt es so schön: „ … der Sonne hinterher …!!! Die gesamte Ostseeküste haben wir daher „storniert“ und sind Richtung Landesinnere an die Mecklenburgische Seenplatte gefahren. Es ist unglaublich durch wie viele Dörfer um nicht zu sagen Weiler die Straßen führen. Eines „mehr tot als das andere“ – hier ist nichts aber auch rein gar nichts los. Viele Häuser sehen noch wie zu DDR-Zeiten aus. Der „spezielle“ braune Verputz/Farbe der aussieht wie Lehm vermischt mit kleineren Kieselsteinen ist für uns schon etwas eigen. Infrastruktur sucht man hier vergebens. Es ist daher kein Wunder, dass es viele -insbesondere jüngere Leute- in größere Städte zieht. Viele Landstraßen werden von Alleen gesäumt – eine schöner wie die andere und einzelne (Neben-)Straßen in den Dörfern sind noch mit guten altem Kopfsteinplaster der damaligen Zeit belegt. Wir haben uns stellenweise noch in der DDR gewähnt – eine interessante Erfahrung.

Die mecklenburgische Seenplatte ist sehr groß. Man überlegt sich am Besten vorher, was man genau machen möchte (Wandern, Radfahren, Kanufahren – es gibt hier in erster Linie Natur, Natur, Natur – die Städte bzw. Ortschaften geben aus unserer Sicht nicht allzu viel her; ich befürchte, wir sind zu sehr verwöhnt oder erwarten zu viel) und sucht sich dann den dafür besten Standort aus. Bei uns war die Entscheidungsfindung in Bezug auf Standort nicht so ganz einfach. Wir wussten zwar, was wir wollten – nämlich den Müritz Nationalpark mit dem Kanu erkunden, es dauerte jedoch ein wenig bis wir nach einem kleinem Umweg den dafür richtigen Standort gefunden haben. Es gibt um den Nationalpark herum unzählige Kanuverleiher an den verschiedensten Orten. Allerdings geht es von dort nicht immer in den Müritz-Nationalpark, teilweise sind es nur Teilstrecken und meistens teilt man sich die Wasserwege außerhalb des Nationalparks mit den Motorbooten. Das alles wollten wir nicht. Nach ein paar kleinen Umwegen über verschiedene Standorte (gut dass wir kein zeitliches Problem haben) sind wir fündig geworden – alle Wasserwege komplett im Nationalpark und damit ausnahmslos für Motorboote gesperrt (www.raus-ins-gruene.de – Blankenförde). Das Wetter am Anreise- und Standorterkundungstag stimmte uns zuversichtlich, dass wir am nächsten Tag den Müritz-Nationalpark von der Wasserseite aus erkunden können. Ich wollte dies schon immer einmal machen. Entsprechend groß war die Vorfreude. Hätte ich mich nur mal nicht so gefreut – am nächsten Morgen schüttete es in Strömen. Aussitzen war der erste Gedanke – das wird schon noch mit dem Wetter. Nachdem aber wieder einmal die Wetterprognose gegen uns war – bis zum Wochenende soll das Wetter nicht wirklich gut werden, war dies auch nicht die Lösung. Also war mal wieder guter Rat teuer. Die Devise „.. ab in den Süden, der Sonne hinterher …“ wurde auch dieses Mal wieder bemüht und wir haben uns aufgemacht in Richtung Spreewald. Je näher wir unserem Ziel kamen umso besser wurde das Wetter. Es scheint die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass es sich nicht um eine Wetter-Eintagsfliege handelt und uns der Wettergott ab sofort zugetan ist. Der Spreewald will schließlich auch per Boot erkundet werden!

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Das Schweriner Schloss, das Neuschwanstein Norddeutschlands

Unsere erste Station in Ostdeutschland war Schwerin. Das dortige Schloss auf einer Insel hat uns sofort in seinen Bann gezogen. Das heutige Schloss gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des Romantischen Historismus in Europa. Dieser monumentale und prächtige Bau muss sich hinter den Schlössern der Loire nicht verstecken. Ganz im Gegenteil, das Schweriner Schloss toppt einige der französischen Schlösser bzw. stellt diese ohne weiteres in den Schatten. Nach einem kurzen Blick in den Schlosskatalog im Museumsladen haben wir uns gegen eine Besichtigung der Innenräume entschieden und beschlossen, uns lediglich am Äußeren zu „berauschen“. Wir haben letztes Jahr an der Loire einfach schon zu viele Schlösser von innen gesehen und der Katalog hat bereits einen guten Eindruck der verschwenderischen Ausstattung vermittelt.

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Über Lüneburg weiter nach Richtung Ostdeutschland

Die Innenstadt von Lüneburg lädt zum Einkaufen ein.

Als wir vor vielen Jahren, um nicht zu sagen Jahrzehnten, die Lüneburger Heide besuchten, haben wir einen Abstecher nach Lüneburg nicht geschafft. Aus heutiger Sicht haben wir damals ganz schön was versäumt. Das Zentrum bzw. die Altstadt von Lüneburg ist wirklich traumhaft. Viele schöne alte Häuser verströmen ihr Flair. Es gibt nicht nur eine Hauptgeschäftsstraße/Fußgängerzone; das Zentrum ist vielmehr wie schachbrettartig angeordnet. Man findet sich damit gut zurechnet und die Stadt lässt sich dadurch bei einem Bummel gut & systematisch erkunden. Wir waren sehr überrascht, wie groß die Altstadt ist; das haben wir wirklich nicht erwartet. Neben den üblichen Geschäften der bekannten Marken, gibt es auch eine Vielzahl von individuellen Geschäften. Lüneburg ist wirklich einen Besuch wert. Wir waren ganz sicher nicht das letzte Mal hier!

 

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Unsere weiteren Stationen an der Nordsee: Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Stade und Hamburg

Die Fahrt führte uns in erster Linie über Landstraßen und teilweise Bundesstraßen. Egal wo wir entlang fuhren, dass Land ist brettleben geblieben und hat sich auch landschaftlich nicht wirklich verändert. Nach wie vor sind Felder und saftige grüne Wiesen bildbestimmend. Was uns zu Anfang noch mit Begeisterung erfüllte -war es für uns „Gipfelstürmer aus dem Süden“ doch ein neuer ungewohnter Eindruck- ist mittlerweile zur schon fast „langweiligen“ Gewohnheit geworden.

Spaziergang durch das Schnoorviertel in Bremen

Bremens Altstadt ist wirklich sehenswert. Besonders angetan hat es mir das kleine Schnoorviertel. Lauter kleine schmale Fachwerkhäuser aus dem 15. Und 16. Jahrhundert stehen hier wie an einer Perlenschnur („Schnoor“) aufgereiht –eines schöner und windschiefer wie das andere. Es ist Bremens ältestes Viertel und beherbergt kleine Geschäfte, vor allem Goldschmieden und Kunsthandwerk. Auch sehr zu empfehlen ist eine Führung durch das Rathaus, das seit 2004 zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Ratssaal mit seinen von der Decke baumelnden Schiffsmodellen hat es mir sehr angetan. In Bremen lässt es sich wunderbar durch die Gassen schlendern und dabei das Shoppen mit dem Kulturgenuss verbinden (z.B. Besuch eines der diversen Museen, Teilnahme an einer der unzähligen möglichen Führungen oder Besichtigung der einzelnen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Bremer Stadtmusikanten).

In Bremerhavendagegen sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Nach Bremerhaven locken einzig die Havenwelten mit ihren diversen Museen und der Hafen an sich.

Dieses Schiff spuckt ca. 6000 Autos aus seinem Bauch

In Bremerhaven sollte man unbedingt die 1Std.-Hafenrundfahrt mit der Fahrt durch die Überseehäfen mitmachen (Abfahrt am Neuer Hafen Südkaje). Wir fanden diese sehr informativ und sehr unterhaltsam. Wo kommt man sonst den riesigen Super-Schiffen so nahe? Wir waren auf jeden Fall beeindruckt, was sich so alles an Schiffen in den diversen Docks und Werften im Hafen „herumgetrieben“ hat. Auch die Freunde des Maritimen kommen mit dem im Hafen liegenden und zu besichtigenden Schiffen, u.a. ein U-Boot voll auf Ihre Kosten.

Unglaublich aber wahr, in Cuxhaven gibt es noch weniger zu sehen als in Bremerhaven. Wir haben Cuxhaven lediglich aus 2 Gründen angesteuert: Ausgangspunkt für Fahrten nach Helgoland & und ein wunderbarer kilometerlanger Sandstrand.

Die Fahrt nach Helgoland haben wir nach Ankunft ganz schnell wieder verworfen. Zum einen war das Wetter für den geplanten Tag nicht so gut angesagt und zum anderen haben wir nicht eingesehen mehr Zeit auf dem Schiff mit der An-/Heimfahrt zu verbringen als auf Helgoland selbst . Auch der zollfreie Einkauf hat uns nicht sonderlich gelockt. Viel mehr als das scheint Helgoland nicht wirklich herzugeben. Zumal die Preise für die Fahrten auch nicht ausgesprochen preiswert sind.

Der Strand bei Cuxhaven ist wirklich schön lang und leider bei den Touristen und Einheimischen stark frequentiert. Wir hatten einen Parkplatz/Stellplatz bei Döse direkt am Deich nur 50 m vom Strand weg.

Sundowner am Strand

So hatten wir die Gelegenheit den Sonnenuntergang am Strand bei einem Spritz Aperol und nahezu touristenfrei zu genießen. Was gibt es romantischeres als einen Sonnenuntergang direkt am Meer!? Eine neue Erfahrung für uns war der Spaziergang im Watt von Döse nach Duhnen (so um die 3 km einfache Wegstrecke). Es war schon ein eigenartiges Gefühl dort zu laufen, wo ein paar Stunden vorher noch das Meer war. Meine Befürchtung im Schlamm einzusinken hat sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet – zumindest nicht da, wo wir unterwegs waren. Dass das Watt generell nicht zu unterschätzen ist haben wir gemerkt als ein spezielles Rettungsfahrzeug mit schneller Geschwindigkeit vor uns weiter ins Watt reingefahren ist. Auf dem Rückweg haben wir dann noch mitbekommen wie der Rettungshubschrauber gelandet ist. Da wird einem doch ganz schön schnell mulmig.

Nach dem Wattspaziergang haben wir uns dann noch einen Nachmittag im Strandkorb gegönnt. Leider hat es der Wettergott nicht so gut mit uns gemeint. Während unseres Abhängens im Strandkorb hat er uns kein einziges Mal einen Sonnenstrahl geschickt. Stattdessen war immer zu befürchten, dass es zum Regnen anfängt. Wenigstens den Regen hat er uns dann letzten Endes doch erspart. Typisch norddeutsches Wetter halt – einfach nur zum „Mäuse melken“.

Stade am alten Hafen

Stade mit seiner historischen Altstadt ist einfach nur traumhaft. Die vielen pittoresken Fachwerkhäuser sind wirklich sehr schön anzusehen und ich konnte mich daran auch nicht sattsehen. Dass Stade von einem Wassergraben umgeben ist steigert noch zusätzlich die Attraktivität. Auch in Stade kann man sich hervorragend durch die verschlungenen Gassen mit den zahlreichen Geschäften treiben lassen. Der für uns besondere Charme von Stade hat uns sogleich in seinen Bann gezogen. Der Stellplatz in Stade für Wohnmobilisten ist sehr schön und großzügig angelegt. Er hat nicht nur alles, was des Campers Herz zur Versorgung begehrt (Wasser, Strom und Entsorgung), sondern liegt auch noch in fußläufiger Entfernung nur wenige Minuten von der Altstadt entfernt. Ein weiterer Pluspunkt für Stade ist seine Nähe zu Hamburg. Mit der S3 oder dem Metronom ist Hamburg in weniger als einer Stunde erreicht. Wir haben es ausprobiert und sind von Stade zu einem Tagesausflug nach Hamburg aufgebrochen. Ging alles wunderbar entspannt und problemlos und das lästige Parkplatzsuchen war somit kein Thema für uns. Ich kann und möchte Stade jedem ans Herz legen. Ein Besuch der Altstadt ist für mich ein absolutes Muss und darf in keiner Reiseplanung fehlen! Und wie gesagt ein Abstecher von dort nach Hamburg ist ein Kinderspiel.

Nachdem dies nicht unser erster Besuch in Hamburg war, haben wir es genossen uns einfach durch die Stadt treiben zu lassen. Hamburg ist für das sich treiben lassen u.E. geradezu prädestiniert. Auch wenn man es nicht plant, kommt man zwangsläufig früher oder später bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Wir haben uns vom Hauptbahnhof über die Fußgängerzone und das Einkaufsviertel für Menschen mit „normalem“ Geldbeutel zum Jungfernstieg, von dort über die Nobeleinkaufstraßen zu den Landungsbrücken, der Speicherstadt und Hafencity treiben lassen. Das Wetter hat sich von seiner guten Seite gezeigt und wir konnten alles bei Sonnenschein genießen. Juchhuu!!! Hamburg endlich mal bei gutem Wetter erlebt!!!! Beim Bummeln finden sich unterwegs zahlreiche Einkehrmöglichkeiten verschiedenster Art willkommen für eine Verschnaufpause.

So langsam wird das ja doch noch was…

In der Speicherstadt/Hafencity haben wir überrascht festgestellt, dass es nach jahrelanger Bauzeit und unendlich langer Verzögerung (von der Kostenexplosion ganz zu schweigen) mit der Elbphilharmonie -zumindest äußerlich- langsam dem Ende zugeht. Sie sieht schon sehr imposant aus, wie sie dort scheinbar über dem Hafen thront. Auch die für mich nicht definierbare Fassade mit ihrer doch sehr eigenen Formgebung ist irgendwie faszinierend.

In der Hafencity wurde zudem von Land Rover die Extreme Sailing Series veranstaltet. Mehrere Katamarane aus verschiedenen Nationen haben sich auf der Elbe direkt auf Höhe des AIDA-Kreuzfahrtterminals ein Wettrennen geliefert.

Das deutsche Boot war nur Kanonenfutter. Selbst die Österreicher waren schneller!!! Na gut, die hatten ja auch RedBull

Was sich anfangs sehr interessant angehört hat war für uns Laien dann letzten Endes auf Dauer furchtbar langweilig. Es ging kaum ein Wind und zu sehen wie die einzelnen Katamarane langsam „hin- und herkreuzen“ und sich um Bojen „schieben“ war für uns Nicht-Segler alles andere als spannend und erbauend. Auch die ausgestellten Land Rover-Fahrzeuge haben unsere Neugier nicht wirklich geweckt und wir haben diesem Spektakel dann relativ schnell den Rücken gekehrt. Aber wie heißt es doch so schön: „…Dabei sein ist alles…“!. Der Tag in Hamburg hat uns auf jeden Fall wieder sehr viel Spaß gemacht. Hamburg lohnt sich immer für einen Abstecher und sei es auch nur 1 Tag.

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Der JadeWeserPort Wilhelmshafen im Dornröschenschlaf

In Neuharlingersiel wurde heute ein großes Kutterfest veranstaltet. Im kleinen Hafen waren dafür alle Fischerboote mit Wimpeln und Fahnen wunderschön geschmückt. Im Rahmen des Festes gab es die Möglichkeit die Fischerboote zu besichtigen und zu kurzen Ausfahrten mitzufahren. Rund um den Hafen waren eine Vielzahl von „Fressbuden“ und „Trinktempeln“ aufgebaut, d

Kutterfest in Neuharlingersiel

amit bei der „anstrengenden“ Veranstaltung auch keiner verhungert oder verdurstet. Wir hatten den Eindruck, dass alles was in einem Umkreis von 50 km 2 Beine zum Laufen hat, war anwesend. Man könnte fast meinen, dass es sich um den Höhepunkt der Sommersaison handeln würde. Die Menschenmengen haben sich jedenfalls nur so durchgeschoben. Die Massen waren besonders angetan vom Shanty-Chor der zur Eröffnung des Kutterfestes diverse Seemannslieder zum Besten gegeben hat. Für uns war es allerdings das Zeichen nicht für das Verweilen sondern für einen schnellen Aufbruch. Wir geben zu, dass wir was Seemannslieder angeht, absolute Kulturbanausen sind. Mit einer leckeren Fischsemmel und noch besseren Miesmuscheln gestärkt haben wir uns daher auf direktem Weg zum JadeWeserPort in Wilhelmshafen aufgemacht.  JadeWeserPort in Wilhelmshaven ist Deutschlands einziger Container-Tiefwasserhafen. Seit dem 21. September 2012 ist der Hafen in Betrieb. Entstanden ist er aus 46 Millionen m3 Sand, der dem Meer entnommen und zur Landgewinnung aufgespült wurde. Es können Containerschiffe mit mehr als 18.000 20-Fuß-Containern vollbeladen und tidenunabhängig anlegen und ihre Ladung löschen. Dafür wurden die größten Containerbrücken der Welt aufgestellt. Lt. einem Prospekt sind Hafenbus-Touren über das Hafengelände möglich. Da wir noch nie einen Container-Tiefwasserhafen aus direkter Nähe gesehen haben (das was man bei einer Hafenrundfahrt in Hamburg vom dortigen Containerhafen so sieht, zähle ich hier nicht mit) wollten wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Hier werden die Frachtschiffriesen entladen.

Um es gleich vorneweg zu nehmen, man versäumt nicht wirklich etwas, wenn man auf dieses Vergnügen verzichtet. Wir hatten vollkommen falsche Vorstellungen von der Hafenbustour bzw. davon wie nahe man rankommt. Die Vorzüge des Container-Hafens in Wilhelmshaven hat sich scheinbar noch nicht richtig in der Schiffswelt rumgesprochen und es ist dort absolut nichts los. Lediglich ein Containerschiff, das bereits im Begriff war den Hafen zu verlassen, haben wir zu Gesicht bekommen. Der Hafen ist darauf ausgelegt, 2,7 Millionen Container im Jahr zu bewegen. Letztes Jahr waren es nicht einmal 40.000 und dieses Jahr gehen Sie von 500.000 Containern aus.

Da ist noch sehr viel Platz für Unternehmen, die sich ansiedeln könnten/sollen.

Die riesige Fläche, auf der sich Logistikunternehmen ansiedeln sollten, ist von gähnender Leere  gekennzeichnet. Lediglich 1 einziges Unternehmen hat sich bisher angesiedelt. Statt geschäftigem Gewusel scheint sich der Hafen im Dornröschenschlaf zu befinden. Keine einzige Containerbrücke war während der Rundfahrt in Betrieb. So richtig nahe ran fährt der Hafenbus auch nicht, so dass die Betrachtung aus relativer Entfernung erfolgt. Auch die interaktive Ausstellung im Hause des JadeWeserPort-InfoCenter hat es für uns nicht rausgehauen. Im Gegenteil, der Aufbau und die Machart dieser kleinen Ausstellung hat uns überhaupt nicht angesprochen. Die interaktiven Exponate sind aus unserer Sicht in erster Linie auf Kinder abgestellt und haben uns nicht wirklich vom Sockel gerissen. Obwohl die vom Guide während der Fahrt gegebenen Informationen recht interessant waren würden wir von einer Besichtigung abraten. Die Relation zeitlicher Aufwand/Kosten stehen aus unserer Sicht nicht im Verhältnis zum direkten/nahen Erlebnis eines geschäftigen Containerhafens.

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Nationalpark Sächsisches Wattenmeer – Tagesfahrt zur Nordseeinsel Spiekeroog

Je weiter wir Richtung Nordseeküste kommen um so platter wird das Land und in Nordfriesland ist es nur noch brettleben. Die Landschaft ist geprägt von sehr großen landwirtschaftlichen Anwesen, grünen saftigen Wiesen mit schwarz-weißen Kühen drauf und unzähligen Getreidefeldern. Es ist jedem Laien sofort klar, dass die Landwirtschaft hier eine große Rolle spielen muss. Der beruhigende Anblick der grünen Weiten wird nur gestört von den unzähligen Windrädern. Denn Wind haben sie hier an der Nordsee mehr als genug. Der Wind bläst immer aus allen Richtungen und man gewöhnt sich am Besten ganz schnell daran. Das Tückische am Wind ist, dass er ständig das Wetter verändert und man immer für alles gerüstet sein muss. Eben schien noch die Sonne bei strahlend blauem Himmel und im nächsten Moment ist alles voller grauer Wolken und man befürchtet einen Regenschauer.

Erste Eindrücke von Spiekeroog.

Wir haben uns für einen Besuch der Nordseeinsel Spiekeroog entschieden, da hier die Fährzeiten einen Tagesausflug ermöglichen. Los ging es um 9:40 Uhr in Neuharlingersiel – Fahrzeit 45 Minuten.  Hier konnten wir auch mit unserem Kastenwagen auf einem Stellplatz direkt am Meer und nur 50 m vom Abfahrtsterminal entfernt übernachten.

Sonnenuntergang bei Ebbe.

Der Blick von dort auf das Meer bzw. bei Ebbe auf das Watt -insbesondere wenn die Sonne unter- oder aufgeht- hat schon etwas für sich.

9:20 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht und waren erst einmal geschockt, wie viele Leute nach Spiekeroog wollten. Die Schlange vor dem Boot war endlos lang. Na prima, haben wir uns gedacht, die Insel ist nicht wirklich groß und dann ein paar Hundert Leute pro Schiff, da wird man sich dort wunderbar auf die Füße treten. Aber so schlimm ist es dann Gott sei Dank nicht geworden; die Masse Mensch hat sich ganz gut auf der Insel verteilt. Spiekeroog hat ein süßes kleines Ortszentrum mit ein paar alten Friesenhäusern, Unmengen an einladend wirkenden Restaurants & Cafes und ein paar recht nette Geschäfte. Der Sandstrand hinter den wirklich eindrucksvollen Dünen ist endlos lang und das Strandende am Horizont ist für das Auge nicht wirklich erkennbar. Wenn man bereit ist ein Stückchen zu laufen, dann gibt es sogar Strandabschnitte, wo so gut wie kein Mensch mehr unterwegs ist.

Wie gesagt, im Norden ist es wichtig, kleidungsmäßig für alle Wettereventualitäten ausgerüstet zu sein.

Welche Klamotte darf es denn sein?

Bei mir kommt noch hinzu, dass mein Wetterempfinden sich ständig ändert – erst noch zu kalt, kann es mir kurz drauf ganz schnell zu warm sein und umgekehrt. Da ist es schon gut, wenn man einen Sherpa mit einem Rucksack hat, der tapfer alle Kleidungsstücke trägt.

Ein Sherpa trägt und schweigt….

Mein Mann trägt diesen Job mit Fassung und sagt nur tapfer: „Ein Sherpa trägt und schweigt ….!!!“

Um 15:00 Uhr ging es mit dem Boot dann leider schon wieder zurück (das letzte Boot um 15:40 Uhr war bereits schon ausgebucht). Wir wären gerne noch ein paar Stunden länger auf Spiekeroog gewesen, um noch ausgedehnter am Strand spazieren zu gehen und um auch die andere Inselseite etwas besser entdecken zu können. Wir spielen mit dem Gedanken, beim nächsten Mal ein bis zwei Nächte auf Spiekeroog zu bleiben, um ausreichend Zeit für alle Erkundungen zu haben. Alles in allem war es ein gelungener Ausflug, bei dem das Wetter auch gut mitgemacht hat.

Für den Interessierten noch ein paar Informationen zur Insel Spiekeroog, die Bestandteil des Nationalparks Sächsisches Wattenmeer ist:

In den Dünen auf Spiekeroog

Spiekeroog ist nach der letzten Eiszeit entstanden und war damals nicht mehr als eine vom Meer angespülte Sandbank. Vor 3000 Jahre wurde diese dann nur noch unregelmäßig von Wasser überflutet. Der Wind wehte den Sand zu ersten Vordünen auf. Pionierpflanzen, wie die Strandquecke, konnten Fuß fassen. Im Windschatten der Pflanzen türmte sich weiterer Sand auf. Strandhafer stabilisierte die Dünen, so dass Stranddisteln und weitere Pflanzenarten sich ansiedeln konnten. Wasser, Wind und Sand legten damit den Grundstein der heutigen Insel. Wind und Wellen tragen im Inselwesten Sand ab, der im Osten wieder abgelagert wird. Die Ostfriesischen Inseln würden daher von Natur aus wandern. Um dies zu verhindern, sind die Westköpfe der Inseln durch Küstenschutzwerke gesichert.

Das Wattenmeer wurde 2009 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt und ist in vieler Hinsicht einzigartig. Durch seine Landschaftsdynamik und Produktivität bietet es über 10.000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Für 10-12 Millionen Zugvögel ist das Wattenmeer als Nahrungs- und Rastplatz unerlässlich.

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