Übernachtung mitten im Addo Elephant National Park

Kurz-Info zum Addo Elephant National Park

Der Nationalpark befindet sich 73 km nördlich von Port Elisabeth. Mit dem Auto ist er sehr gut zu erreichen. Er gehört mit zu den Big-Five-Reservaten. Dies bedeutet, in ihm gibt es Elefanten, Büffel, Nashörner, Leoparden und Löwen zu sehen.

Derzeit wird der Addo erweitert zu einem der drei größten Wildreservate Südafrikas. Er ist dann das einzig am Meer gelegene Reservat. Wie der Name schon sagt, sind die Elefanten die größte Attraktion im Park. Hier ist eine der dichtesten Elefantenpopulationen der Welt zu finden. Obwohl, wir haben dort so viele Warzenschweine wie noch nirgendwo sonst gesehen. Es fehlen die natürlichen Feinde. Ein Löwe ist nicht wirklich an einem Warzenschwein interessiert. Damit bekommt er sein Rudel und sich selbst nicht wirklich satt. Der Jagd-Aufwand für diesen kleinen Warzenschwein-Snack ist ihm zu groß. Der Park müsste daher aus unserer Sicht eigentlich Addo Warthog National Park heißen …

„Tierische“ Straßensperre auf dem Weg zum Gorah Elephant Camp

Unsere Unterkunft, das Gorah Elephant Camp, befindet sich in der ersten privaten Konzession mitten innerhalb des Nationalparks. Auf einer ca. 30minütigen Fahrt geht es vom Camp-Eingangstor auf einer „privaten“ Piste direkt ins Camp. Am Eingang zur Piste wurde eingeschärft unterwegs keinesfalls das Auto zu verlassen. Für eventuelle Notfälle haben wir die direkte Telefon-Nr. des Camps erhalten.

Bereits die Fahrt zur Unterkunft war für uns ein Erlebnis. Wir konnten rechts und links der Straße Zebras, Elefanten und diverse Antilopenarten erleben. Sogar eine kleine Schildkröte kreuzte die Sandpiste. Wir sind gutgelaunt und voller Spannung in Richtung der Unterkunft gefahren. Bis es auf einmal nicht mehr weiterging. Ein Zebra versperrte uns die Weiterfahrt. Es war durch nichts dazu zu bewegen uns Platz zu machen. Egal was wir machten, es wich nicht einen Millimeter zurück. Es bewegte sich nicht einmal ein klitze kleines bisschen. Es stand stock und steif da wie eine Statue. Wir haben gehupt, den Motor aufheulen lassen und sind sogar bis unmittelbar an das Zebra herangefahren. Nichts passierte, aber so was von nichts. So standen wir nun ratlos mitten auf der Strecke. Das Zebra hatte hinten an der Pobacke eine Bisswunde. Für uns sah die Wunde frisch aus. Wir dachten, das Zebra wurde vielleicht gerade eben von einem Raubtier angefallen und steht noch unter Schock. Das machte für uns die Situation nicht leichter und das Zebra noch unberechenbarer. Wer kennt sich schon mit der Verhaltensweise von Zebras aus? Wir auf jeden Fall nicht! Auf dem noch wenig freien Platz trauten wir uns nicht an dem Zebra vorbeizufahren. Zum einen könnte es vielleicht nach hinten ausschlagen. Eine Beule im Mietwagen wollten wir keinesfalls riskieren. Zum anderen wollten wir nicht im Untergrund neben der Piste stecken bleiben. Dann fiel uns ein, wir haben ja die Telefonnummer vom Camp. Die wissen bestimmt, wie wir an diesem „Streckenposten“ vorbeikommen. Wir mussten dann leider feststellen, dass wir an dieser Stelle kein Netz hatten. Was für ein Pech! Wir starteten einen letzten „verzweifelten“ Versuch. Robert schrie ganz laut „go, go“ und klatschte dabei laut in die Hände. Wie durch ein Wunder gab das Zebra dann nach einer gefühlten Ewigkeit die Straße endlich frei. Geschafft! Was waren wir erleichtert! Den Rest der Strecke konnten wir dann problemlos zurücklegen. Es gab keine weiteren „tierischen“ Straßensperren. Im Camp kannten sie das Zebra bereits. Es wurde vor ca. 3 Wochen von einer Hyäne angegriffen. Scheint sich aber davon langsam zu erholen.

„Elefanten-Aufruhr“ im Gorah Elephant Camp im Addo Elephant National Park

Wie schon gesagt, das Gorah Elephant Camp liegt mitten im Nationalpark. Es ist von keinem Zaun umgeben. Es liegt absolut frei in der Natur. Die Tiere können sich damit überall hinbewegen. Das ist für uns das Schöne bzw. Besondere an dieser Unterkunft. Allerdings bedeutet dies für alle Gäste erhöhte Aufmerksamkeit. Bei Dunkelheit wird man daher aus Sicherheitsgründen von den Guides zu seinem „Zelt“ gebracht. In der Nacht kann man z.B. die Hyänen schreien hören, wenn sie sich in der Nähe der Unterkünfte aufhalten. Stellenweise dann doch ein wenig unheimlich.

Vor dem im viktorianischen Stil erbauten Haupthaus gibt es ein Wasserloch. Dieses wird von den Tieren stark frequentiert. Dort ist immer etwas los. Es ist damit der ideale Platz um allen möglichen Bewohnern des Nationalparks sehr nahe zu kommen. Das Wasserloch ist nur ca. 15 Meter von der Veranda entfernt. Wenn nicht sogar noch näher dran. Man hat dadurch den Blick direkt aus der ersten Reihe.

Wir saßen morgens beim Frühstück auf der Veranda und erfreuten uns an einer sich im Wasserloch tummelnden Elefantenherde. Ein kurz zuvor beim Wasserloch angekommener großer Bulle löste sich plötzlich aus der Herde und marschierte Richtung Veranda. Wir zückten alle die Kameras. Wir konnten zuerst unser Glück nicht fassen, als der Elefantenbulle von sich aus uns immer näher an uns herankam. Er erweckte bei uns allen den Eindruck er würde bei der Terrasse nach rechts in die weite Ebene abschwenken. Entsprechend dem Verlauf des von Tieren geschaffenen Trampelpfades. Aber nichts dergleichen geschah. Wir konnten gar nicht so schnell schauen, wie er urplötzlich nach links an die Hausmauer abbog.

Gleich angrenzend an die Hausmauer war ein langer nicht einsehbarer Lattenzaun. Bevor irgendjemand auch nur ansatzweise reagieren konnte oder begriff was geschah, hatte der Elefant bereits einen Teil des Zaunes eingerissen. Ganz friedlich und nicht aggressiv ging er seinen Weg weiter vorwärts. Er ließ sich durch nichts davon abhalten. Auch nicht von den Guides jenseits des Zaunes. Leider war ein Auto von zur Abreise fertigen Touristen in seinem Weg. Wir hörten nur aufgeregte Schreie. Es knackte, knirschte und krachte. Danach war erst einmal Ruhe. Was war passiert? Einer der Angestellten hat das Auto der abreisenden Touristen gewaschen. Der Elefant hat das irgendwie mitbekommen bzw. gerochen. Dieses Exemplar war schon für seine Vorliebe für Frischwasser und den damit einhergehenden Eskapaden bekannt. Sein Ziel war die hinter dem Zaun gelegene Wasserleitung. Dahin hat es ihn mit aller Macht gezogen. Alles was dabei im Weg lag wurde von ihm „platt“ gemacht. Das Auto ist dabei mit einer zerbrochenen Windschutzscheibe und einer Delle in der Kühlerhaube noch glimpflich davongekommen. Auch das Solarpanel hat den Überfall nahezu unbeschadet überstanden. Die Wasserleitung musste allerdings daran glauben. Wen wundert es?! Da stand er nun der Elefant. Am Ziel angelangt stillte er in aller Ruhe seinen Durst. Weiterhin vollkommen friedlich. Es sah so aus, als könnte er die Aufregung um ihn herum nicht verstehen. Mittlerweile waren auch die alarmierten Nationalpark-Mitarbeiter mit einem Helikopter in der Lodge eingetroffen. Ihre Einfang-Spezialisten standen mit ihren Fahrzeugen ebenfalls bereit. Was für ein Aufmarsch! Zum Einfangen kam es dann Gott sei Dank nicht mehr. Nachdem der Elefant fertig getrunken hatte, machte er sich von selbst gemächlich auf den Weg raus dem Camp. Was für ein Erlebnis und Abenteuer für uns alle! Das Frühstück wurde für uns Gäste zur Nebensache. Gebannt verfolgten wir die Aktion. Uns wurde hier sehr anschaulich verdeutlicht, wie schnell etwas passieren kann. Auch wenn die Tiere noch so süß und unschuldig wirken, es sind und bleiben wilde Tiere. Diese können bisweilen sehr unberechenbar reagieren. Daher gilt immer „Vorsicht ist besser als Nachsicht!“.

Geführte Safari-Fahrten im Addo Elephant National Park

Wir können jedem nur empfehlen die Tierwelt in den Nationalparks nicht selbst mit dem eigenen Wagen zu erkunden. Man kennt sich im Regelfall im Park nicht detailliert aus. Und man weiß auch nicht um die Gewohnheiten der Tiere. Wie z.B. wo sind ihre bevorzugten Aufenthaltsorte. Auch fehlt einem das geschulte Auge um die Tiere überhaupt aufzuspüren. Im eigenen Auto sitzt man meist auch nicht erhöht genug, um einen guten und weiten Blick zu haben. Der Fahrer muss sich zudem auf die Straße konzentrieren, er hat daher nur einen eingeschränkten Blick für die Tierwelt. Von den fehlenden Hintergrundinformationen zu den einzelnen Spezies ganz zu schweigen. Es lohnt sich daher sich für mind. 1 – 2 Nächte in eine der Lodges bzw. Camps im oder am Nationalpark einzumieten. Diese haben spezielle offene Safari-Fahrzeuge bei denen nichts den Blick verstellt. Zudem verfügen sie über geschulte Guides und Tracker. Man braucht sich nur hinzusetzen und genießen. Die besten Tierbeobachtungen gibt es zudem in den frühen Morgenstunden kurz vor und nach Sonnenaufgang (Start 05:30 Uhr) oder am späten Nachmittag (Start 16:30 Uhr). Das ist als Selbstfahrer auch nur schwer umzusetzen. Wir genießen die geführten Fahrten in den Safari-Jeeps immer sehr. Bei uns stellt sich immer ganz schnell das besondere Safari-Feeling ein. Das Aufspüren und Beobachten der einzelnen Tiere macht uns unheimlich viel Spaß. Jede Ausfahrt ist für uns ein Erlebnis. Es wird uns dabei nie langweilig. Schließlich lernen wir jedes Mal etwas Neues und Interessantes über die Verhaltensweisen und Besonderheiten der einzelnen Tiere.

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