Rückkehr nach Schweden entlang des Oslofjordes und der Skagerrak-Küste

In Oslo standen wir vor einer schweren Entscheidung in Bezug auf die Fortsetzung unserer Reiseroute. Norwegen hat uns bisher sehr begeistert und gerade in West- und Südnorwegen gibt es noch sehr viele einmalige Highlights zu entdecken. Und genau darin liegt das Problem; es verbleibt zu wenig Zeit, um noch alles in Ruhe und bei entsprechenden Temperaturen ausführlich und ohne Hetze zu erkunden.  Der Herbst hat auch in Norwegen schon deutlich Einzug gehalten und die Temperaturen sind merklich nach unten gegangen. Ich muss gestehen, dass haben wir gewaltig unterschätzt. So haben wir uns entschieden, Norwegen vorerst Lebewohl zu sagen und über Schweden langsam die Heimreise anzutreten. Zumal wir uns in Schweden die südliche Westküste und den Vännernsee für die Rückreise aus Norwegen aufgehoben haben.

Von Oslo aus ging es dann an der Nordseite des Oslofjordes mit Stopps in Drobak und Fredrikstad über die Grenze nach Schweden bei Svinnesund.

In Drobak befindet sich die engste Stelle des Oslofjordes mit kaum 100 m Breite – zusätzlich eingeengt durch die Insel Kaholmene mit der Feste Oscarsborg. Wir hatten das Glück, das während unseres Besuches bzw. Spaziergangs die Fähre nach Deutschland durch den Oslofjord bei Drobak durchgefahren ist. Sehr viel Platz bleibt dem Kapitän da nicht wirklich zum Manövrieren.

Drobak ist auch berühmt als Schauplatz des einzigen Sieges der norwegischen Armee gegen die deutschen Eindringlinge im Zweiten Weltkrieg. Hier wurde der deutsche Kreuzer „Blücher“ mit Mann und Maus an Bord versenkt. Noch heute liegt das Wrack in 90 m Tiefe. Gott sei Dank hat Robert den Besuch der Festung auf ein späteres Mal verschoben!!!!

Das Fjorddorf Drobak ist wirklich ganz nett mit seinen alten Holzhäusern und dem kleinen netten Hafen. Aber leider waren auch hier die Gehsteige hochgeklappt und es war nichts, aber auch rein gar nichts los. Die Saison endet ab Mitte bzw. spätestens Ende August und dann ist wirklich überall tote Hose. Einerseits ganz schön, weil man dann die tollen Punkte für sich alleine hat; andererseits fehlt aber auch die Lebendigkeit bzw. das Leben und einige Museen/Highlights können dann leider nicht mehr besichtigt werden.

Ganz schlimm haben wir es in der Altstadt von Fredrikstadt empfunden – ich glaube, wir waren nahezu die einzigen Touristen, die unterwegs waren. Geöffnete Geschäfte oder Cafes/Restaurants – Fehlanzeige! Aber Fredrikstadt ist trotzdem einen Besuch wert.

Die Altstadt ist die heute einzig erhaltene Festungsstadt des Nordens. Ein Wassergrabensystem trennt die Altstadt vom Fluss Glomma, die Gassen sind kopfsteingepflastert und es gibt eine Zugbrücke und einen begrünten Wall. Nicht zu vergessen die uralten Holzhäuser. Alles in allem fühlt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt.

 

Der erste Stopp auf schwedischer Seite war Strömstad und diente in erster Linie zum Auffüllen des Kühlschranks und der Weinvorräte. Norwegen ist wirklich so teuer, wie es immer gesagt wird; insbesondere alkoholische Getränke sind nahezu unerschwinglich.

Wieder gut versorgt ging es dann an der Westküste bzw. Skagerrak-Küste Richtung Süden.

Robert und ich lieben das Meer und sind auch von der Schärenküste sehr angetan. Wir haben uns deshalb schon sehr auf diesen Streckenabschnitt gefreut Ich war in meiner Gedankenwelt schon bei den Straßen, die uns direkt an der Küste entlang führen werden, mit vielen tollen Parkplätzen, die schöne Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Ganz zu schweigen von der Vorstellung, bei einem Glas Rotwein den Sonnenuntergang direkt am Meer bzw. Strand erleben zu können. Diese Träume sind allerdings sehr schnell geplatzt. Straßen direkt entlang an der Küste gibt es so gut wie keine; die meisten führen im Landesinneren parallel zum Meer. Um ans Meer zu kommen sind immer wieder Abstecher notwendig und dann kann man sicher sein, dass das Meer nicht wirklich sichtbar ist vor lauter Privatgrundstücken und Privat-Zufahrtsstraßen. Parkplätze nahezu Fehlanzeige und wenn es dann doch einen gibt, dann kann man seinen Kopf drauf verwetten, dass Übernachten bzw. Camping verboten ist, da in der Nachbarschaft ein Campingplatz angesiedelt ist. Ich war ganz schön enttäuscht. Aufgeheitert und entschädigt haben mich allerdings die netten & idyllischen Ortschaften oder besser gesagt Dörfer am Meer. Viele haben sich ihren alten Charme erhalten und besonders die kleinen Häfen sind immer sehr schön anzuschauen mit ihrem Durcheinander an großen und kleinen Segelbooten.

Besonders zu empfehlen ist ein Abstecher zu nachfolgenden Dörfern, die alle auf der Touristen-/Panoramaroute (163er/174er und 171er) parallel zur E6 liegen:
Grebbestad, Fjälbacka, Smögen, Kungshamn & Hovenäset.

Kurz vor Grebbestad liegt Tanumshede, bekannt wegen seiner von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhobenen Felszeichnungen.

Gleich gegenüber dem Parkplatz des Vitlycke Museums liegen die eindrucksvollen Felszeichnungen für Jedermann jederzeit kostenlos zugänglich. Bei uns in Deutschland hätte man daraus sicherlich mit großem Aufwand eine Touristenattraktion gemacht mit einer horrend hohen Eintrittsgebühr. In Schweden wird vieles –darunter auch die Felszeichnungen- als Allgemeingut gesehen und es wird ohne großen Schnickschnack drum herum der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Die vielen mehrsprachigen Infotafeln (darunter auch in deutsch) geben eine Vielzahl an Informationen und sind eine gute Hilfe um das „Drumherum um die Steine“ besser zu verstehen. Die Felszeichnungen bzw. –ritzungen enthalten eine Fülle von Figuren und Szenen, verschiedene Schiffstypen, Männer mit erhobenen Äxten, ein Liebespaar sowie zahlreiche kleine, runde Vertiefungen im Granit. Der Inhalt dieser Bilder gibt den Forschern noch manches Rätsel auf und vieles an Informationen ist nicht gesichert, sondern wird lediglich angenommen bzw. vermutet.
Der Rundgang durch die kleine Anlage ist sehr kurzweilig und faszinierend, wenn man bedenkt, dass die Zeichnungen aus der Bronzezeit stammen. Für mich ein Besichtigungs-Muss für jeden, der auf dieser Strecke unterwegs ist.

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