Fahrt rund um den Vänernsee

Bevor es weiter an der Westküste Richtung Süden nach Göteborg geht, haben wir noch einen Abstecher zum Vänernsee gemacht. Der Vänern ist Schwedens größter See mit einer Wasseroberfläche von 5650 qkm. Um es gleich vorweg zu  nehmen, die Umrundung des Vänernsees kann man sich sparen. Die Straßen führen nicht am See entlang bzw. erlauben keinen Blick auf den See; die Ortschaften sind alle gleich langweilig und klein und bieten aus meiner Sicht keine wirklichen Highlights.

Sehenswertes gibt es aus meiner Sicht nur punktuell und zwar Sjötorp auf der Ostseite, Haverud auf der Westseite und Trollhättan an der Südspitze.

Durch Trollhättan fließt der Fluss Göta und man findet hier 3 Schleusengenerationen nebeneinander, sowie die größte Schleusenkammer, die von 10 Frachtschiffen täglich passiert wird. Die erste Schleuse wurde 1800 als Wunderwerk der Technik in Betrieb genommen. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, die unterschiedlich alten Schleusen zu erkunden. Leider hatte das Schleusenmuseum seine Pforten für dieses Jahr schon geschlossen. Es wäre sicherlich sehr interessant gewesen noch mehr Informationen zum Bau der alten Schleusen zu erhalten und auch die alten Photographien zu sehen.

In Trollhättan und Umgebung lässt es sich auch sehr gut Radfahren. Ich als bisher überzeugter „Anti-Radfahrer“ habe mich von Robert überreden lassen, eine 50 km lange Radltour (Fahrt entlang des Trollhättan/Västerborgs Leden) zu machen. Was habe ich auf dieser Tour geflucht und geschimpft. Es ging leider nicht immer schön gerade aus, wie am Göta-Kanal und Gegenwind war auch ganz schön. Robert hatte aber 5 km vor Ende der Radltour ein Einsehen mit mir. Gerade als mein Ehrgeiz geweckt war, möglichst schnell zum Ende zu kommen, hat sich Robert einen Platten gefahren. Es machte ein paar Sekunden lang ganz laut ffftttttttttttttttttt und dann war Schluss mit Radeln. Robert ist voller Schwung und Elan in irgendetwas Spitzes gefahren und dass war es dann mit dem Reifen. Aber Glück im Unglück, wir waren nicht mehr allzu weit von einer Straße entfernt. Ich durfte dann mit Roberts Fahrrad eine Zwangspause einlegen, bis dieser dann mit meinem Fahrrad zurückgeradelt ist und das Auto geholt hat. Ich war ganz schön enttäuscht, dass ich meine 50 km nicht voll machen konnte. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals in meinem Leben so weit geradelt bin. Ist wirklich nicht einfach mit mir !!!!!  In Zukunft werde ich auf jede Radltour mit Robert etwas zum Lesen mitnehmen, um evtl. Wartezeiten überbrücken zu können.

In Sjötorp beginnt oder endet der Göta-Kanal. Nachdem uns das andere bzw. entgegengesetzte Stück des Göta-Kanals so gut gefallen hat, war für uns dann dieses Stück des Göta_Kanals auch noch ein Muss. Und wir wurden nicht enttäuscht. Aufgrund Roberts Platten sind wir den Göta-Kanal ein kürzeres Stück als geplant entlang gewandert und zwar von Sjötorp nach Lyrestad (gute 7 km einfach). Der Herbst hat das Laub der Bäume am Göta-Kanal bereits verfärbt und dies hat noch für einen zusätzlichen Reiz gesorgt. Die Saison der Schiffe auf dem Göta-Kanal ist bereits vorbei und so hatten wir den gesamten Kanal für uns. Der Sparziergang an diesem Teilstück des Kanals ist m.E. vergleichbar mit einem Spaziergang an der Isar oder der Amper. Wirklich wieder sehr idyllisch; es hätte einem Landschaftsmaler zur Ehre gereicht. Allen, die genügend Zeit haben, kann ich diesen Spaziergang nur empfehlen.

Last but not least – Haverud. Hier sieht man die sehr interessante Schleusenanlage des Dalsland-Kanals. Das Besondere daran ist der Aquädukt. Der Kanal führt durch eine Stahlblechrinne an den Wasserfällen von Haverud vorbei. Das Bauwerk besteht aus einer Balkenbrücke aus Stahlblech, die auf Betonplinthen ruht und hat eine Spannweite von 32,5 Metern. 33.000 Nieten, von denen bisher nicht eine einzige erneuert werden musste, halten die Konstruktion zusammen. Auf jeweils höherem Niveau führen Eisenbahn und Straße über die Schlucht. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war es dort wie ausgestorben – kein einziger Mensch war weit und breit zu sehen und die Saison für die Boote war auch schon vorbei. So musste uns die Vorstellung genügen, wie es wohl ist bzw. sein könnte, wenn die Sportboote durch die Rinne bzw. den Aquädukt fahren.

Beim Besuch also unbedingt darauf achten, daß man sich innerhalb der Saison befindet (27. Juni -15. August). An die Anlage schließt ein Naturreservat an, das sich für einen netten Spaziergang eignet.

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