Über die Atlantikstraße nach Kristiansund

Genialer Übernachtungsplatz mit gigantischer Aussicht

Unser Übernachtungsplatz Donnerstag Abend in Molde war der absolute Hit. Wir standen ganz oben auf dem Aussichtsberg, dem Varden. Von dort hatten wir eine Wahnsinns-Aussicht auf Molde, den Romsdalfjord und auf unzählige Berggipfel des Molde-Panoramas. Zu unserem größten Glück schien auch noch die Sonne und der Himmel zeigte sich in in seinem seltenen  strahlendem Blau. Ein Anblick, von dem wir gar nicht genug bekommen konnten. Und -oh Wunder- relativ wenig Leute. Allerdings zu früh gefreut. Am nächsten Morgen beim Frühstück sehen wir –wieder einmal- eines der großen Kreuzfahrtschiffe in den Hafen einlaufen. Wie wir noch darüber sinnieren, warum gerade Molde als Anlegestelle gewählt wurde, rauschten kurz drauf im Konvoi 6 große Omnibusse den Weg zum Aussichtspunkt hinauf. Was dann ablief war Slap-Stick pur. Alle Mann raus aus dem Bus und dann gleich mal das erste Foto geschossen. Ein paar Meter weiter rechts und links hat sich das Prozedere wiederholt. Nach nicht mal 10 Minuten sind wieder alle rein in den Bus und schon ging es wieder den Berg runter. Fast hatte ich Mitleid mit den Kreuzfahrttouristen – aber nur fast!

Molde selbst hat m.E. neben dem Aussichtspunkt am Varden nichts touristisch Wertvolles zu bieten. Die Stadt liegt allerdings strategisch günstig bzw. nahe zur berühmten Atlantikstraße an der Westküste. Diese wird zu den schönsten Autostrecken der Welt gezählt. Sie liegt 30 km südlich von Kristiansund und 50 km nördlich von Molde. Genauer gesagt verläuft sie zwischen den Ortschaften Vevang und Kårvåg. Die Strecke ist nur 8,2 km lang. Über 8 zum Teil sehr futuristische Brücken sind die kleinen Inselchen und Schären miteinander verbunden. Wirklich ganz nette Strecke zum Fahren. Insbesondere das Schären-Feeling hat was für sich. Dennoch hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen. Lag es am Wetter, das zum Zeitpunkt der Brückenüberquerung den Sonnenschein wieder vermissen ließ und der Himmel wieder mal grau in grau glänzte? Lag es an den vielen Touristen, die Parkplätze zu Mangelware werden ließen? Oder lag es daran, dass wir bisher schon so viel Spektakuläres gesehen haben? Wir wissen einfach nicht woran es lag, dass wir die Aussage „zählt zu den schönsten Autostrecken der Welt“ nicht so ganz nachvollziehen konnten. Selber schuld, kann man da nur sagen!! Hätten wir bei der Anfahrt nicht so viel Zeit in Bud verbracht, dann hätten wir vielleicht auf der Fahrt über die Brücken noch ein paar Sonnenstrahlen abbekommen und alles wäre uns vielleicht in einem anderen Licht erschienen. Wer weiß das schon!

Bud ist ein wirklich kleines und verschlafenes Fischernest, das noch mit ein paar schönen alten Holzhäusern am Hafen aufwarten kann. Bekannter ist der Ort jedoch durch die von der deutschen Wehrmacht errichtete Festung Ergan. Diese kann besichtigt werden und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Es ist schon unglaublich, was die Deutschen am südlichen Zipfel der Hustadbucht so alles an Gängen und Bunkern errichtet haben. Wäre die Geschichte nicht so traurig, dann müsste man vor dieser Ingenieurskunst glatt den Hut ziehen. Die Bauleistung ist beachtlich, die Geschichte dahinter und der Umgang der Wehrmacht mit der Bevölkerung dagegen ist nur beschämend! Ich weiß schon, warum ich immer sage, dass wir als Deutsche zu Besuch in Norwegen eine besondere Verantwortung tragen. Als deutscher Tourist ist es m.E. sehr wichtig, sich besonders gut zu benehmen und sich an alle Vorschriften zu halten. Diese, meine Einstellung führt bei meinem Ehemann des Öfteren zu „Schmunzel-Attacken“. Ich lasse mich aber dadurch nicht von meiner Haltung abbringen. Und bisher sind wir damit ganz gut gefahren.

Kristiansund ist eine Stadt, die sich auf 3 Inseln befindet, die miteinander mit Brücken verbunden sind. Sie wurde im Krieg vollkommen zerstört und dann wiederaufgebaut. Wirklich alte Bausubstanz findet sich daher nicht. Wir hatten allerdings einen tollen Übernachtungsplatz beim Klippfischmuseum direkt am Wasser. Mit Blick auf den Hafen und auf das Zentrum der Stadt. Bei der Weiterfahrt nach Trondheim mussten wir durch die halbe Stadt fahren. Dabei haben wir dann auch noch alles das gesehen, was unser Übernachtungsplatz an Sicht nicht hergab. Nun können wir in Bezug auf die Stadt mitreden. Eine Wiederholung des Besuches brauchen wir allerdings nicht. Kristiansund hat uns nicht so vom Sockel gerissen. Das nächste Mal werden wir uns gleich auf direktem Wege Richtung Trondheim begeben.

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