Valencia, drittgrößte Stadt Spaniens

Valencia
Valencia, geschäftiges Handels- und Industriezentrum

Valencia, geschäftiges Handels- und Industriezentrum

Valencia liegt inmitten der Huerta, einer Ebene voller Obst- und Gemüseplantagen. Auf unserem Weg nach Valencia reihte sich eine Orangen- und Olivenbaumplantage an die andere. Wir konnten uns dabei gar nicht vorstellen, dass Valencia als drittgrößte Stadt Spaniens ein geschäftiges Handels- und Industriezentrum ist. Allerdings, je näher wir der Stadt kamen um so mehr wurde uns das vor Augen geführt.

Da waren zum einen die Fabrikgebäude der Fliesenproduzenten entlang der Straße nach Valencia. Die Stadt verfügt nämlich über eine bedeutende Keramikproduktion. Einen Produzenten, Porcelanosa, kannten wir sogar aus den Zeiten unseres Badumbaus. Die haben nämlich auch einen Showroom in München. An Valencia grenzt zudem ein breiter Industriegürtel. Den haben wir bei unserer Anfahrt auch noch gestreift. Und es gibt auch einen Containerhafen. Die Beschaulichkeit der Huerta ist damit dann gleich ganz schnell Vergangenheit. 

Um zu unserem Campingplatz zu gelangen mussten wir mit dem Wohnmobil mitten durch die Stadt. Für mich der reinste Alptraum. Eine Verkehrsdichte und ein Gewusel, das seinesgleichen sucht. Dazu noch eine für mich nicht immer eindeutige Straßenführung. Zum Teil auch noch über mehrere Spuren hinweg. Ich war während der Fahrt total gestresst und richtig froh, als wir wohlbehalten am Campingplatz angekommen sind. Und ich war ja nur der Beifahrer! Mein Mann kann über so was nur lachen. Er meint, ich müsse in dieser Beziehung gelassener werden. Vielleicht hat er ja Recht …?

Valencia, Stadt der Gegensätze

Das Zentrum von Valencia ist sehr belebt. Es ist immer etwas los; die Straßen stets voller Leute. Auf uns wirkte Valencia mit seinen großen und eleganten Gebäuden sehr mondän. Der Baustil einzelner Häuser erinnerte uns dabei vielerorts an London. Und stellenweise fühlten wir uns auch wie nach London versetzt. Im alten Viertel El Carmen geht es dagegen beschaulicher zu. Auch die Atmosphäre ist dort eine komplett andere.

Die vielen alten Denkmäler in der Stadt fördern aus unserer Sicht zusätzlich den Kontrast zwischen neu/modern und alt/geschichtsträchtig. Die meisten davon sind von der Plaza del Ayuntamiento gut zu Fuß zu erreichen. Alles liegt sehr kompakt zusammen. Innerhalb von 2 Tagen konnten wir alles für uns Interessante besichtigen und uns ausgiebig durch die Gassen treiben lassen. Allerdings haben wir dabei weder die Kathedrale von innen besichtigt noch ein Museum besucht. Ich fand sogar auch noch die Zeit, mir die Haare schneiden zu lassen. Dank der Empfehlung meines Frisörs daheim ist dieses „Abenteuer“ gut ausgegangen. Und das, obwohl ich kein Spanisch spreche und der Frisör so gut wie kein Englisch. Oh Wunder, ich war sogar im Großen und Ganzen mit dem Ergebnis auf meinem Kopf zufrieden. Und wer mich kennt weiß, dass das schon was heißt! 

Valencias zerstreute Shopping-Meilen 

Zum Shoppen finde ich Valencia ein wenig anstrengend. Ich hatte den Eindruck, dass die Haupt-Geschäfte nicht konzentriert in einer Straße oder in einem überschaubaren Bereich liegen. Bei uns in München konzentriert sich alles so schön auf Kaufinger-, Sendlinger-, Theatiner- und Maximilianstraße. Und die liegen auch noch so nahe beieinander bzw. gehen ineinander über. Valencia empfand ich dagegen als sehr zersplittert. Ein kleiner Fußgängerbereich hier, ein paar Einkaufsstraßen hier und dort, ein Einkaufszentrum gegenüber der Ciutat de les Arts i de les Ciències usw. Und bis man sich versieht, ist man auf dem Weg quer durch die ganze Stadt. Nachdem unser Fokus nicht auf Shoppen lag, hat es uns Gott sei Dank nicht tangiert. Und Shoppingbegeisterte brauchen halt dann gutes und bequemes Schuhwerk und vor allem Ausdauer. 

Valencias Markthalle ist Europas schönste und größte 

Besonders schön und absolut sehenswert fanden wir Valencias Markthalle, den Mercado Central. Er ist in einem wahrlich imposanten Jugendstilgebäude aus Eisen und Glas untergebracht. Er gilt zu Recht als eine der schönsten und größten Markthallen Europas. Der Mercado Central konzentriert sich auf Lebensmittel aller Art. Im Gegensatz zu Barcelona gibt es keine Bistros oder ähnliches. Ich habe nur eine einzige Möglichkeit entdeckt, wo man sich hinsetzen und etwas essen konnte. Die Markthalle ist daher wirklich nur zum Anschauen und Durchschlendern geeignet, jedoch nicht zum Mittagessen. Es sei denn man steht auf Obstsalat aus dem Becher oder einem Sandwich aus der Hand. Es gibt aber mehr als genug Restaurants, Cafes und Tapas-Bars drum herum. Hunger muss wahrlich keiner leiden. 

Valencias Ciutat de les Arts i de les Ciències 

Die moderne Kunst- und Wissenschaftsstadt Ciutat de les Arts i de les Ciències liegt außerhalb des Stadtzentrums. Dennoch ist sie auch gut und einfach vom Zentrum zu Fuß zu erreichen. Schneller geht es jedoch mit dem Bus, der direkt vor den Gebäuden hält. 

Der Komplex am Hafen fällt jedem sofort ins Auge. Mit seinem 5 sehr futuristischen Gebäuden zieht er auch sofort alle Blicke auf sich. Denn die sind dort schon sehr einzigartig und speziell. Sie wurden um ein gigantisches Wasserbecken gruppiert. Das ganze Ensemble aus Wasser, Glas und weißem Stahl übte eine fast magische Anziehungskraft auf uns aus. Wir fühlten uns auf jeden Fall wie in die Zukunft versetzt. Der Besuch der Ciutat de les Arts i de les Ciències ist für uns ein absolutes Muss. Und das nicht nur für Architekturfreaks. 

Je nach Standort und Blickwinkel schauen die Gebäude immer anders aus. Es ist wirklich notwendig, um alle Gebäude herumzugehen. Denn erst dann erkennt man, welche Form der Architekt Santiago Calatrava den Gebäuden gegeben hat. Der Palau d les Arts (Konzerthalle) hat z.B. die Form eines Fisches. Und L’Hermisferic (Kino und Planetarium) wurde wie ein Augapfel gestaltet. Über den Parkdecks erhebt sich die gigantische Gartenpromenade L’Umbracle. Ein Teil davon ist eine große Bar. Ich stelle es mir schön vor, hier abends mit einem Getränk zu sitzen und die beleuchteten Gebäude zu genießen. Bei unserem Besuch hatte ich den Eindruck, dass sie gerade erst dabei sind die Bar herzurichten und zu bestücken. Mit abendlichem Genuss war dann leider nichts.

Fazit unseres Valencia Besuches

Valencia ist wirklich eine ganz nette Stadt. So richtig begeistern konnten wir uns allerdings nicht für die Stadt. Man kann auch sagen, der Funke ist trotz allem nicht auf uns übergesprungen. Es hat uns irgendetwas gefehlt. Auch wenn wir es nicht konkret in Worte fassen können was es ist. Die 2 Tage Valencia waren daher für uns vollkommen ausreichend. Im Gegensatz zu z.B. London oder Rom reicht für uns ein einmaliger Besuch vollkommen aus.

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