Wein, Wein und nochmals Wein – Hauptthema der Halbinsel Pelješac

Pelješac, eine Halbinsel die sich dem Weinanbau verschrieben hat

Die Halbinsel Pelješac ist lediglich 85 km lang und max. 7,5 km breit. Trotzdem hat man das Gefühl, dass sich die ganze Halbinsel im „Weinanbaufieber“ befindet. Schon bei der Hinfahrt zum Hafen sind uns die zahlreichen Schilder mit Hinweis auf Weinverkostung und Weinverkauf aufgefallen. Kaum ein Haus, an dem keines der Schilder angebracht ist. Überall auf der Halbinsel finden sich Weinberge der unterschiedlichsten Größe. Jede für den Weinanbau in Frage kommende Fläche wird genutzt. Besonders stark vertreten ist die Wein-Zunft in Potomje. Bei der Hinfahrt hatten wir auf etwaige Verkostungen verzichtet. Mussten wir doch rechtzeitig die Fähre nach Korčula erreichen. Bei der Rückfahrt hatten wir allerdings ausreichend Zeit. Somit stand einer kleinen Weinprobe nichts mehr im Wege. Besonders interessiert waren wir am Rotwein namens Dingać. Er wird aus der autochthonen roten Rebsorte Plavac Mali erzeugt. Die besten Qualitäten wachsen an einem ganz bestimmten dem Meer zugewandten Steilhang westlich von Potomje. Dieser Steilhang wird Dingač genannt und gibt dem Wein damit seinen Namen. Aber auch die Plavac Mali Weine anderer Lagen sind hochgelobt und sollen sehr gut sein. Allerdings sind sie sehr gehaltvoll. Bis zu 15 % Alkohol sind in guten Jahren drin. Das Preisniveau ist leider gehoben. Es geht bei 12 Euro die Flasche los. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Ein Dingač Barrique aus einem guten Jahr kann auch schon 30 Euro die Flasche kosten.

Weinverkostung bei Grgič und Madirazz

Wir haben einige Weiß- und Rotweine der Kellerei Madirazz aus Potomje verkostet. Die Weißweine waren uns zu fruchtig und noch zu säurebetont. Aber die Rotweine waren wirklich ein Knaller. Richtige Geschmacksbomben! Wir haben uns bisher nicht vorstellen können, dass wir einen kroatischen Wein finden, der uns wirklich taugt. Aber nun müssen wir Abbitte leisten. Den ersten Schritt in diese Richtung haben wir mit dem Kauf von ein paar Fläschen Dingač Riserva 2009 und Plavac Mali 2011 gemacht. So steht einer Wiederholung des Geschmackserlebnisses zu Hause nichts mehr im Wege.

Grgič in Trstenik war dann das zweite Weingut, das wir besucht haben. Der Besitzer Miljenko “Mike” Grgić ist ein Heimkehrer aus den USA, der sich bereits mit seinen Klassenweinen einen Namen in Kroatien gemacht hat. Er soll sogar eine Legende im kalifornischen Napa Valley sein. Angeblich war er dort über Jahrzehnte hinweg eine der prägenden Persönlichkeiten und mitverantwortlich für den großen Erfolg kalifornischer Weine. Die Erfahrung, den Erfolg und die außerordentliche Qualität seiner amerikanischen Weine merkt man auch seinen kroatischen Weinen an. Leider hat er nur 2 davon im Angebot. Einen Plavac Mali und einen Pošip. Bei letzterem kommen die Trauben von der Insel Korčula und nicht von Peljesač. Beide wirklich sehr hervorragend. Es ist bis jetzt der einzige Pošip, der uns wirklich geschmeckt hat. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass auch hier wieder ein paar Fläschchen ihren Weg in unseren Kastenwagen fanden. Gelobt ist der große Stauraum unter dem Bett!

Feinster Fisch bis zum Abwinken am Hafen von Trstenik

Oben vom Weingut Grgič hat man einen sehr schönen Blick hinunter auf die kleine Ansiedelung von Trstenik mit seiner weit geschwungenen Bucht und dem Hafen. Direkt am Hafen haben wir von dort oben eine Lokal ausgemacht. Robert hat sich dann sofort im Tripadvisor auf die Suche gemacht. Und tatsächlich, es handelte sich um eines der wenigen Restaurant-Perlen. 5 Sterne bei weit über 100 Bewertungen. Das ist wirklich eine Seltenheit. Wie gut, dass es gerade Mittagszeit war und auch unsere Mägen dezent geknurrt haben. Die Konoba Vitaceae machte seiner guten Bewertung im Tripadvisor wirklich mehr als alle Ehre. Für Fischliebhaber ist der Besuch dieses Restaurants ein absolutes Muss. Der Fisch superfrisch und 1a-Qualität. Die Platte mit dem gegrillten Fisch war eine der Besten, die wir je hatten. Und die Fisch-Auswahl auf der Platte war enorm. Auch unsere Vorspeise, ein Trio vom Thunfisch, war ganz köstlich. Dazu haben wir einen Pošip von Grgič genossen. Der passt ganz hervorragend zu Fisch und Schalentieren. Auch beim zweiten „Testen“ hat uns der Pošip von Grgič wieder sehr gut geschmeckt.

Ston – „Erklimmen“ der längsten Mauer Europas

Nach so viel Genuss, wenn auch nur von Fisch, war dann sportliche Betätigung angesagt.

In Ston gibt es die längste Mauer Europas. Sie ist 5,5 km lang und verband damals eine Doppelfestung. Eine um Veliki Ston an der Südseite und eine zweite um Mali Ston an der Nordseite. Die Mauer hatte früher 40 Wehrtürme und fünf integrierte Bastionen. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen. Von den Festungen sind noch Teile vorhanden. Die lange Mauer ist nicht nur von außen zu bestaunen, sondern kann auch nach Ihrer Restaurierung wieder begangen werden. Der Größte Teil der Mauer zieht sich steil den Hang hinauf. Die Steigung ist wirklich nicht ohne. Am höchsten Punkt angekommen wird man jedoch für seine schweißtreibende Mühe mit einem besonders schönen Panorama belohnt. Auf der einen Seite blickt man auf den Stadtkern und die Salztrockenpfannen von Veliki Ston. Etwas weiter auf der anderen Seite sieht man den Meeresarm mit den schwimmenden Zuchtstationen für Schalentiere. Weiter hinten am Horizont runden die karstigen Berghänge das Panorama ab. Besonders dieser Blick sorgt für viele begeisterte Ausrufe. Wir bilden hier keine Ausnahme!

Die Mauer und Doppelfestung wurde von den Ragusaner Ende des 15. Jahrhunderts fertiggestellt. Die Anlage an dieser Stelle war ein sehr cleverer Schachzug. Ston liegt nämlich gleich zu Beginn der Halbinsel Pelješac. Diese ist mit dem Festland nur an einer schmalen Stelle verbunden. Wer damals über diese Engstelle herrschte, beherrschte auch die Küstenschifffahrtslinien. Wenn nicht sogar die ganze Küste.

Uns hat die Mauer, die sonstigen „Überreste“ und die Panorama-Ausblicke von oben wirklich begeistert und beeindruckt. Es lohnt sich auf jeden Fall sich auf das „Abenteuer der Besteigung“ einzulassen.

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4 Antworten zu Wein, Wein und nochmals Wein – Hauptthema der Halbinsel Pelješac

  1. Heike Stössel sagt:

    Ich könnte mich kaputt lachen! Seit Tagen will ich Euch den Tipp mit Trstenik senden und dem besondernen Weingut! Hannah war ja im August für 2 Wochen dort, da die Familie ihres Freundes dort ja ein Haus am Hafen hat und den ganzen Sommer dort verbringt! So klein ist dann doch die Welt…
    Ganz liebe Grüße!
    Heike

  2. Kroatienfan Thomas sagt:

    Was für eine tolle Reise.

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