Kiruna und Abisko-Nationalpark – Fahrt in den „hohen“ Norden von Schweden

Wochenlang habe ich mit den Wetterprognosen für Kiruna  & den Abisko-Nationalpark mitgezittert. Anfangs war das Wetter oben im Norden von Schweden doch ziemlich schlecht  – 11 Grad und Dauerregen, aber mit der Zeit wurde es besser und so war ich voller Hoffnung. Nachdem wir auf unserer Reise bisher so gut wie keinen Regen hatten, war ich ziemlich geschockt, dass es während der Fahrt von Gällivare nach Kiruna nur geregnet hat. Trotzdem stand Zuversicht weiterhin an erster Stelle – so schnell wollte ich mich dann doch nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Am nächsten Tag haben wir die Eisenerzgrube in Kiruna besucht. Die Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich, da in der Grube nach wie vor das Eisenerz abgebaut wird. Es ist sozusagen noch eine aktive Grube. Abgebaut wird unter Tage – mittlerweile 1300 m unter der Erde.

Die Einfahrt in die Grube ist schon beeindruckend und beklemmend zugleich. Man sieht ein unscheinbares „Loch“ mit der Aufschrift Grubeneinfahrt und dann geht es in nahezu vollkommener Dunkelheit eine gefühlte Ewigkeit in die Besuchergrube auf ca. 500 m in die Tiefe.  In der Besuchergrube wurde in den 80er Jahren noch das Erz abgebaut. Bevor es los geht muss jeder Besucher einen dieser schicken Sicherheitshelme aufsetzen, die einen immer ganz besonders gut kleiden. Robert meinte, dass ich mich nicht so haben soll, da dies hier ja keine Modenschau ist – es geht doch nichts über einen zartfühlenden und sensiblen Mann ….

Die Führung selbst ist wahnsinnig informativ. Man bekommt nicht nur alles über die Firma LKAB und ihre Produkte erklärt, sondern es wird auch sehr anschaulich anhand ausgemusterten Gerätschaften gezeigt, wie das Erz gewonnen wird und welche Prozesse ablaufen. Die Führung kann wirklich nur jedem wärmstens empfohlen werden.

Bei trockenem Wetter sind wir in die Grube rein und bei Regen sind wir aus der Grube wieder raus. Es war zum Verzweifeln. Lt .Reiseführer gehört die Fahrt von der Küste sprich Kiruna bis zur schwedisch-norwegischen Grenze und insbesondere die Gebirgswelt hinter der Grenze  zum großartigsten, was Skandinavien zu bieten hat. Und dass sollte ich nun im Regen erleben bzw. zumindest Teile davon.

Wir haben uns dennoch zur Weiterfahrt bis in den Abisko-Nationalpark entschlossen. Obwohl der Himmel grau und neblig war und eine schlechte Sicht herrschte, war doch die Großartigkeit der Landschaft im Ansatz zu erkennen. Wenige Kilometer vor dem Abisko-Nationalpark haben wir dann unseren ersten wilden Elch an der Straße gesehen und es hat dann auch mit dem Regen aufgehört. Ich habe das ganze gleich als gutes Omen gewertet.

Am nächsten Tag hatten wir dann strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel, wie es schöner nicht sein konnte. Es war zwar ein bischen frostig, aber dagegen hilft ja bekanntlich warm anziehen. Mein Seelenfrieden in Bezug auf Wetter war damit wieder hergestellt.

Wir haben uns den Abisko-Canyon angesehen und sind ein Stück entlang des Kungsleden gewandert. Der Kungsleden ist ein berühmter und vielbesuchter Fernwanderweg, der sich über 500 km von Abisko im Norden bis nach Hemavan im Süden erstreckt. Der Canyon ist wirklich beeindruckend und man hört das Wasser schon von weitem rauschen. Auf dem ersten Stück des Kungsleden bieten sich immer wieder ganz tolle Panorama-Ausblicke auf die umgebenden Berge, ansonsten haben wir den Weg allerdings nicht als so berauschend gefunden. Wir sind daher nicht den gleichen Weg zurück, sondern sind beim Rückweg auf den „naturstig“ ausgewichen. Hier ging es noch einmal über heideähnliche Steppen und moorastige Stellen und war landschaftlich wirklich sehr schön.  Alles in allem waren wir knapp 12 km unterwegs.  Unsere Füße haben sich allerdings nach über 20 km angefühlt und wir haben in der Nacht supergut geschlafen.

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1 Antwort zu Kiruna und Abisko-Nationalpark – Fahrt in den „hohen“ Norden von Schweden

  1. Heike & Ralph sagt:

    Hallo ihr Beiden,
    nach längerer Lesepause (viel Arbeit und eigener Urlaub) komme ich nun endlich dazu “aufzuholen”. Einen besseren, lustigeren Start in die Woche hatte ich wohl selten! Martina: einfach großartig wie du beschreibst. Mach bitte unbedingt weiter.
    Robert: bitte mit den kleinen “Unfällen” weitermachen, wir amüsieren uns gerne auf deine Kosten!
    Den Rest der Beschreibungen hebe ich mir für heute abend auf!
    Ganz liebe Grüße aus der Heimat!
    Heike und Ralph

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