Wanderung am Trollforsen oder wie Robert im Moor versank

Ca. 45 km nördlich von Arividsjaur im schönen Lappland befindet sich der Trollforsen,  ein wunderschöner rauer Flusslauf mit einer großen Anzahl von teilweise sehr beachtlichen Stromschnellen. Der Rundweg ist 6 km lang und geht auf einer kleinen Insel immer am Trollforsen entlang.

6 km, dachten wir uns, ist ja kein Problem, dass sind wir schnell gelaufen. Aber Pustekuchen. Der Weg, wenn er denn als solches bezeichnet werden kann, war wirklich sehr anstrengend und wir kamen nicht so schnell als gedacht vorwärts. Es ging über Stock und Stein und Morast, der Fußpfad war als solches nicht immer erkennbar und es fand sich teilweise nur nach langem Suchen die Wegmarkierung. Stellenweise hat man in der Ferne die Wegmarkierung gesehen, es war allerdings nicht ganz eindeutig, wie man dahin gelangt, mangels sichtbarem Pfad. An einer dieser besagten Stellen geschah dann auch das Malheur. Robert entschied sich für links und ich mich für rechts.  Ich war kaum „heil“ an der nächsten Wegkennzeichnung angelangt, als mich mein Göttergatte sehr laut und heftig zu sich gerufen hatte. Mir blieb erst einmal die Luft weg – der steckte doch glatt fast bis zu den Knien im Moor fest. Im ersten Moment jagte ein heißer Schauer durch meinen Körper – was kann ich machen, wenn er noch tiefer einsinkt, wie kann ich ihm helfen, ohne selbst zu versinken …. waren die Gedanken, die mir zuerst durch den Kopf schossen (Robert meinte hier gemeinerweise, mein Hauptanliegen wäre gewesen, wer dann den Kastenwagen fährt ….). Als ich dann merkte, dass es nicht ganz so dramatisch ist,  konnte ich mich vor dieser komischen Situation vor Lachen nicht mehr halten. Es hat zwar ein bischen Mühe bereitet, aber Robert kam dann doch ganz gut wieder raus aus dem Moor und konnte dann nach dem ersten Schreck selbst herzhaft über sein Mißgeschick lachen. Für den Rest des Weges, durfte ich dann immer vorangehen – ein Schelm, der Böses dabei denkt …..

Trotz der Anstrengungen ist diese kleine Rundwanderung ein Highlight. Die Natur bzw. die Stromschnellen sind einfach einmalig. Wir waren ganz für uns alleine und sind unterwegs nur auf vereinzelte Angler auf der anderen Flußseite gestoßen. Die Natur scheint noch sehr unberührt (sogar eine Kreuzotter hat unseren Weg gekreuzt – und dass, wo ich doch Schlangen überhaupt nicht ausstehen kann) und es finden sich immer wieder sehr pittoreske landschaftliche Aus- und Einblicke.

Nach diesem kleinen Abenteuer ging es dann wieder weiter Richtung Ostküste bzw. Pitea, zur letzten LPG-Tankstation im Norden von Schweden. Auf dem Weg dahin, haben wir uns dann noch in der Nähe von  Älvsbyn, den Storforsen angesehen. Der Storforsen ist Europas größte unkontrollierte Stromschnelle mit einer Fallhöhe von 82 Metern. Der ganze Bereich ist mit Stegen versehen und die schäumende Stromschnelle kann man damit ganz nah bzw. in greifbarer Nähe erleben. Schon eindrucksvoll, mit welcher Wucht und Masse hier das Wasser runterrauscht.

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4 Antworten zu Wanderung am Trollforsen oder wie Robert im Moor versank

  1. Petra sagt:

    Halo Ihr Lieben, das sind ja tolle Bilder und ein sehr spannendes Tahebuch. Wir wünschten wir könnten gelegentlich dabei sein. Robert hat sich hoffentlich vom Sclamm und Du, Martina, vom Schreck erholt. Wir sind jetzt auch mal weg, aber nur für 2 Wochen. Weiterhin viele spannende Abenteuer und unsere besten Wünsche und Grüße. P&A

  2. PeterM sagt:

    Servus ihr 2 “Nordlichter”,
    jetzt hab ich mich auch mal angemeldet um eure Berichte (besser gesagt Martina`s Berichte) aus der Heimat zu kommentieren. Ich muss schon sagen, es ist schon beeindruckend was ihr so alles erlebt, aber dir liebe Martina ein dickes Lob für die Art wie du das Erlebte beschreibst…..da ist man fast live dabei. Und dir lieber Robert……danke dass du dich bereitwillig für die ein oder andere Anekdote zur Verfügung stellst 😉 , das lässt einem neben großen Augen auch das Schmunzeln ins Gesicht ziehen. Du bist halt immer für ein kleines Malheur zu haben. Macht weiter so, ich freue mich auf die nächsten Updates.
    Liebe Grüße aus München
    Peter

  3. SusiGeorg sagt:

    Ich kann mich den Aussagen von Petra und PeterM nur anschließen: Euer Tagebuch und die Schilderungen sind wirklich fantastisch und man hat das Gefühl, als wäre man unmittelbar dabei. …..ich wollte Robert schon aus dem Moor helfen, bis ich merkte dass…….
    Weiter so und ich freue mich riesig, dass Ihr schon so weit in den Norden gekomnmen seid! (Moskitos?)
    Passt weiter gut auf Euch auf und liebe grüße
    Susi und Georg

    • Martina sagt:

      Es freut mich sehr, dass Euch der Schreibstil und die Inhalte gefallen.

      Wir freuen uns auch immer über jeden Kommentar, der zeigt, dass unser Reiseweg mitverfolgt wird.

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