Zu Besuch auf der Meyer Werft in Papenburg, dem Geburtsort zahlreicher Kreuzfahrtschiffe

Noch steht der Kreuzfahrtriese in der Garage. Im August geht es dann los in die weite Welt hinaus.

Auf dem Weg zur Nordsee haben wir spontan beschlossen, in Papenburg der Meyer Werft einen Besuch abzustatten. Das Glück war uns hold und wir konnten uns noch am selben Tag für eine Besichtigung einbuchen (Buchung erfolgt ausschließlich über Papenburg Tourismus GmbH – Tel. 04961-83 96 0). Mit dem Bus geht es vom Zentrum in Papenburg direkt zum Besucherzentrum in der Werft. Die Meyer-Werft hat den Aufwand nicht gescheut und ein sehr großes und modernes Besucherzentrum direkt auf dem Werftgelände gebaut. Unter der Leitung eines Guides geht es dann durch die Ausstellung. Dem Interessierten wird alles zum Thema Schiffbau insbesondere dem Bau von Kreuzfahrtschiffen auf sehr kurzweilige und sehr informative Art näher gebracht. Die Meyer-Werft hat unter anderem auch die AIDA-Schiffe gefertigt.

Die Schiffsmodule werden zusammengebaut.

Auch für den Laien ist sehr viel interessantes und überraschendes dabei. Wir waren doch ein wenig erstaunt zu hören, dass die Schiffskabinen von einer externen Firma komplett gefertigt werden und dann einfach wie ein Baukasten in das Schiff geschoben und festgeschweißt werden. Komplett heißt in diesem Fall wirklich komplett – das gesamte Mobiliar ist bereits vorhanden; es fehlen nur noch die Bettwäsche und Handtücher. Sogar die Bilder sind schon an den Wänden und alles bewegliche Mobiliar wird einfach unter der Decke festgebunden.

Ein fertiges Modul wartet auf die weitere Verarbeitung in ein Schiff.

Besonders beeindruckt waren wir von den beiden überdachten Baudocks, in die wir vom Besuchszentrum aus wunderbaren Einblick hatten. Sie bilden den Mittelpunkt der Meyer-Werft und in ihnen wird an 364 Tagen im Jahr 24 Stunden lang gearbeitet. Das größere von beiden ist mit seinen Maßen 504m x 125m x 75m schon sehr imposant. Derzeit wird an 2 Kreuzfahrtschiffen gearbeitet und das bisherige Ergebnis kann sich wirklich schon mehr als sehen lassen. Robert und ich waren auf jeden Fall sehr fasziniert und tief beeindruckt.

Neben mehr als 3000 Mitarbeitern der Meyer-Werft sind mehr als Tausende von Mitarbeitern der Lieferanten am Bau der Schiffe beteiligt. Wir als Besucher haben jedoch vom Besucherzentrum kaum einen Mitarbeiter zu Gesicht bekommen, lediglich das vereinzelt sichtbare „Funkenfeuer“ beim Schweißen deutete auf Geschäftigkeit hin.

Jeder, der sich in Papenburg oder in der Nähe davon befindet sollte sich diese einmalige Gelegenheit des Einblicks in den Schiffsbau nicht entgehen lassen. In den 2 Stunden, die die Führung dauert, bekommt man wirklich einen guten Überblick und der Eintrittsreis mit 12,90 Euro pro Person ist dabei auch noch sehr moderat.

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Highlight II des (Unter-)Frankenlandes – Kanutour auf dem Alt-Main

Eine Kanufahrt auf dem Main ist ein wirklich kurzweiliges Vergnügen für jung und alt und wir können diese Tour nur jedem ans Herz legen. Die zu paddelnde Strecke kann individuell gewählt werden. Es geht immer mit der Strömung flussabwärts. Dadurch sind immer wieder Paddel-Verschnaufpausen möglich und die große Anstrengung hält sich in Grenzen. Unterwegs auf der Strecke bieten sich auch immer wieder Möglichkeiten für einen Halt an Land an. Die sich bietende Landschaft ist sehr idyllisch und insbesondere die Teilstrecke von Astheim nach Escherndorf/Nordheim ist Romantik pur und nur schwer zu überbieten – wir haben sogar 2 Eisvögel gesehen. Wenn auch nur kurz im Vorbeifliegen. Dies hat der Seligkeit jedoch keinen Abbruch getan.

Wir haben uns auf Empfehlung (Danke Thomas!) für den Verleiher kanuta entschieden und waren mit dem gebotenen Abhol-Service sowie der Qualität und Zustand des Bootes mehr als zufrieden (mehr Informationen zum Verleiher gibt es unter www.kanuta.de). Gepaddelt sind wir von Fahr nach Schwarzach am Main – gute 16 km. Die erste Strecke von Fahr nach Astheim teilt man sich noch mit dem Schiffverkehr auf dem Main. Die Kapitäne der Schiffe haben jedoch immer ein Auge auf die Kanuten und wenn man sich nicht in der Mitte der Fahrrinne auffällt, sondern mehr im Uferbereich kann gar nichts passieren. Ich muss allerdings zugeben, dass ich bei dem ersten passierenden Flussschiff schon mächtig Herzklopfen hatte. Dies hat sich dann ganz rasch gelegt und nach kurzer Zeit war es schon fast Routine. Ab Astheim geht es dann auf den Alt-Main. Hier gibt es keinen Schiffsverkehr mehr und die Paddler sind unter sich. Wir hatten allerdings das Glück, dass außer uns keine anderen Paddler unterwegs waren, wir hatten sozusagen den Main paddeltechnisch gesehen für uns. Was für ein erhabenes Gefühl …!!!

Auf der Strecke von Fahr nach Astheim war kaum Strömung, so dass hier doch kräftiges Paddeln angesagt war. Aber auch wir zwei Ungeübte haben das ganz gut hinbekommen. Die größte Herausforderung war die Bewältigung der manuell zu betätigenden Schleuse bei Astheim. Oh Mann, was hatte ich davor für einen Schiss! Aber wie bei so vielen anderen Sachen auch stellte es sich hinterher als ganz unkompliziert heraus.

Obwohl es mir mein lieber Mann alles andere als leicht gemacht hat. Bevor ich mir nach der Einfahrt in die Schleuse auch nur irgendeinen Gedanken über den Ablauf machen konnte, sprang mein Göttergatte -obwohl er hinten im Kanu saß und die Steuerfunktion innehatte-  aus dem Boot und betätigte die Schleuse. Ich war immer der Meinung, dass er dann anschließend wieder ins Boot steigt und wir die Schleuse gemeinsam meistern werden. Pustekuchen – da habe ich die Rechnung ohne meinen Robertl gemacht!! Er blieb einfach am Rand der Schleuse stehen und sah mir gelassen zu wie mit ablaufendem Wasser das Kanu mit mir immer weiter nach unten sank. Da ich hinten keine Augen habe dauerte es ein wenig bis ich bemerkte, dass das Kanu hinten auf einer Schwelle aufsaß und langsam Schieflage bekam. Ich habe es dann Gott sei Dank noch rechtzeitig geschafft, das Hinterteil des Kanus von der Schwelle runter zu bekommen. Die größte Herausforderung für mich war jedoch das lange Kanu alleine aus der Schleuse herauszubekommen und ans Ufer zu bringen, damit mein herzallerliebster Ehemann wieder bequem an Bord gehen konnte. Auch das ist mir mehr recht als schlecht gelungen. Ich fand es allerdings nicht sehr nett von ihm, dass er über meine Bemühungen begleitet von ein paar nicht sehr damenhaften Kraftausdrücken nicht sehr beeindruckt war und sich stattdessen das Lachen nicht verkneifen konnte. Aber so ist er halt ….

Auf dem Altmain.

Für uns war die Kanutour ein voller Erfolg. Sie hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir bei unserem nächsten Aufenthalt in Unterfranken diese Tour unbedingt wiederholen werden.

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Highlight des (Unter-)Frankenlandes – Weinprobe bei Horst Sauer in Escherndorf

Den Auftakt unseres 10tägigen Aufenthaltes in Unterfranken bildete eine privat organisierte Weinprobe bei Horst Sauer in Escherndorf, einem der Top-Winzer Frankens wenn nicht gar Deutschlands. In Bezug auf deutschen Wein bin ich grundsätzlich eher skeptisch – für mich haben die deutschen Weine meist eindeutig noch zu viel Säure. Allerdings, was soll ich sagen, Horst Sauer hat mir gezeigt, dass es auch deutsche Weine gibt, die mir schmecken und bei denen ich nicht vermuten würde, dass sie aus Deutschland kommen.

Die Weinprobe bei Horst Sauer kann ich jedem nur ans Herz legen. Sie war eine der informativsten, kurzweiligsten und interessantesten Weiproben zugleich, die wir je erlebt haben.

Weinprobe bei Horst Sauer, einem Weinverrückten!

Horst Sauer ist mit viel Schwung, Elan und Herzblut dabei und schafft es, die Veranstaltung auch für Nicht-Weintrinker sehr interessant und unterhaltend zu gestalten und alle in seinen Bann zu ziehen. Nach einer kurzen Führung durch den Keller und Informationen zum Weinberg ging es zur „sensorischen“ Prüfung der Weine. Um zu verhindern, dass wir sofort den Wein spüren, gab es vorab eine deftige fränkische Brotzeit. Wirklich sehr lecker! Wir haben insgesamt 12 Weine verkostet und wie schon gesagt, war doch der eine oder andere dabei, der mir zugesprochen hat. Leider waren dies meist die hochpreisigen Weine. Die Zeit ist wie im Fluge vergangen und wir konnten gar nicht glauben, dass die Veranstaltung 5 Stunden gedauert hat. Ein wirklich einmaliges Erlebnis, an das wir uns sicherlich noch lange und gerne erinnern werden.

Vielen Dank an Thomas und Petra für die Organisation der Weinprobe!!!

An dieser Stelle nochmals eine dickes Dankeschön an Thomas Rüttinger, den Ideengeber und Organisator dieser Veranstaltung.
Escherndorf selbst hat nicht viel zu bieten, aber das wenige hat uns sehr begeistert. Gelegen am alten Main bzw. der Mainschleife, umgeben von steilen nicht mehr enden wollenden Weinbergen ist es ein sehr romantischer Anblick.

Ausblick von der Vogelsberg auf Escherndorf und den alten Main.

Der Blick von oben von der Vogelsburg lädt einfach nur zum Träumen ein. Nicht zu vergessen der kleine gemütliche und familiär wirkende Campingplatz mit Stellplatz fast gleich um die Ecke von Horst Sauer – wir brauchten wirklich nur einmal umfallen und waren nach der Weinprobe schon wie von selbst „Zuhause“. Die blauen Zipfel der Wirtschaft/Imbiss auf dem Campingplatz sind für mich wirklich ein Traum mit hoher Suchtgefahr.

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Straußenfarm in Hauteville-sur-Fier – ein Womo-Stellplatz der ganz besonderen Art

Es war klar, dass wir den Weg nach Hause nicht in einem Rutsch durchfahren werden. Wie meistens haben wir aber keinen Plan gemacht, wo wir die Fahrt unterbrechen bzw. wo wir über Nacht bleiben werden. Das ist einfach das schöne an einem Wohnmobil, das dies auch nicht unbedingt notwendig ist. Schließlich hat man sein Zuhause dabei und ein Parkplatz findet sich meist auch immer. Als der Zeitpunkt gekommen war, die Fahrt zu unterbrechen, zeigte sich durch einen Blick auf die Stellplatz App von proMobil, dass die Auswahl an Stellplätzen in der Gegend sehr überschaubar ist bzw. es nur einen einzigen auf einer Straußenfarm gibt. Aber einer reicht ja auch im Regelfall. Also nichts wie hin dachten wir und haben uns auf den Weg gemacht. Das Hinweisschild auf die Straußenfarm haben wir schnell gefunden aber dann nach ein paar Minuten Fahrt kamen uns dann doch die Zweifel. Die zuerst geteerte Straße mündete in eine immer schmaler werdende Schotterpiste die von Wiesen und Feldern eingerahmt wurde. Von menschlichem Leben keine Spur. Die Zweifel wurden stärker als uns dann auch noch ein Wohnmobil entgegenkam. Wir haben nun wirklich damit gerechnet, in die Irre geleitet worden zu sein. Gott sei Dank, haben wir uns nicht zur Umkehr entschieden. Die Straußenfarm gab es tatsächlich und es gab auch ein Areal für Wohnmobile, auf dem zu unserer großen Überraschung bereits einige französische Wohnmobile standen. Und das mitten in dieser Pampa irgendwo im französischen „Hinterland“. Zu meiner großen Freude befand sich das Wohnmobil Areal direkt am Auslaufgehege der Strauße. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an den neugierigen Straußen, die direkt an den Zaun gekommen sind, um die Wohnmobile und deren Bewohner in Augenschein zu nehmen. Auch dieses Mal ist mir wieder aufgefallen, wie schön lang die Wimpern eines Straußes sind und wie ausdruckstark die Augen. Sehr amüsant zu sehen bzw. mitzuerleben war, wie der Herr Strauß seine Damen „beglücken“ wollte und wie sich diese geziert haben. In der Nacht scheint er aber – seinen Schreigeräuschen nach- zum Zug gekommen zu sein. Im ersten Moment war ich wegen der Geräuschkulisse ein wenig verschreckt und befürchtete einen „Angriff“. Allerdings nur so lange bis mir in meinem „traumhappigen“ Zustand wieder eingefallen ist, wo wir mit unserem Womo stehen. Ich muss sagen, dies war mal wirklich ein ausgefallener Stellplatz der besonderen Art!

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Avignon – die Stadt der Päpste

Avignon – was für eine Stadt!!! Sie bietet wirklich für jeden etwas: Kunst und Kultur, Genuss, Shopping, sich in der Altstadt treiben lassen, an den Ufern der Rhône ganz entspannt im Gras liegen wie die Einheimischen etc.

Unser Campingplatz lag unmittelbar an der Rhône und die einfachen Stellplätze ohne Stromanschluss hatten –unglaublich aber wahr- den perfektesten Ausblick auf die Türme des Papstpalastes und auf die vier noch bestehenden Bögen der Brücke St. Bénézet, der wohl bekanntesten Brücke in Avignon. Was gibt es schöneres, als abends vor seinem Wohnmobil mit einem schönen Glas französischen Weißwein zu sitzen und das Panorama bzw. den Ausblick in sich aufzunehmen. Da schlägt das Herz eines jeden Wohnmobilisten automatisch höher. Dank der phantastischen Lage des Campingplatzes und damit einhergehend der kurzen Wegstrecken waren wir am nächsten Tag relativ zeitig nach Öffnung im Papstpalast. Ich kann jedem nur empfehlen, so früh als möglich da zu sein. Es dauert nämlich nicht lange bis die Reisebusse ihre „Menschenladung“ in Avignon „auswerfen“ und die Massen den Papstpalast stürmen. So hat man dann wenigstens noch etwas Ruhe und kann sich alles in Ruhe ansehen. Der Papstpalast ist wirklich sehr interessant und beeindruckend. Eine Besichtigung ist aus unserer Sicht wirklich lohnenswert.

Sehr gut gefallen hat uns auch die verwinkelte von einer Mauer umschlossenen Altstadt. Wir lieben es uns ohne Plan und Ziel treiben zu lassen. Dies lässt sich in Avignon vortrefflich machen. Für kleine oder größere Pausen zwischendurch gibt es eine Vielzahl von Lokalitäten und die Entscheidung für eines fällt schwer. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man auch in Avignon mit dem Mittagsmenü gut fährt – 3 Gänge zu einem akzeptablen Preis und geschmacklich sehr gut. Ich habe den Eindruck, dass die Franzosen selbst sich auch im Regelfall für das Mittagsmenü entscheiden, dann kann ich als Tourist ja schon gar nicht mehr so viel falsch machen.

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Gordes – ein „toskanisches“ Dorf in der Provence

Angezogen von der Beschreibung im Reiseführer und der Bezeichnung „eines der schönsten Dörfer Frankreichs“ haben wir uns auf den Weg nach Gordes gemacht. Gordes ist ein winziges Dörfchen, dass sich einen Hang hinaufschmiegt. Es ist so winzig, dass es für die Touristen nicht möglich ist, mit dem Auto in das Dorf zu fahren. Das Auto ist deshalb auf einem Großparkplatz unmittelbar vor den „Toren“ des Dorfes abzustellen. Anhand der Größe des Parkplatzes war gut abzulesen, wie beliebt das Dörfchen bei den Touristen sein muss. Der Parkplatz war am Vormittag Gott sei Dank noch nicht gut gefüllt und wir mussten uns nicht im Pulk durch Gordes bewegen. Trotz seiner wirklich sehr überschaubaren Größe gibt es in Gordes sehr viele Möglichkeiten, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Nicht nur Restaurants und Cafes buhlen um das Wohlwollen der Touristen, sondern es gibt auch viele andere Läden – vom Feinkostladen über den Hutladen bis zum Schmuckladen. Robert und ich haben dieses Dörfchen in Rekordzeit erkundet. Es war wirklich ganz nett, aber nicht unbedingt sensationell. Beeindruckend dagegen war der Blick auf das Dorf von den gegenüberliegenden Aussichtspunkten. Das erste was mir beim Anblick durch den Kopf ging war: „Hey, unglaublich und nicht zu fassen, ich bin in einem Dorf in der Toskana .. !“ Die Häuser weisen unglaubliche Ähnlichkeit auf wie die ebenfalls auf Hügelkuppen erbauten Häuser der toskanischen Altstädte. Und die in den Gärten angepflanzten Zypressen tun noch das übrige und verstärken den Eindruck. Das schönste an Gordes war für uns der Ausblick auf das selbige. Das Dorf selbst kann man sich aus unserer Sicht sparen.

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Leuchtende Männeraugen und höherschlagende Männerherzen in Châteauneuf-du-Pape

Nach einer sehr kurzen Stippvisite im wildromantischen Fontaine-de-Vaucluse am Fluss der Sorgue gelegen ging es auf direktem Wege in das Weinanbaugebiet von Châteaneuf-du-Pape.

Bevor ich hiervon berichte, noch ein paar Worte zu Fontaine-de-Vaucluse. Dieser „Platz“ ist schon fast so etwas wie ein nationaler Wallfahrtsort der Franzosen. In der Hauptsaison werden ganze Busladungen ausgeworfen und die Menschenmassen schieben sich hier nur so durch den kleinen „Ortskern“. Ich habe allerdings bis heute nicht begriffen, was die Faszination ausmacht. Evtl. ist es die romantisch und ursprünglich vor sich hinplätschernde Sorgue. Der Ort, sofern man diesen als solchen bezeichnen möchte bzw. kann, besteht nur aus Restaurants, Souvenir-Läden und ein paar Museen sowie einer Papiermühle, die man m.E. schon fast nicht mehr als solche bezeichnen kann (der Verkaufsladen ist mittlerweile größer als die Mühle selbst und selbige ist auch nicht mehr richtig in Betrieb). Evtl. ist von Interesse, dass der Ort eine Karstquelle aufweisen kann, die einen kompletten Fluss auf einmal ausspuckt. Dies ist je nach Wassermenge ein doch ganz faszinierendes Ereignis. Bei entsprechend vorhandener Zeit ist auf jeden Fall eine Kanu-Tour auf der Sorgue zu empfehlen. Damit sich der Touri nicht so richtig anstrengen muss, geht es immer flussabwärts und am Ziel wird man dann aufgesammelt und mit dem PKW zum Ausgangspunkt zurückgebracht. Leider hat es bei uns zeitlich nicht reingepasst, wir hätten zu viel Zeit bis zum Start der Tour überbrücken müssen und das hat der Ort für uns nicht hergegeben. Außerdem zog es unsere Männer -insbesondere meinen holden Gatten- zwecks Mittagessen und Weineinkauf nach Châteauneuf-du-Pape. Ich bin doch immer wieder aufs Neue überwältigt wie schnell und behende mein Robertle unterwegs sein kann, wenn es ums Essen und Trinken geht.

Wirklich sehr zu empfehlen ist das Restaurant Le Veger des Papes auf dem Hügel von Châteauneuf-du-Pape unterhalb der Schloßruine. Am Besten man folgt den Hinweisschildern zum Parkplatz Chateau. Dann sind es vom Parkplatz nur noch ein paar Schritte bergab und schon liegt das Restaurant auf der linken Seite. Man sitzt wunderbar auf der Terrasse und ist einfach nur überwältigt vom dortigen Panorama-Blick auf die Landschaft von Châteauneuf. Das Mittagsmenü war sehr einfallsreich und hervorragend, der Service freundlich und zuvorkommend und der Wein, natürlich ein Châteauneuf-du-Pape, musste sich auch nicht verstecken. Das Restaurant hatte seit unserem letzten Besuch vor einigen Jahren nichts an Attraktivität eingebüßt und war auch dieses Mal wieder ein absolutes Highlight, welches man nur wärmstens weiterempfehlen kann. Kein Wunder also, dass Robert die Strecke vom Parkplatz zum Restaurant in Rekordzeit zurückgelegt hat und wir ihm kaum noch folgen konnten. Während des Essens drehten sich die Gespräche der Männer in erster Linie um die geplanten Wein-Degustationen sowie den Wein-Einkäufen. Heiter und beschwingt verließen wir das Lokal und machten uns auf in das Zentrum der Stadt. Unsere Männer waren uns immer einige Längen voraus und ihre „Nasen“ wurden dabei immer länger. Sie hatten sich darauf gefreut, in einer oder mehreren Vinotheken eine Auswahl unterschiedlicher Châteauneufs vorzufinden und diese verkosten zu können. Dies ist dort aber nicht in dieser Form üblich. Jeder Winzer/Kellerei ist mit einem eigenen Verkauf vertreten und es können dort immer nur die jeweils eigenen Weine verkostet werden. Wenn man weiß, was man will bzw. sich mit den unterschiedlichen Winzern auskennt, ist das alles kein Problem. Das war bzw. ist aber bei uns nicht der Fall gewesen und der Besuch aller war keine wirklich gangbare Option. Was also tun sprach Zeus – doch die Lösung war schnell gefunden. Der Wein beim Mittagessen war hervorragend und Robert hatte beim letzten Besuch vor einigen Jahren 2 Flaschen einer Kellerei gekauft, der uns auch sehr gut gemundet hatte. Somit standen die beiden zu besuchenden Kellereien fest. Besonders zu empfehlen ist dabei die Kellerei Ogier (10, Avenue Louis Pasteur). Sie haben nicht nur phantastische Weine, sondern auch sehr freundliches, zuvorkommendes und vor allen Dingen Englisch sprechendes Personal. Letzteres ist in Frankreich, selbst in den Kellereien, nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Wir haben eine wirklich sehr interessante Einführung in die Weine von Ogier bekommen. Mit derlei Hintergrundinformationen machte die Weinverkostung noch einmal viel mehr Spaß. So ist es auch kein Wunder, dass wir diese Kellerei schwer bepackt wieder verlassen haben. Auf der Heimfahrt stapelten sich dann einige Kisten im Auto und unsere Männer waren mindestens genauso glücklich wie ein Kind nach einem Einkauf in der Spielzeugwarenabteilung. Und wie heißt es doch so schön: Sind die Männer zufrieden und glücklich, dann sind dies die Ehefrauen auch …!

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Wanderung durch den Colorado Provencal – ein wirklich farbenfrohes Spektakel

Freunde von uns sind auch in der Provence unterwegs und eine Ihrer Stationen liegt unweit von Abt. Wir haben daher für die nächsten Tage unser Quartier fest in Apt auf einem Campingplatz aufgeschlagen. Die Stadt Abt selbst gibt zwar touristisch nichts her, ist allerdings idealer Standort für Touren in das Umland, dass unheimlich viel zu bieten hat.

Unser erster gemeinsamer Ausflug hat uns in das nahegelegene Rustrel geführt. Dort wartet der Colorado Provencal mit seinen Ockerbrüchen darauf erwandert und erkundet zu werden. In ca. 2 ½ Stunden haben wir das Terrain erkundet – reine Gehzeit waren es allerdings nur 1 ½ Stunden. Die Ausblicke auf die farbenprächtigen Ockerbrüche haben uns zu ungezählten Photostopps eingeladen und die Hitze hat das ihrige zu unserem langsamen Fortkommen beigetragen. Zumal der Weg und seine Ausblicke im Verlauf immer spektakulärer und beeindruckender geworden sind. Wir konnten uns an den Farben und Formationen gar nicht satt genug sehen. Es ist einfach unglaublich, wie viele Nuancen/Schattierungen von Erdtönen die Natur allein hervorgebracht hat. Die Anzahl der Besucher ist wohltuend überschaubar und es ist kein Vergleich zu den touristisch sehr angesagten Ockerbrüchen in Roussillion. Die Ockerbrüche im Colorado Provencal brauchen sich hinten denen von Roussillion nicht zu verstecken. Ganz im Gegenteil!!! Die Tour selbst ist sehr abwechslungsreich. Der Weg schraubt sich langsam in die Höhe, verläuft dann ein Stück weit oberhalb an der Kante, um dann im Verlauf wieder nach unten zu führen. Wir waren am Ende selbst überrascht, wie weit oben der Weg an der Abbruchkante entlang gelaufen ist. Alles in allem ein mehr als gelungener Ausflug!

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Vielfalt der Provence – vom Touristenrummel bis zum kulinarischen Glanzpunkt

Die römische Arena in Arles.

Wir haben auch der Stadt Arles einen erneuten Besuch abgestattet. Wir müssen gestehen, dass wir alle touristischen Sehenswürdigkeiten, d.h. die in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommenen römischen und romanischen Bauten wie z.B. die Arena links liegen gelassen haben und uns auch hier auf das Bummeln durch die Altstadt beschränkt haben. Dabei ist uns aufgefallen, dass sehr viele Häuser in einem sehr schlechten Zustand sind. Von allen bisher besuchten Städten, war Arles (abgesehen von der Arena) diejenige, die uns am wenigsten beeindruckt hat.

Obwohl es sich anfühlt, wie auf einem Rummelplatz ist das auf einem Felsen gelegene Örtchen Les Baux-de-Provence sehr schön und pittoresk. Es ist das unter den 152 schönsten Dörfern Frankreichs am zweitmeisten besuchte. Obwohl in der Vorsaison schieben sich stellenweise die Touristen durch den kleinen Ort. Einmal schnell durch den Ort spaziert und schon verlassen wir den heiligen Gral des Tourismus. Unweit der Ortschaft in fußläufiger Entfernung (700 m)befinden sich die „Carrières de Lumières“. Dabei handelt es sich um einen alten unterirdischen Steinbruch, in dem nun eine einzigartige, jedes Jahr wechselnde Multimedia-Schau präsentiert wird. Es werden Bilder von bekannten Malern und Künstlern auf die riesigen Innenwände, Säulen und den Boden des Steinbruchs projiziert und musikalisch untermalt. Ein wirklich einmaliges und beeindruckendes Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen darf. Wir haben dieses Mal allerdings auf einen erneuten Besuch verzichtet, da uns die Werke der Spätrenaissance von Michelangelo, Leonardo da Vinci und Raffael mit ihren kirchlichen Motiven nicht wirklich gelockt haben.

Von der „Bergstraße“ bei den Carrières de Lumières ist es nicht weit bis nach St. Rémy-de-Provence, einem kleinen nettes Ort mit einer sehr schönen Fußgängerzone (Altstadt) mit sehr ansprechenden Geschäften. Wir hatten den Eindruck, dass hier kulinarisch sehr viel geboten ist – ansprechende Lokale zum Teil auch mit gehobener Küche und anziehende Feinkostgeschäfte, deren Käse- und Weinauslagen wir nur schwer bzw. zum Teil nicht wiederstehen konnten. St. Rémy –obwohl nicht weit weg von Les Baux- scheint nicht ein Magnet für Touristen zu sein und so sind die sonst obligatorischen Läden mit Touri-Kitsch und die Touristenmassen nicht in der üblichen Art und Weise auszumachen. Die reinste Wohltat!! Wir haben dort viele kulinarische Köstlichkeiten einkauft – der Kühlschrank konnte den Käse gerade noch so fassen …. !!

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Die Camargue und die Sache mit der verklärten Erinnerung daran

Die Camargue erstreckt sich von Arles bis an die Küste zwischen den beiden Hauptarmen der Rhône. Es handelt sich dabei um von der Rhône angespültes Schwemmland aus Sand und Kies. Die Küste der Camargue verändert sich ständig und rückt dabei stellenweise bis zu 30 und 40 m pro Jahr ins Meer vor. Geprägt ist die Camargue vor allem durch Sumpfland und Reisäcker.

Wir haben vor einigen Jahren schon einmal die Camargue im Rahmen eines Tagesausfluges besucht und ich war davon sehr angetan. Besonders gut hat mir damals die Ursprünglichkeit gefallen. Auch die Wohnmobile, die direkt am Strand standen, sind mir in Erinnerung geblieben. Sozusagen die Romantik pur. So war ich voller Vorfreude auf unseren erneuten Besuch. Der Start stand allerdings unter keinem guten Vorzeichen. Wir steuerten –bestärkt durch die Aussagen in unserem Womo-Reiseführer- direkt auf den Stellplatz in Les Saintes-Maries-de-la-Mer zu, der damals die wunderbaren Plätze am Strand hatte. Allerdings wich das Drehbuch bereits zu Beginn ab, denn es wurde schon bei der Einfahrt kassiert. Das hätte uns bereits stutzig werden lassen müssen. Voller Vorfreude lassen wir den Asphaltplatz mit den dort dicht an dicht stehenden Wohnmobilen hinter uns und fahren gemäß Beschreibung die Sandpiste weiter um dann unvermittelt vor einer Höhenbegrenzungsschranke zu stehen. Das war dann wohl nichts mehr mit Stehen am Strand und unsere Miene ist uns dann doch ein wenig entgleist. Da wir bereits gezahlt hatten und der Wärter nur Französisch verstand und wir wiederum kein Französisch sprechen, mussten wir gute Miene zum bösen Spiel machen und haben uns auf besagtem Asphaltplatz in die Kolonne eingereiht  – ganz im Sinne, die eine Nacht werden wir schon überstehen.

Lauschiger Stellplatz direkt am Strand 🙁

Pluspunkt dieses ansonst sehr häßlichen Platzes war, dass er unmittelbar am Meer und sehr zentrumsnah lag. Also haben wir das Auto abgesperrt und sind zu einer ersten Erkundungstour ins Zentrum aufgebrochen. Hier setzte sich dann mein Entsetzen weiter fort. ich konnte mich nicht erinnern, dass es hier so touristisch zuging. Die Menschenmassen fielen nur so in die typischen Touristenläden ein und ich fühlte mich wie zur Hauptsaison in Rimini. Also machten wir schnell kehrt und erkundeten das Sumpfland in entgegengesetzter Richtung. Hier wurden wir allerdings heimtückisch von Moskitos angefallen; das Mückenspray lag derweil sicher verstaut im Wohnmobil. Selber schuld! Während unseres Spazierganges kreuzten ganze Heerscharen von Touristen im Gänsemarsch auf dem Rücken von weißen Pferden unseren Weg. Wir konnten uns nicht entscheiden, wer uns mehr leid tat – die Pferde oder die Touristen. Ich konnte mich auch nicht des Eindrucks erwehren, dass es keine wilden bzw. halbwilden weißen Pferde mehr in der Camargue gibt. Vielleicht noch im gesperrten und nicht für Touristen zugänglichen Teil. Einziger Lichtblick dieses Spazierganges waren die überschaubare Menge an Flamingos die in den Tümpeln bzw. Wasserstellen nach Essbarem suchten. Es war sehr interessant diese Tiere zu beobachten. Aufgrund diverser Zoobesuche waren wir der Annahme, dass Flamingos immer lachsfarben sind. Das stimmt aber nicht, die Farbe der Zootiere wird durch spezielle Futterbeimischungen erzeugt. Die Flamingos der Camargue sind fast weiß und nur die Federn der Flügel sind farbig – oben sind sie lachsfarben und unten schwarz. Es ist schon ein besonderer „bunter“ Anblick, wenn der Flamingo mit seinen Flügeln flattert. Amüsant war auch anzusehen wie die Flamingos mit Ihren Krallen den Wasserboden aufwühlten um Nahrung zu finden – von außen sieht es aus, als würden die Vögel besondere Tanzschritte ausführen oder wie beim kneippen Wasser treten. Ich hätte dem Treiben stundenlang zuschauen können, wenn nicht diese grässlichen Moskitos gewesen wären, die dem Ganzen dann doch ziemlich schnell ein Ende bereitet haben.

Ein wunderschöner Abend im La Cave a Huitre!

Gerettet wurde dieser Tag dann doch noch durch ein wunderbares Abendessen in einem ganz kleinen Restaurant (La Cave a Huitre), dass uns zufällig in der nicht kleinen Auswahl an Restaurants in Auge gestochen ist. Die Bewertungen im TripAdvisor waren hervorragend und wir konnten auch noch einen Tisch ergattern. Die Meerestiere waren superfrisch und sehr gut, der Service unaufdringlich und sehr freundlich.

Aussenansicht mit Pferd

Sehr zu empfehlen ist ein Abstecher nach Aigues-Mortes, einer hervorragend erhaltenen mittelalterlichen Stadt, die vollständig von einer Stadtmauer umgeben ist. Das Besondere an dieser Stadt ist, dass diese nicht historisch gewachsen, sondern im 13. Jh. am Reißbrett entstanden ist. So sind die Gassen bzw. Straßen nicht verwinkelt, sondern wie in New York schachbrettartig angelegt. Obwohl es hier auch von Restaurants und Touristen-Geschäften (hast Du eines besucht, kennst Du bereits auch alle anderen) nur so wimmelt, hat dieses Städtchen sein ganz eigenes Flair und es hat viel Spaß gemacht sich durch die Gassen treiben zu lassen.

 

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