Canterbury – das Enten-Rennen der anderen Art und der Besuch des „Evensong“ in der Kathedrale

Canterbury. Blick auf die Kathedrale.

Die Stadt Canterbury ist ein Muss für jeden Reisenden durch Kent. Dies nicht nur wegen der Kathedrale, die zum UNESCO-Welterbe zählt, sondern auch wegen der schönen und beschaulichen Altstadt mit mittelalterlichem Flair. In der Altstadt ist alles wunderbar gebündelt und gut überschaubar- von den mittelalterlichen Gebäuden, Parkanlagen, Fußgängerzone mit unzähligen Geschäften, gewundene Straßen, Stadttore, Stadtmauer, dem Fluss Great Stour mit seinen Spazierwegen … und … und. Es ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Wir haben uns einfach ziellos durch die Gassen treiben lassen und dabei die Stadt auf unsere eigene Art erkundigt. Es war auf jeden Fall sehr kurzweilig und die Zeit ist nur so verflogen. Auch wenn man nicht vorhat in ein Museum zu gehen, sollte für Canterbury schon 1 ganzer Tag eingeplant werden.

Und nun noch ein ganz besonderer Tipp in Bezug auf den Besuch der Kathedrale. Dem normalen Besucher wird ein Eintrittspreis von satten 10,50 € abgeknöpft. Wenn man dann nicht so der Kirchenfreak ist, überlegt man sich dann schon, ob ein Besuch unbedingt notwendig ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit an der Abendandacht mit Chorgesang (Evensong) in der Kathedrale teilzunehmen.

Messe in der Kathedrale von Canterbury.

Man erscheint 10 – 15 Minuten vor Beginn an der Kasse und sagt man möchte am Service teilnehmen. Tatsächlich, ohne weiteres kommt man umsonst auf das Gelände der Kathedrale. Für die Teilnahme an der Messe gibt es einen eigenen Eingang in die Kathedrale, aber kontrolliert wurde nirgends. Der „Evensong“ ist ein wirklich einmaliges Erlebnis, das wir nur wärmstens empfehlen können. Auch wenn man nicht besonders gläubig ist und mit der Kirche generell nichts am Hut hat, so sitzt man doch andächtig  im hochherrschaftlichen Chorgestühl mit Blick auf die wunderbare Architektur des Chors bzw. Altarbereiches und lauscht andächtig den reinen und klaren Knabenstimmen. Die jungen Chorsänger sind allesamt Schüler der angrenzenden Privatschule King’s Schoool. Stimmlich unterstützt bzw. begleitet werden sie von altgedienten Sängern. Es waren insgesammt 16 Knaben und 12 ältere Sänger und ich muss zugeben, dass mir beim Chorgesang stellenweise der eine oder andere Schauer über den Rücken gelaufen ist. Die Messe kam ganz ohne Predigt aus und war nach knapp 45 Minuten zu Ende. Im Anschluss daran haben wir uns noch den Rest der Kathedrale angesehen. Ach ja, der Evensong findet am Samstag um 15.15 Uhr, am Sonntag um 15:30 Uhr und unter der Woche um 17:30 Uhr statt.

Bei den Engländern wird Wohltätigkeit großgeschrieben und es scheint schon fast eine patriotische Pflicht zu sein, sich für wohltätige Zwecke zu engagieren und Freiwilligenarbeit zu leisten.

Tausende Enten treiben jedes Jahr um die Wette beim Duck-Race des Rotary Clubs.

Sei es in einem der unzähligen Läden (z.B. für Kinder mit Mehrfachbehinderung, Brustkrebs, Krebsforschung, Rotes Kreuz etc. – um nur einige zu nennen) oder durch die Veranstaltung von speziellen Events um auf diesen Spenden zu sammeln. Heute haben die Rotarier von Canterbury das jährlich stattfindende „Duck-Race“ veranstaltet. Dabei werden im Fluss Great Stour oberhalb des Westgate Gardens tausende Plastik-Badeenten in den Fluss gekippt. Jeder kann für 1 Pfund pro Ente auf eine Ente setzen, die seiner Meinung nach als erstes flussabwärts ins Ziel einlaufen wird. Es war wirklich ein ungewöhnliches Erlebnis diese Unmengen von gelben Plastikenten in diesem Fluss oder wohl eher Bachlauf treiben zu sehen. Eine Vielzahl von den Rotariern war als Streckenposten unterwegs – gut zu erkennen an Ihren neongelben Überziehern – und immer dankbar für ein Schwätzchen. Es wurde sogar ein Rettungsring mitgeführt, für den Fall, dass einer der Zuschauer ins Wasser fällt. Und Zuschauer gab es doch tatsächlich eine ganze Menge. Ein wirklich einfallsreiches und witziges Event, bei dem nicht nur Robert und ich eine ganze Menge Spaß hatten.

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Von Calais nach Dover

In 90 Minuten Fahrzeit geht es mit der Fähre von Calais nach Dover. Mehrere Gesellschaften fahren mehrmals am Tag und es geht zu wie auf einem Rummelplatz. Aber bekanntlich belebt ja Konkurrenz das Geschäft und so sind wir für gerade einmal 55 € mit unserem über 6m großen Kastenwagen über den Kanal geschippert. Am Fährhafen ist dank moderner Technik alles perfekt durchorganisiert – mich würde interessieren, welches Chaos wohl ausbricht, wenn die Technik mal ausfällt.

Die Kreidefelsen von Dover….im Vordergrund eine (eingebildete) Seekranke Martina 🙂

Die See war Gott sei Dank einigermaßen ruhig und das trotz des schlechten Wetters. Dank meines „Wundermittels“ Reisegold habe ich die Überfahrt so gut wie verschlafen. Und was wäre für ein Schläfchen nicht besser geeignet als eine Tischplatte. Dank meines mitfühlenden und ständig um mich besorgten Gatten, wurde dieser Moment auch zugleich im Bild festgehalten. Na warte mein Lieber, meine Rache wird furchtbar sein …..!!!!!!

Calais selbst hat uns nicht besonders gefallen und die Stadt hat neben den Fährterminals m.E. auch nichts zu bieten. Leider hat Calais ein besonderes Problem, von dem wir „kalt“ erwischt wurden. Bereits auf der Zubringerstraße sind uns unzählige Personen aufgefallen, die ständig die Straßenseiten gewechselt haben und zwischen den bereits zur Verschiffung anstehenden LKW’s herumgelungert haben. Ganz schlimm wurde es, als die Straße parallel zur Bahnstrecke verlief. Hier saßen ganze Horden an und auf den Gleisen. Und auch in der Stadt auf diversen Brachflächen haben wir sie gesichtet – zumeist Farbige ohne Gepäck; nur mit den Kleidern am Leib. Wir haben dann herausgefunden, dass es sich um Illegale handelt, die versuchen nach Grossbritannien zu kommen. Die Polizei scheint zur Abschreckung nicht gerade zimperlich mit diesen Leuten umzugehen. Und auch was sonst in diversen Internet-Artikeln an Informationen zu finden war, lässt einen wirklich an der Welt zweifeln. Es macht doch einen gewaltigen Unterschied, wenn man auf einmal selbst damit konfrontiert wird, auch wenn es nur im Vorbeifahren ist. Es wird Zeit, dass die Politiker in Europa gemeinsam eine nachhaltige Lösung für dieses Problem finden.

Kaum in Dover angekommen hatte ich dann auch gleich ein super positives Erlebnis, wie es einem wahrscheinlich nur in England passieren kann. Um uns mit Bargeld, Internet und weiteren Informationen zu versorgen, sind wir als erstes ins Zentrum nach Dover. Haben dann auch gleich einen Parkplatz gefunden, der aber leider nur Münzen angenommen hat. Wir hatten alles, nur keine Münzen. Daraufhin habe ich einen englischen Arbeiter angesprochen, ob er mir einen Schein wechseln kann. Konnte er nicht, aber er hat mir einfach so 1 Pfund fürs Parken geschenkt. Da war ich dann erst einmal sprachlos.

St. Margrate’s Cliffe. Blick auf die weissen Kreidefelsen.

Noch ein kleiner Tipp am Rande. Wer in Dover schon alle Sehenswürdigkeiten abgegrast hat und noch Zeit übrig hat, der sollte zum Patrol Monument bei St. Margret’s Cliffe fahren. Von hier führen wunderschöne Fußwege entlang der Kalksteinklippen nach Dover und auf der anderen Seite nach Sandwich. Noch dazu gibt es hier einen Parkplatz mit Blick aufs Meer, an dem das Stehen über Nacht nicht verboten ist. Unser erster freier Übernachtungsplatz ist wirklich sehr idyllisch.

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Zwischenstop in Gent und Brügge auf dem Weg nach Grossbritannien

Die Fahrt bis nach Calais ist ja bekanntlich nicht gerade kurz – ca. 1000 km sind zurückzulegen. Daher empfiehlt es sich, sofern zeitlich möglich, in Etappen zu fahren. Zumal es auch einige sehenswerte belgische Städte gibt.

Unsere ersten Zwischenstopps erfolgten allerdings noch auf deutscher Seite, wo wir Freunde besucht haben und zwar im beschaulichen Seinsheim bei Würzburg und in Bochum. Wir wurden sehr verwöhnt und umsorgt; ein 5Sterne-Hotel hätte es nicht besser hinbekommen. Wir haben wieder einmal festgestellt, dass es auch in Deutschland schöne Flecken gibt und sowohl das Frankenland als auch der Ruhrpott wirklich eine Reise wert sind. Gerade das idyllische Weinbaugebiet rund um Seinsheim hat es uns besonders angetan.

In Belgien haben wir den ersten Halt in Gent gemacht, um uns dann am nächsten Tag das nicht allzu weit entfernte Brügge anzusehen. Beide Städte haben sich ihren Charme mit den schiffbaren Kanälen, den gewundenen kopfsteingepflasterten Straßen und den alten Backsteinhäusern mit ihren verspielten Treppen-Giebeln bewahrt. In beiden Städten haben wir das beschauliche und zugleich geschäftige Treiben im Rahmen einer kurzweiligen Kanalfahrt von der Wasserseite aus betrachtet. Beide Städte sind absolut lohnenswerte Ziele; wobei mir Brügge allerdings einen Tick besser gefallen hat. Der mittelalterliche Altstadtkern von Brügge wurde 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Innenstadt von Gent

Zu Recht aus meiner Sicht. Man sieht der Pracht einiger Häuser immer noch an, dass Brügge gegen Ende des Mittelalters die reichste Stadt Nordeuropas war.

Kanaltour per Boot in Brügge

Allerdings gibt es besonders in Brügge eine nur schwer zu wiederstehende Versuchung. An wirklich allen Ecken und Enden sowie an allen möglichen und unmöglichen Stellen findet sich ein Schokoladen-und Pralinenladen. Die Schaufenster mit all ihren Köstlichkeiten laden nicht nur zum Davor-Verweilen ein, sondern ziehen einen unweigerlich in das Ladeninnere – ob man will oder nicht. Bei den ersten Läden waren wir noch hartnäckig und konsequent; beim gefühlten 100sten Laden sind wir dann allerdings doch noch schwach geworden und haben uns eine Probierpackung belgischer Pralinen und Pralinentrüffel gegönnt. So viel zum Thema „Konsequenz“. Dafür schmecken die Pralinen aber wirklich himmlisch und sind die Sünde wirklich wert!“

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Kaum zu glauben, dass wir wieder zu Hause sind – Fazit der Loire-/Bretagne-Reise

Reisezeitraum: 13.04. – 23.05.2014.
Anzahl Reisetage: 41
Gefahrene Kilometer: 4.800

Frankreich ist das ideale Land für Reisen mit dem Wohnmobil. Es gibt in reichlicher Auswahl schöne Stellplätze großenteils umsonst oder für wirklich kleines Geld. Auch an Ent- und Versorgungsstellen ist kein Mangel, so dass für uns absolut keine Notwendigkeit zum Übernachten auf dem Campingplatz bestand.
Das Wetter war im Großen und Ganzen gesehen für die Jahreszeit sehr gut. Wenn es geregnet hat, dann meistens vormittags. Dann war einfach lange ausschlafen angesagt und für den Rest des Tages war das Wetter dann wieder ganz o.k.. Wir waren Gott sei Dank nie so richtig in das Wageninnere verdammt.
Die Bretagne hat uns beiden ausnehmend gut gefallen und wir können diese, insbesondere die abwechslungsreiche Küstenlandschaft nur wärmstens weiterempfehlen. Bei der Loire sind wir uns allerdings nicht ganz einig. Robert hat es sehr gut gefallen. Ich finde die Strecke entlang der Loire auf Dauer landschaftlich etwas eintönig und nach einiger Zeit hat man aus meiner Sicht auch genug von den Schlössern. Wenn man eine bestimmte Anzahl von Schlössern gesehen hat, dann hat man alle Epochen durch und vieles wiederholt sich dann einfach wieder. Die Loire so ca. 7-10 Tage max. z.B. in Verbindung mit einem Bretagne-Urlaub ist o.k.; die Loire allerdings als Reise-Schwerpunkt war eindeutig nichts für mich.

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Auf der Rückfahrt: Kultur in Blois, Weingenuss im Chablis & treiben lassen in Auxerre

Nachdem die Rückfahrt doch ziemlich lang ist und uns zeitlich auch nichts treibt, fahren wir in Etappen nach Hause zurück. Da klar war bzw. ist, dass wir nicht über Paris fahren wollen, haben wir uns entschieden, über die Loire, das Chablis-Gebiet und das Elsass zurückzufahren.

Blick auf das Schloss in Blois

Die erste Etappe ging bis nach Blois, wo wir die Besichtigung des dortigen Schlosses nachgeholt haben. Obwohl wir nach wie vor an einer gewissen Schloss-Besichtigungs-Müdigkeit leiden, war dieser Besuch absolut lohnenswert und wir sind im nachhinein sehr froh, es gesehen zu haben. Es ist schon sehr beeindruckend, wie dieses Schloss auf seinem Hügel thront. Vom Aussehen her ist es doch wieder einzigartig. Dies liegt wohl darin, dass das Schloss aus 3 Flügeln ganz und gar unterschiedlicher Gestalt besteht: das Schloss Ludwigs XII, der prunkvolle Renaissance-Bau Franz I, der von außen auf uns richtig mediterran gewirkt hat und die unvollendet gebliebene Residenz Gaston von Orleans aus dem 17. Jh. Der Blick von oben auf die Loire ist auch nicht zu verachten. Blois hat auch eine ganz nette Altstadt mit alten Fachwerkhäusern.

Hier wächst der weltberühmte Chablis

Nach so viel Kultur gelüstete es uns zu einem Kontrastprogramm. Daher nichts wie ab in das Chablis-Gebiet. Wir haben in Port Kerdruc in einem Fischrestaurant einen so hervorragenden Chablis (www.pattes-loup.com, Chablis 1er Cru „Côte de Jouan2011) getrunken, dass es für Robert geradezu eine Herzensangelegenheit war, den Winzer, Thomas Pico, persönlich vor Ort aufzusuchen. Der Winzer,  ist relativ klein und in einem absoluten Kaff –Courgis, 8 Km ausserhalb von der Ortschaft Chablis – versteckt und besteht momentan nur aus einer Baustelle, da die Kellerei erweitert wird. Es war wirklich ein kleines Wunder, dass wir ihn gefunden haben. Leider war der aktuelle Jahrgang 2012 schon nahezu ausverkauft und 2013 noch nicht im Verkauf, aber Gott sei Dank gab es noch den Chablis den wir kaufen wollten. Robert war auf jeden Fall ganz glücklich!!!
Übernachtet haben wir dann bei einem größeren Winzer direkt in bzw. an den Weinbergen. Richtig romantisch.
In den Weinbergen daneben wurde sogar noch mit Pferd und Pflug gearbeitet. Und alle die uns kennen, mag es nicht verwundern, dass auch bei dieser Station der Lagerbestand um ein paar Fläschchen erweitert wurde.

Blick auf Auxerre

Unweit von der Stadt Chablis liegt der größere Ort Auxerre, der uns wahnsinnig gut gefallen hat. Verschlungene Straßen mit Kopfsteinpflaster und Fachwerkhäuschen, eine gewaltige Kathedrale und Abtei und das Ganze gelegen an einem Fluss oder Kanal – so ganz sind wir nicht schlau geworden. Auf jeden Fall hat es unheimlich Spaß gemacht, sich einfach durch die Gassen treiben zu lassen und die Schaufenster der Geschäfte anzusehen. Wir haben uns fest vorgenommen, Auxerre nochmals einen Besuch abzustatten, wenn wir irgendwann einmal das Burgund erkunden werden.

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Auch bretonische Städte haben ihren Reiz

Anhand unserer Blog-Einträge ist unschwer zu erkennen, dass wir beide große Fans der Küste sind und gar nicht genug davon bekommen können. Die Berichterstattung über die Städte der Bretagne ist dabei eindeutig zu kurz gekommen. Dies möchte ich nun kurz nachholen, da die bretonischen Städte durchaus ihren Reiz haben. Ganz besonders gut gefallen haben uns (von der Süd-Bretagne im Uhrzeigersinn zur West-Bretagne) Vannes, Pont Aven, Concarneau, Morlaix, St. Malo und Dinan.

Altstadt von Dinan

Diese Städte haben wunderbare, sehr romantische Altstädte mit tollen Fachwerkhäusern oder den typisch bretonischen Steinhäusern (Vannes, Morlaix, Dinan), befinden sich innerhalb einer begehbaren Stadtmauer (Concarneau & St. Malo) und liegen sehr idyllisch an einem Fluss oder unmittelbar am Meer (Pont Aven, Concarneau, Dinan). Morlais wird zudem noch überragt von einem gigantischen Eisenbahn-Aquedukt.
Diese 6 Städte sollte man aus unserer Sicht bei einem Besuch der Bretagne nicht versäumen. Auch wenn die Beschreibungen in den Reiseführern oftmals ähnlich klingen, so ist doch jede dieser Städte für sich gesehen einzigartig und sehenswert

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Da unser Blog mit unsinnigen Spam-Kommentaren in englisch geradezu überschüttet wurde und wir mit dem Löschen gar nicht mehr nachgekommen sind, hatten wir auf Anmeldung umgestellt. Kommentare waren damit erst nach Freigabe der jeweiligen Mail-Adresse durch uns möglich.

Nachdem aber scheinbar Vorbehalte bzw. Bedenken gegen die Anmeldung bestehen, haben wir das Ganze wieder rückgängig gemacht. Kommmentare sind jetzt wieder ohne Anmeldung möglich.

Veröffentlicht am von Robert Wanninger | Schreib einen Kommentar

Cancale – kurze Stippvisite gepaart mit unfreiwilliger Belebung des Kreislaufes

Robert und ich lieben Cancale, weil es hier aus unserer Sicht die frischesten Austern in einer unglaublichen Vielfalt gibt. Für mich ist Cancale zudem immer ein Muss, da es hier einen ganz tollen Ringelshirt-Laden gibt, bei dem ich immer was finde (so auch dieses Mal – habe gleich 5 T-Shirts auf Vorrat eingekauft, denn wer weiß, wann wir wieder hier her kommen!!!). Ganz besonders schön ist der Blick auf die Austernbänke von Cancale bei Ebbe vom Küstenwanderweg. Hier kann man in überschaubarer Zeit zum Pointe du Grouin gehen. Diese Wanderung oder besser Spaziergang ist wirklich sehr zu empfehlen. Am Pointe du Grouin gibt es ein gutes Restaurant, in dem man sich wunderbar für den Spaziermarsch „belohnen“ kann und an schönen Tagen hat man sogar Fernsicht auf den Mont St-Michel.

Wir rauschen nun am frühen Abend auf den Stellplatz in Cancale, ziehen an der Schranke das Parkticket und suchen uns ein schönes Plätzchen. Machen anschließend einen Spaziergang runter zum Hafen und kommen „schwer beladen“ und gut gelaunt mit meinen Einkäufen zurück. Nach dem Essen kommt von meiner Seite die unverfängliche Frage, wo denn mein Göttergatte das Parkticket hingelegt hat. Diese Nachfrage war ein „Fehler“ – mein Holder hat dann nämlich festgestellt, dass das Parkticket verschwunden war bzw. es nicht mehr am von ihm verstauten Platz ist. Hektische Suche im und rund ums Auto war die Folge. Der Puls ist auf 180 geschnellt, denn an der Ausfahrt ist ebenfalls eine Schranke und ohne Ticket gibt es auch keine Ausfahrt. Das Ticket blieb jedoch verschwunden (Robert ist der Meinung, dass ich das Ticket versteckt habe …) und das Ziehen eines neuen Tickets ist ohne Auto nicht möglich. Mir wurde schon ganz anders bei der Vorstellung dass wir mit unseren nicht vorhandenen Französisch-Kentnissen jemanden die ganze Malaise erklären sollten.

Robert ist dann losgestapft, um mittels des Notruf-/Hilfe-Knopfes an der Schranksäule unser Malheur zu lösen. Er kam unverrichteter Dinge wieder zurück, da der freundliche Herr am anderen Ende kein Englisch sprach. Nun sollte ich es wieder richten!!! Was tun sprach Zeuss ….. Gott sei Dank waren die Franzosen bei der Lösung sehr unkompliziert. Irgendwann haben wir dann verstanden, dass wir mit dem Auto zum Ausgang fahren und den Notrufknopf drücken sollen. Die Schranke wurde uns dann per Fernaktivierung aufgemacht. Wir sind dann wieder zur Einfahrt, denn wir wollten ja die Nacht dort verbringen. Damit wir das ganze „aufregende“ Prozedere nicht noch einmal wiederholen müssen, habe ich dann gleich das Ticket an mich genommen und sicher verstaut. Auf den ganzen Schreck und die ungewollte Aufregung habe ich dann erst einmal einen Schnaps gebraucht. Ja, ja, mein Robert’l ist immer wieder für eine Überraschung gut!!! Aber auf diese Art von Überraschung kann ich gerne verzichten.

Die Wiederholung der schönen Küstenwanderung am nächsten Tag ist dann mangels Regen leider ausgefallen. Aber wir können ja Gott sei Dank in den Erinnerungen an diese Tour von vor über 5 Jahren schwelgen.

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Vom Cap Fréhel zum Fort Latte

Leuchtturm am Cap Fréhel

Laut Reiseführer ist das Cap Fréhel eines der beeindruckendsten Naturdenkmäler der Bretagne, bei der sich die Sandsteinklippen 70 Meter hinab ins smaragdgrüne Meer stürzen. Das Kap selbst ist mit einer einzigartigen Heide- und Torfmoorvegetation überzogen. Leider haben wie diese hohen Sandsteinklippen als solches nicht sehen können, da die Kapspitze nicht so weit ins Meer geht, als das man aus sicherem Abstand von oben die steil nach unten fallenden Feldwände sehen kann. Der Blick auf die Buchten drum herum waren aber schon sehr beeindruckend.
Vom Kap führt ein –wie soll es anders sein?- Küstenwanderweg in 1 Stunde reine Gehzeit zum Fort Latte. Und was soll ich sagen, etwas romantischeres sieht man nur selten.

Küstenwanderweg vom Cap Fréhel zum Fort Latte

Tolle Buchten mit schönem Sandstrand und am Horizont diese pittoreske und geradezu verspielt wirkende Burg. Es hat nur noch gefehlt, dass das Burgfräulein mit wehendem Haar und Schleier auf einem weißen Schimmel am Strand ihrem Ritter entgegenreitet. Hollywood könnte keine kitschigere und romantischere Lokation für einen Ritterfilm finden.
Der Weg ist gut zu laufen und es sind keine nennenswerten Höhenunterschiede zu bewältigen – es gibt also keine Ausrede –auch nicht für die „Fußkranken“ auf diesen wirklich aussichtsreichen Spaziergang zu verzichten.

Blick auf Fort Latte

Das Fort Latte, das rundum renoviert und saniert ist, kann übrigens besichtigt werden. Oben vom Turm hat man von der Weite einen Blick auf das Cap Fréhel. Die Burg von innen ist ganz nett, allerdings versäumt man aus unserer Sicht nichts Großartiges, wenn man auf diesen Besuch verzichtet.

 

 

Ein kleiner Tipp noch für die Camper und alle, die es evtl. noch werden möchten. Unweit vom Kap gibt es einen wunderbaren Stellplatz und zwar „Stationnement Camping-Car sur le Camping Municipal „du Cap Fréhel“. Für nur 3 Euro die Nacht steht man hier auf einem wunderbar grünem Areal mit viel altem Baumbestand und die Einfahrt liegt gleich gegenüber dem Abgang zur Badebucht. Ver-/Entsorgung gib es keine, aber dafür steht man wirklich sehr ruhig und idyllisch. Kuckkuckrufe aus den umliegenden Bäumen gibt es als Einschlafkulisse gratis dazu. Wie es zur Hauptsaison aussieht, können wir nicht beurteilen, aber jetzt Mitte Mai war so gut wie nichts los auf diesem Platz und wir hatten mehr als genug Privatsphäre. Camper sind ja oft als „Sparbrötchen“ verschrien und wir vermuten daher, dass die Bezeichnung als „Camping Municipal“ den einen oder anderen aufgrund der Kosten abgehalten hat. Dass es nur 3 € kostet, erfährt man nämlich erst, wenn man auf das Gelände gefahren ist.

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Ein genussvoller Tag in Pléneuf-Val-André

Dieses nette Seebad hat eine 2 Kilometer lange Promenade mit einem wirklich ansehnlichen Strand. Der von der Gemeinde gestellte kostenlose Stellplatz ist nicht mehr als 300 m von der Promenade und somit vom Meer weg. Aber das Beste ist der an Aussichten reiche Küstenweg vom nördlichen Ende der Promenade am Hafen zum ewig langen Strand „des Valleés“. Bei Ebbe scheint dieser Strand endlos breit zu sein und die einzelnen Menschen dort verlieren sich. Man kann sich gar nicht vorstellen, an einem doch so touristischen Ort zu sein. Die meisten Urlauber scheinen jedoch über die Promenade nicht hinaus zu kommen und so hatten wir diesen Abschnitt des Küstenweges fast für uns allein. Für alle, die Küstenwanderungen lieben bzw. die Aussicht auf Klippen, Strand und Meer, ist das hier aus unserer Sicht ein Muss.

Bevor wir zur Küstenwanderung aufgebrochen sind, haben wir uns erst einmal auf dem örtlichen Markt und im Fischladen mit frischen Sachen für das Abendessen versorgt. Während des Bummels über den Markt haben wir mind. 3x die Gangfolge für das Abendessen abgeändert – es gab so viele gut aussehende Sachen. Am Ende haben wir uns für eine leckere Lachs-/Jakobsmuschelpastete als Vorspeise, frischen Spargel mit gebratenen Fischfilet und Buttersoße (den Namen des Fisches habe ich leider schon wieder vergessen) als Hauptspeise und französische Erdbeeren mit Sahne als Nachspeise entschieden. Die französischen Wochenmärkte sind wirklich ein Eldorado für Genießer und man hat die Qual der Wahl.

Eine kleine Stärkung am Hafen, bevor es weiter am Strand entlang geht.

Damit wir uns dieses Abendessen auch wirklich verdienen, sind wir dann gleich zur Wanderung aufgebrochen. Erst galt es die 2 km Promenade zu laufen, da wir genau am anderen Ende der Promenade unseren Kastenwagen stehen hatten. Die „Einkauferei“ und das Promenaden-Laufen hat uns dann so „erschöpft“, dass wir gezwungen waren eine „Mittagessen-Zwangspause“ in einem netten Lokal direkt am Hafen einzulegen. Ich konnte dabei meiner Miesmuschel-Leidenschaft nachgehen und Robert hat sich an den örtlichen Köstlichkeiten wie z.B. Austern, Schnecken und Muscheln gelabt. Der Rest des Weges und auch der Rückweg gingen dann fast wie von selbst. Die Aussicht auf das Abendessen – auch, wenn wir bzw. ich es noch zubereiten musste – hat noch sein Übriges dazu beigetragen.

Aussicht auf die herrlichen Sandstrände

An dieser Stelle muss ich Robert lobend erwähnen. Auf dem Rückweg sind wir nicht an der Promenade, sondern am Strand gelaufen. Die Ebbe hat den Strand um gut 200 m verbreitert und ich habe ausführlich meiner Muschelsammelleidenschaft gefrönt. Wir haben aufgrund dessen für den Rückweg gefühlt dreimal so lange wie für den Hinweg gebraucht. Robert hat mich jedoch mit stoischer Gelassenheit gewähren und sich sogar noch als Muschelträger missbrauchen lassen. Ich muss sagen, dass es sich gelohnt hat und sich meine Muschelausbeute wirklich sehen lassen kann. Besonders glücklich bin ich über die vielen Jakobsmuschelhälften, die bald ihren Einsatz als„Teller“ für den nächsten Krabbensalat finden werden.

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