Roberts ganz besondere Highlights

Château de Azay-le-Rideau

Château de Azay-le-Rideau

Nachdem wir mittlerweile bereits erste Anzeichen von leichter bis mittelschwerer Schloss-Müdigkeit zeigen, haben wir lange überlegt, ob wir dieses Wasserschloss von innen besichtigen sollen. Zumal auch der Schlosspark eine einzige Baustelle ist und auf seine „Restaurierung“ wartet. Nachdem dieses Schloss lt. dem Dumont-Reiseführer eines der Highlights der westlichen Touraine ist, haben wir uns dann doch überwunden. Und wir waren froh, einmal dem Reiseführer vertraut zu haben. Für Robert ist das Château Azay-le-Rideau das bisher schönste Schloss. Es besticht durch seine architektonische Klarkeit und Reinheit der Proportionen. Früher einmal als Wehrschloss angelegt, hat es sich mittlerweile zu einem Wohnschloss gewandelt. Lt. Reiseführer liegt es mit dem Schloss von Chenonceau und Chambord im Wettstreit um den Preis des schönsten Loire-Schlosses. Für Robert hat es den Wettstreit bereits für sich entschieden. Der Rundgang im Schloß selbst ist auch sehr kurzweilig gestaltet und man bekommt einen schönen Einblick in die „Lebensgewohnheiten“ und Räumlichkeiten der damaligen Zeit.

Salon des Vins (Weinmesse) in Chinon

Weinbauern um Chinon präsentieren ihre Weine

Nachdem wir bekanntlich sehr an Wein interessiert sind, war das Städtchen bzw. Örtchen Chinon für uns ein Besichtigungs-Muss. Die Weinberge und Rebfelder um Chinon erstrecken sich zu beiden Ufern der Vienne. Robert hoffte auch sehr auf die eine oder andere Möglichkeit die örtlichen Weine verkosten zu können.
Oberhalb der Ortschaft nahe der Burg haben wir geparkt und uns auf den Abstieg in die malerische Altstadt gemacht. Während unseres Weges kamen uns immer wieder Leute entgegen, schwerbepackt mit Weinkisten und benutzten Gläsern in der Hand. Robert wurde daraufhin sehr aufgeregt – „da muss was Besonderes los sein, wenn die alle mit benutzten Gläsern unterwegs sind“ meinte mein lieber Mann und trieb mich zu besonderer Eile an. Es ist doch immer wieder nett zu sehen, zu welcher Schnelligkeit ein Mann in „freudiger“ Erwartung“ fähig ist, dessen Motto normalerweise ist: „nur kein Stress“. Und tatsächlich, wir hatten unglaubliches Glück – just am Tag unseres Besuches fand in der Ortschaft eine Weinmesse verteilt auf 3 Plätzen statt. Das Eintritts-Glas war schnell gekauft und wir haben uns in die Verkostung gestürzt. Auch hier zeigte Robert besondere Talente. Die meisten Winzer sprechen leider kein Englisch und wir kein Französisch. Nachdem er ja für’s Autofahren zuständig ist, fallen die sprachlichen Anforderungen aus seiner Sicht in mein Aufgabengebiet. Ich wurde daher von ihm immer in Richtung des jeweiligen Ausgabestandes geschoben mit der Aufgabe, den gewünschten Wein zu organisieren. Es wird Zeit, dass auch Robert ein paar wenige Brocken französisch lernt und sein Englisch verbessert.
Die Messe war wirklich eine einmalige Gelegenheit die Weine von vielen verschiedenen Winzern kennenzulernen und Robert war einfach nur selig. Ich für meinen Teil habe wieder einmal festgestellt, dass mir die französischen Roten aus der Rebsorte Cabernet France im Regelfall nicht schmecken. Mir sind sie meist zu fruchtig und der Geruch bzw. die Nase erinnert mich immer an faule muffige Keller. Aber trotzdem haben wir 2 Weine entdeckt, die uns Beiden gemundet haben.

Irrfahrt durch die Pampas oder die Tücken des GPS

Weinanbau um Saumur

Hierbei handelt es sich wirklich um Roberts Glanzstück bzw. Meisterleistung. Aber alles der Reihe nach. Mittlerweile waren wir in der Gegend um Saumur, wo es auch tolle Weine gibt. Robert wollte daher unbedingt die Nacht bei einem Winzer verbringen inclusive Verkostung seiner Wein. Alles kein Problem, sind doch im Verzeichnis von France Passion einige Winzer in der Gegend von Saumur verzeichnet. Robert hat schnell die GPS-Koordinaten eingegeben und los ging es. Die Gegend wurde immer menschenleerer, die Straßen immer schmaler und deren Zustand immer schlechter. Bald waren nur noch Weinberge um uns rum. Anfangs dachten wir uns noch nichts. Als dass Navi dann aber verkündete, dass wir am Ziel seien, war uns klar, dass was nicht stimmen konnte. Wir waren mitten in der Pampa bei einem etwas heruntergekommenen Haus neben einem aufgelassenen Campingplatz angekommen. Auch meinen zaghaften Hinweis, dass auch nicht wie bisher ein Passion-France-Hinweis und Schild des Weingutes gekommen ist und daher irgendetwas mit der GPS-Dateneingabe nicht stimmen kann, wischte mein lieber Mann schnell bei Seite. Er habe die Dateneingabe überprüft und alles passt – die im Buch aufgeführten Daten sind fehlerhaft. Aber alles kein Problem , es gibt ja noch andere Weingüter in der Gegend. Wir starteten den zweiten Versuch – gleiches Prozedere wie vorher. Die Fahrt wurde immer abenteuerlicher – zwar ging es große Teile durch bewohntes Gebiet aber die Straßen wurden noch schmaler und waren dann auch für Gefährte wie unseres eigentlich gesperrt. Und wieder landeten wir dort, wo wir gar nicht hinwollten. Weit und breit keine Kellerei zu sehen. Langsam dämmerte es auch meinem Mann, dass der Fehler doch bei ihm liegen könnte. Kurz drauf hatte er die Erleuchtung – oh Wunder. Wir haben bereits den Nullmeridian von Ost nach West überschritten und wenn die Koordinaten mit Ost statt mit West eingegeben werden, kommt man einfach wo anders raus. Um den Familienfrieden nicht zu gefährden, habe ich verzichtet, lange darauf herumzureiten. Robert war dann auch ein bischen kleinlaut. Man sollte halt nicht nur die Koordinaten eingeben sondern immer auch lesen, was vor den Koordinaten steht. So haben wir halt dann am Ende eine dörfliche Sightseeing-Tour unternommen.

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