Die Schlacht um Peleliu im 2. Weltkrieg – eine Inselrundfahrt ganz nach Roberts Geschmack

Über 20.000 Tote und Verwundete auf 13 km2

Peleliu ist wirklich eine winzig kleine Insel mit gerade mal 13 km2 Fläche. Schwer sich vorzustellen, dass hier im 2ten Weltkrieg vom 15. September bis 25. November 1944 eine der blutigsten Schlachten zwischen den Japanern und Amerikanern getobt hat. Mit riesigen Verlusten auf beiden Seiten: Amerikaner: 2.336 Tote und 8.450 Verwundete; Japan: 10.695 Tote und 202 Gefangene. Und das alles nur wegen eines militärischen Flugfeldes, das letzten Endes dann doch nicht mehr sonderlich kriegsbedeutend war. Einfach unvorstellbar!!

Eine beeindruckende aber auch bedrückende Tour über die Insel

Viele Relikte aus dem 2ten Weltkrieg sind auf Peleliu noch erhalten und können bei einer Inselrundfahrt besichtigt werden. Etwas anderes als diese Relikte gibt es allerdings auf der Insel auch nicht zu sehen.

In einem alten noch gut erhaltenen oberirdischen Bunker (früher genutzt als Lager für alle möglichen Dinge) sind unterschiedliche Fundstücke (Fotos, Waffen, Ausrüstungsgegenstände, Zeitungsartikel von Veteranen etc.) ausgestellt. Das Ganze nennt sich hochtrabend Museum, ist aber für mich eher mehr ein Sammelsurium. Es gibt aber trotzdem einen guten ersten Eindruck von dem damaligen Wahnsinn wieder. Bei all dem Grauen wird es mir immer ganz schwer ums Herz. Ich finde die Geschichten/Schicksale rund um den 2ten Weltkrieg immer sehr belastend. Es handelte sich ja durchweg immer um junge Männer, die mehr oder weniger verheizt wurden. Jeder einzelne hat seine eigene Geschichte.

Robert war -wie soll es auch anders sein- bei der Inselrundfahrt voll in seinem Element. Vor ihm war kein Bunker, Höhle, Kommandozentrale etc. sicher. An jedem alten Panzer/Flugzeugwrack etc. mussten wir anhalten und alles ausführlich inspizieren. Robert hatte sich im Vorfeld schon ein wenig über die Geschichte der Schlacht informiert. Mit diesem ersten Hintergrundwissen war z.B. ein alter Panzer nicht nur ein x-beliebiges Ausstellungsstück, sondern ein lebendiges Schaustück aus der Schlacht.

Ein unbeschreibliches Höhlensystem

Sehr beeindruckend fand ich die diversen Höhlen, in denen damals Panzer, Munition, japanische Truppen etc. untergebracht waren. Diese Höhlen haben mit dazu beigetragen, dass die Amerikaner die Insel nicht in 3 Tagen, wie ursprünglich vorgesehen, einnehmen konnten. Die Amerikaner wussten nämlich nicht, dass für den Phosphat-Abbau ein Tunnelsystem mit mehr als 500 Höhlungen errichtet wurde, die von den Japanern noch teilweise ausgebaut und verstärkt wurden. Den vorgeschickten amerikanischen Auskundschaftern ist dies leider auch durch die Lappen gegangen. Diese Höhlen sind von außen absolut nicht erkennbar und die Eingänge zu den selbigen auch nur für Eingeweihte zu finden. Die Amerikaner meinten, dass bei dem vor dem Angriff flächenmäßig durchgeführten Bombardement der Insel das meiste Kriegsgerät der Japaner vernichtet wurde. Dies war aber nicht der Fall.

Das meiste lag geschützt in eben diesen Höhlen. Als die Amerikaner dann versuchten auf der Insel anzulanden erlebten sie ihr blaues Wunder. Mensch und Gerät waren noch so reichhaltig vorhanden, dass es für eine längere sehr blutige Schlacht mehr als ausgereicht hat. Und die in den Höhlen versteckten Japaner griffen die angreifenden Amerikaner aus dem Hinterhalt an. Was für ein Gemetzel und Grauen!

Ein Buch von E.B. Sledge und der TV Epos Pacific

Die Anlandung der Amerikaner erfolgte über das Riff an den Stränden Orange Beach und White Beach. Diese Strände wirken jetzt so unschuldig und unscheinbar, dass man sich nur schwer vorstellen kann, wie diese damals „blutdurchtränkt“ waren. Die Fakten und Informationen, die wir hier erhalten haben, jagen einem jetzt noch Schreckens- und Entsetzensschauer über den Rücken. Ich bin wirklich wieder einmal mehr als glücklich zu den Deutschen zu zählen, die bisher keinen Krieg selbst miterleben mussten. Ich hoffe sehr, dass dies auch so bleiben wird!

Nach der Inselführung war uns dann auch klar, warum alle Bewohner ausschließlich im Norden der Insel leben. Nach dem Ende des Krieges stand auf der Insel wirklich absolut nichts mehr. Es war alles dem Erdboden gleichgemacht und die Insel war weitflächig vermint. Die Amerikaner haben dann den Norden soweit „hergerichtet“ und an die Einheimischen „zurückgegeben“. Diese waren rechtzeitig vor Beginn der Schlacht von den Japanern nach Koror evakuiert worden. Noch 2008 wurden einige Tonnen an Minen etc. aus dem grünen Dickicht hervorgeholt. Auch heute gibt es auf der Insel noch Gebiete, die man nicht betreten oder Wege, die man nicht verlassen darf, wenn einem das Leben lieb ist.

Allen Geschichtsinteressierten, die mehr über die Schlacht von Peleliu wissen möchten, seien auf Wikipedia verwiesen. Aus Roberts Sicht sehr lesenswert ist das Buch von E.B. Sledge “Vom alten Schlag”, in dem ein Amerikaner seine Erinnerungen an/Erlebnisse aus dieser Schlacht niedergeschrieben hat. Auch im mehrteiligen amerikanischen TV-Kriegsepos “Pacific” handeln mehrere Serienteile von der Schlacht um Peleliu.

 

 

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