Sète, mediterrane Hafenstadt mit italienischem Flair

Selbst Sonnenanbeter und Badefreunde kommen in dieser Stadt voll und ganz auf ihre Kosten. Grenzen doch an sie verschiedene Sandstrände auf einer Länge von 15 km an. 

Sète, das Eldorado für Fischliebhaber

Sète ist der wichtigste Fischereihafen am Mittelmeer. Die Lagune Étang de Thau, die an einer Seite an Sète grenzt, ist ein idealer Ort für die Austern- und Muschelzucht. 20 Prozent der französischen Austern kommen von hier. So ist es dann auch nicht überraschend, dass man in dieser Stadt sehr gut Fisch essen kann.

Die Markthalle und die Fischrestaurants unten am Hafen sind berühmt für ihre mediterranen Spezialitäten. Eine ganz besondere Spezialität von Sète ist die Tielle. Dabei handelt es sich um fein gehackten Tintenfisch mit Tomatensauce im Teigmantel. Uns wurde gesagt, dass wir nicht irgendeine Tielle probieren sollen. Angeblich sind die vom Hersteller Cianni am besten. Wenn die Menschenschlange am Cianni-Stand in der Markthalle der Gradmesser ist, dann müssen sie wirklich sehr, sehr gut sein. Uns hat sie auf jeden Fall geschmeckt. Wenn auch der erste Bissen etwas gewöhnungsbedürftig war. Geschmacklich wären wir nie auf Tintenfisch gekommen. So kann man sich täuschen.

Die Markthalle ist wirklich ein Eldorado. Und das nicht nur für Reisende, die ihren Wohnmobil-Kühlschrank auffüllen möchten. Auch für solche mit knurrendem Magen ist ein Besuch der Markthalle lohnend. Hier gibt es nämlich zwischen den Ständen immer wieder die Möglichkeit sich hinzusetzen und frisch zubereitete Köstlichkeiten zu genießen. Wir sind an einem Stand mit frischen Schalentieren schwach geworden. Eine große Platte mit Austern, Bulots (Meerschnecken), Miesmuscheln und Garnelen haben wir ruckzuck vertilgt. Dazu noch einen leichten Weißwein. Und schon fühlten wir uns wie Gott in Frankreich. Wir essen für unser Leben gern Austern und Bulots. Und wo bekommt man diese frischer als dort vor Ort in Frankreich, wo sie gezüchtet werden. Ach, das Schlemmen war einfach nur herrlich!!!

In Sète auf den Spuren von Candice Renoir 

Sète ist uns bereits ein Begriff durch die Fernseh-Folgen von Candice Renoir. Die erste Frage, die sich nun vermutlich jeder Leser stellen wird ist: wer um Himmelswillen ist Candice Renoir?? Noch nie davon gehört? Nicht so schlimm, das ist kein Beinbruch. Nach diesem Artikel dürfen Sie sich zu den Insidern zählen. 

Ich bin ein großer Fan dieser Serie. Mein Mann kann davon bereits ein Lied singen. Ich weiß nicht, wie oft er schon die Wiederholung der Folgen hat ertragen müssen. Er tut es aber bisher mit stoischer Gelassenheit Vielleich liegt es daran, dass es meine liebste Unterhaltung bzw. Begleitung beim Bügeln ist. Und die meisten Bügelsachen leider von ihm sind. Da ist es natürlich unerlässlich, die Ehefrau bei Laune zu halten. 

Aber nun zum „Kern“ von Candice Renoir. Es handelt sich dabei um eine französische Kriminalserie die in Sète spielt. Die Protagonistin der Serie, Candice Renoir, ist eine geschiedene Mutter von 4 Kindern. Nach 10 Jahren Auszeit nimmt sie die Stelle als Polizei-Kommandantin in Sète an. Sie ist etwas chaotisch und ihre Ermittlungsmethoden sind sehr speziell bzw. sehr unkonventionell. Aber dennoch oder gerade deshalb ist sie bei ihren Ermittlungen sehr erfolgreich. Auch die Liebe kommt bei ihr nicht zu kurz. Es ist ein ständiges hin und her oder besser on und off mit ihrem Kollegen Antoine. Es bleibt immer spannend zwischen den beiden. 

Ich liebe diese Serie wirklich sehr. Zumindest die ersten 4 Staffeln finde ich unheimlich witzig und amüsant. Wie bei so vielen anderen Serien auch, ist hier aus meiner Sicht mittlerweile leider ein wenig die Luft raus. Die Staffeln 5 und 6 reichen m.E. nicht mehr an die ersten 4 Staffeln heran. Die Stories werden immer aberwitziger und unglaubwürdiger. Die Geschichte ist mittlerweile schon ein wenig abgenutzt. Aber dennoch warte ich voller Vorfreude auf Staffel 7, die gerade in Frankreich angelaufen ist. So ist es halt mit eingefleischten Fans. 

So verwundert es wahrscheinlich keinen, dass ich in Sète Ausschau nach den Drehorten dieser Serie gehalten habe. Mein Göttergatte war dabei die ganze Zeit tapfer an meiner Seite. Vielleicht ist er mittlerweile auch ein heimlicher Fan geworden. Wer weiß?! Allerdings muss ich zugeben, dass es für mich unheimlich schwer war ganz spezielle Gebäude wiederzuerkennen. Bei der einen oder anderen Lokation, wie z.B. dem Containerhafen oder dem Friedhof war ich mir dagegen zu 100 Prozent sicher. Aber egal, Hauptsache ich habe die Stadt mal persönlich kennengelernt. Vielleicht erkenne ich ja in den neuen Folgen oder bei den Wiederholungen den einen oder anderen Punkt in Sète wieder. Es ist auf jeden Fall wieder ein Grund, sich nochmals die alten Staffeln anzusehen. Ich denke, da muss mein Mann wohl oder übel durch …..!

Die Besichtigung von Sète können wir nur jedem ans Herz legen. Die Stadt mit ihren Kanälen hat wirklich ein eigenes Flair. Ein Besuch ist u.E. auf jeden Fall sehr lohnenswert. Und wer irgendwann vom Besichtigen zu viel hat, lässt den Tag einfach an einem der Strandabschnitte ausklingen. 

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