Tauchen auf Yap – ein Resümee

Auf den Web-Seiten des Manta Ray Bay Hotels wurde vollmundig damit geworben wie toll das Tauchen auf Yap sei und dass es hier sehr viele Großfische, im Wesentlichen Mantas und Haie, zu sehen gibt. Yap sei schließlich das weltweit einzige Schutzgebiet von Mantas und ganzjährig sei eine große Anzahl dieser Tiere in Yap anzutreffen. Auch sind in der im Web hinterlegten Insel-Übersicht sehr viele verschiedene Tauchplätze ersichtlich. Wir sind daher von einer Vielfalt bei den möglichen Tauch-Plätzen ausgegangen. In den einschlägigen Taucher-Foren gibt es zudem begeisterte Einträge zu Yap und zu den Begegnungen mit den Haien und Mantas.

Unsere bzw. Roberts Erwartungen waren daher sehr groß. Leider haben sich diese nicht so ganz erfüllt. Die Tauchgänge waren im Großen und Ganzen in Ordnung bzw. ganz nett, entsprachen aber nicht den geschürten Erwartungen. Obwohl es doch immer wieder etwas Besonderes ist, Mantas und Haien zu begegnen und diese beobachten zu können. Mantas in vergleichbarer Art und Weise hat Robert bereits schon mehrmals auf den Malediven erlebt und er hat daher den direkten Vergleich.

Konzentrierte Begegnungen mit Haien in größerer Anzahl gab es nur am Tauchplatz Vertigo und dort auch nur aufgrund der von uns nicht geschätzten Anfütterung. Mantas waren auch nur an einem einzigen Tauch-Spot, genannt „Stammtisch“, ihrer Putzerstation, anzutreffen. Hier verharrten die Taucher so lange auf 5-6 Meter, bis sich endlich einer oder mehrere der Mantas zeigten. Dies konnte ganz schnell gehen oder auch schon mal 30 Minuten (plus/minus) dauern. Bei 1-2 Tauchgängen ist dies sicherlich noch ganz spannend, aber nicht, wenn man jeden Tag diesen Tauchspot einmal anfährt. Von Roberts 10 gemachten Tauchgängen ging es 5x zum Stammtisch, 3x zu Vertigo und nur 2x zu einem anderen Tauchspot. Ich muss allerdings fairerweise sagen, dass die Auswahl der einzelnen Tauchspots stark abhängt vom Wetter und von den Mittauchern. Angeblich war das Wetter (Wind)/Gezeiten/Strömungen nicht so, dass eine Fahrt in die südlicheren Tauchgebiete möglich gewesen wäre. Ob dies wirklich so wahr, können wir leider nicht beurteilen. Zum anderen war der Großteil der Taucher auf Haie und Mantas fixiert und hatten daher leider kein großes Interesse an anderen Tauchplätzen. Und da es leider immer nach der Mehrheit ging, hatten die anderen, die nicht ausschließlich auf Haie und Mantas fixiert gewesen sind und die gerne auch einmal etwas Anderes gesehen bzw. kennengelernt hätten, die Arschkarte gezogen. Durch eine andere Organisation bzw. Zusammenstellung der Tauchboote hätte man hier sicherlich einiges erreichen bzw. alle unterschiedlichen Interessen zufrieden stellen können.

Noch ein Wort zum Schnorcheln. Es heißt überall vollmundig, dass sinngemäß auch Schnorchler voll und ganz auf Ihre Kosten kommen. Das kann ich allerdings so nicht bestätigen. Vielleicht lag es daran, dass ich lange Zeit die einzige Schnorchlerin war und sie dafür nicht extra ein Boot bereitstellen wollten/konnten. Ich konnte damit nur mit den Tauchern rausfahren. Die einzelnen Tauch-Spots sind jedoch meist nicht geeignet für Schnorchler (z.B. zu hoher Wellengang, zu schlechte Sicht) – Yap ist halt für Taucher. Ich wollte auch nicht jeden Tag den Tauchern bei Ihren Hai- und Manta-Begegnungen von oben zusehen (einmal ist für mich absolut ausreichend) oder wenn ein Spot absolut nicht geeignet war, auf dem Schiff bis zur Rückkehr der Taucher zu warten. Das habe ich einmal gemacht und bin dann bei dem Geschaukel prompt seekrank geworden. Da sie einem für das Schnorcheln –trotz eigener Ausrüstung und Mitfahrt auf dem „Tauchschiff“– auch noch 50 USD abknöpfen habe ich für mich beschlossen, dass Schnorcheln sein zu lassen. Das ist für mich nervenschonender und billiger!

Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Aufenthalt auf Yap ganz nett und eine interessante Erfahrung war. Wir bereuen nicht dahin gereist zu sein. Ein zweites Mal hinreisen oder weiterempfehlen würden wir es allerdings nicht. Die Reisekosten, der zeitliche Aufwand um nach Yap zu kommen und die wenigen kennengelernten Tauchspots stehen für uns in keinem ausgewogenen Verhältnis. Da fahren wir lieber auf die Malediven, da bekommen wir auch Mantas und Haie zu Gesicht, zahlen dafür weniger und die Anreise ist zudem wesentlich kürzer. Und ich kann mit Sicherheit am Hausriff umsonst schnorcheln.

 

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