Kajakfahren in den Mangroven – andere Länder, andere Sitten!

Was macht man nicht alles, um die Zeit bzw. den Abflugtag einigermaßen rumzukriegen. Die Inseltour haben wir schon hinter uns gebracht, am Fischen haben wir kein Interesse, das Schnorcheln lohnt nicht wirklich und am letzten Tag vor dem Fliegen ist Tauchen nicht möglich. So blieb nur noch das Kajakfahren als einzig möglich verbliebene Aktivität.

Wir haben uns gefreut, dass wir bis einen Tag vor der Aktivität die einzigen waren, die dafür Interesse angemeldet haben. Wir haben uns allerdings zu früh gefreut gehabt. Am Vorabend hat sich dann noch eine ganze Latte an Personen –aufgrund der Namen vermuteten wir Amerikaner– angemeldet. So ein Mist!!!! Wir haben kurzzeitig überlegt ob wir unser Vorhaben aufgeben sollen. Aber aufgrund der Alternative –mit den anderen im Hotel abhängen und sich um die wenigen Liege am Minipool zu streiten– haben wir uns dann doch zum Kajakfahren entschlossen. Unsere Überraschung war groß, als sich die vermeintlichen Amerikaner zum größten Teil als eine Gruppe von Russen herausgestellt hat, die nicht oder nur sehr schlecht englisch gesprochen haben. Während der Fahrt konnten wir interessante Studien betreiben. Die weiblichen Mitglieder dieser Gruppe waren vereinzelt aufgedonnert wie beim Schaulaufen in Cannes. Sogar das Louis Vuitton-Tascherl durfte bei einer auf dem Boot nicht fehlen. Wie die damit Kajak fahren wollten, war uns ein Rätsel. Einem männlichen Mitglied der Gruppe wurde scheinbar die Aufgabe zuteil, alles in Ton und Bild festzuhalten, denn er filmte die ganze Zeit ohne Unterlass. Spannend wurde es, als es galt vom Schnellboot in die einzelnen Kajaks umzusteigen. Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis alle in ihren Booten waren. Ich selbst bin kein Kajak-fahr-Genie, aber einige der Russen waren wirklich nervig. Plötzliches verlangsamen, die Richtung wechseln und einfach stehenbleiben waren die Regel. Wir mussten immer aufpassen, dass wir nicht mit denen kollidierten. Wir haben daher immer geschaut, dass wir alle „russischen Kajaks“ hinter uns lassen konnten.

Die Fahrt in den Mangroven selbst war wirklich interessant. Insbesondere wenn man in den Teil gelangt, der wirklich nur noch mit dem Boot zugänglich ist. Man ist von den Mangroven und ihren aus dem Wasser schauenden Wurzeln umgeben. Wenn die Sonne vorsichtig durch die Blätter scheint, dann wirkt alles sehr mystisch und man sieht sich automatisch um, ob nicht doch irgendwo Elfen oder sonstige Fabeltiere auf einen warten. Mit viel Glück sieht man Flughunde an den Bäumen hängen. Uns war dieses Glück leider nicht beschieden. Wir konnten nur einen einzigen Flughund bewundern, der über uns hinweggeflogen ist.

Geführt wurde die Kajaktour von einem jungen Mädchen, das ich sonst nur an der Rezeption des Hotels gesehen habe. Es scheint hier üblich zu sein, dass jeder Angestellte mehrere Funktionen ausübt. So brät z.B. der Masseur die Frühstückseier. Aus meiner Sicht sollte das Mädel an der Rezeption bleiben, denn als Guide taugte sie nicht sehr viel. Sie hat zwar einiges erklärt, nur hören konnten wir sie nicht und haben daher auch nichts mitbekommen. Die Erklärungen hat sie nämlich in normaler Lautstärke nach vorne gerichtet, wo sich keines der Kajaks befand und nur das unmittelbar hinter ihr befindliche Kajak hat die Informationen überhaupt hören können. Ich vermute, dass war der Grund, warum sich zwei Amerikaner mit ihrem Doppelkajak hinter dem Guide wie „festgesaugt“ haben. Shit happens!

In Summe lässt sich festhalten, dass der Ausflug trotz der „Begleitumstände“ ganz nett war. Gemessen an dem dafür zu entrichtenden Preis ist es m.E. allerdings überteuert und man versäumt nicht wirklich etwas, wenn man darauf verzichtet. Am Besten, man achtet darauf, dass es nicht mehr wie 3 Kajaks sind, damit sichergestellt ist, dass man wirklich alles mitkriegt.

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