Über den Peer-Gynt-Weg in die Olympiastadt Lillehammer

Auf den Spuren von Peer Gynt

 

Je weiter wir in Richtung Süden kommen umso schöner wird das Wetter. Vielleicht nur Zufall oder aber vielleicht auch die Wetter-Wende? Erst zögerlich ein paar Sonnenstrahlen bei der Anfahrt und dann am nächsten Tag in Lillehammer strahlender Sonnenschein bei 24 Grad. Ist das denn zu glauben – wirklich verrückt! Hoffentlich bleibt es so!!! Wir haben unsere Akkus auf jeden Fall kräftig aufgeladen; es war einfach nur schön!

Es gibt zwei Möglichkeiten/Routen um vom Rondane Nationalpark nach Lillehammer zu kommen. Erstere geht auf direktem Wege über die Europastraße 6 durch das Gudbrandsdal. Zweitere führt über den Peer-Gynt-Weg. Dieser ist eine fast Parallelstraße zur E6 die bei Vinstra abzweigt und bei Tretten wieder auf die E6 trifft. Sie dauert zum Fahren ein wenig länger, da es sich nur um eine Schotterpiste handelt, für die zudem noch Maut zu entrichten ist. Nachdem diese Strecke reizvoller sein soll, hatten wir uns für die Fahrt auf der Selbigen entschieden. Um es gleich vorwegzunehmen, wir würden die Strecke kein zweites Mal fahren. Nicht dass es ein Reinfall gewesen wäre. Die Strecke war durchaus reizvoll aber nicht so herausragend, als dass sich u.E. die Umstände dafür gelohnt hätten.

Von Vinstra aus ging es beständig nach oben auf die Hochebene mit tollem Blick auf Seen, Wiesen und Wälder. Wir fühlten uns wieder stark an Schweden erinnert. Oben wird dann die Landschaft karger. Und zwar insofern, dass nur noch wenig Bäume aber dafür mehr grüne Sträucher, Büsche und Gräser die Landschaft beherrschten. Zwischendrin kleine Seen und Tümpel. Nicht zu vergessen die unzähligen entlang der Straße grasenden Schafe. Oben auf der Hochebene gibt es einige Skigebiete. Gemessen an der Anzahl und Größe der Unterkünfte/Hotels sowie an der Unmenge von kleinen Hütten muss hier im Winter wirklich die Hölle los sein. Ganz furchtbar „verschandelt“ fanden wir es in der Ortschaft Skeikampen. Für uns ein Synonym für Ski-Massentourismus. Jetzt im Sommer war es dagegen vollkommen ruhig und nur einzelne Wanderer waren hier und da zu sehen.

Lillehammer, die Olympiastadt von 1994

Lillehammer ist ein wirklich nettes und überschaubares Örtchen, in dem nach wie vor die Winterolympiade von 1994 sehr präsent ist.
Bei unserem letzten Besuch vor 3 Jahren waren wir aufgrund eines Radrennens in unserer Bewegungsfreiht stark eingeschränkt und konnten uns vieles nicht so richtig ansehen. Wir mussten uns damals in erster Linie auf die Skischanze beschränken. Diese haben wir nun ausgelassen und alles nachgeholt, was wir vor 3 Jahren versäumt haben.

Es ist wirklich ganz nett, die Auslagen der Geschäfte in der schönen Fußgängerzone zu betrachten. Sehr beeindruckt waren wir vom Olympia-Museum. Hier wird sehr anschaulich die Geschichte der olympischen Sommer- und Winterspiele von der Antike bis in die heutige Zeit nachvollzogen.
Wir haben dabei sehr viel Neues erfahren und dazugelernt. Der Schwerpunkt der Ausstellung wird auch auf die norwegischen Olympioniken gelegt. Viele der nationalen Helden(innen) werden mit Ihren Disziplinen und zum Teil mit Ihrer damaligen Sport-Ausrüstung vorgestellt. Alles ist sehr kurzweilig gestaltet. Obwohl die Ausstellung überschaubar ist, waren wir gut über 1 Stunde „beschäftigt“, um alles entsprechend anzusehen und zu bewundern. Eine wirklich gut und ansprechend gestaltete Ausstellung.

Das Freilichtmuseum Maihaugen beherbergt auch das Olympiamuseum

Nachdem das Olympia-Museum von der Håkon-Halle des Olympiaparks in die Räumlichkeiten des Freilichtmuseums Maihaugen umgezogen sind standen wir vor der Frage, ob wir uns dieses auch ansehen möchten. Gott sei Dank haben wir uns dann doch für das Kombi-Ticket entschieden. Wir hätten es im Nachhinein wirklich bereut, wenn wir auf den Besuch verzichtet hätten. Das Freilichtmuseum ist in 3 Bereiche aufgeteilt. In einem werden Häuser aus dem Gubrandsdal aus dem 18. und 19. Jahrhundert gezeigt. Im anderen wird die Stadt Lillehammer zu Beginn des 20 Jahrhunderts dargestellt. Um im dritten Bereich sind komplett eingerichtete Wohnhäuser aus fast allen Jahrzehnten des 20 Jahrhunderts zu bestaunen.

Gerade letzteres war eine unglaublich interessante Zeitreise. Das eine oder andere Möbelstück erinnerte an die Einrichtung der älteren Verwandschaft oder an die eigene Kinder-/Teenagerzeit. Eintauchen in die Vergangenheit pur und wirklich sehr gut und realistisch gemacht. Das Ganze sah so aus, als wenn die Bewohner nur kurz außer Haus waren, es stimmte wirklich jedes Detail. Teilweise waren auch Schauspieler in den Häusern, die die jeweilige Geschichte dazu erzählt haben. Auch zu sehen, wie früher die Leute im Gudbrandsdal gelebt haben, war wirklich eine Bereicherung. Von außen sehen die Häuser gar nicht so speziell aus. Geht man dann hinein, ist man wirklich überrascht von der Innen-Ausgestaltung und dem Mobiliar. Gerade die Ausstattung in den Häusern der „Bessergestellten“ und im speziellen im Haus eines Beamten muss keinen Vergleich scheuen. Eingebettet ist alles in eine sehr schöne Parklandschaft.

In den ausgestellten Bauernhöfen und Almen sind teilweise Tiere vorhanden, Personen in alten Trachten/Kleidung arbeiten in den „Betrieben“. Das macht das ganze wirklich sehr lebendig. Es war wirklich gut, dass wir bisher auf den Besuch der unzähligen Freilichtmuseen bzw. Sammlungen von alten Häusern verzichtet haben. Hier haben wir alles in geballter Form vorgefunden und sogar noch mehr darüber hinaus.

Es ist so viel zu sehen und zu bestaunen, dass man locker ½ wenn nicht sogar einen ganzen Tag in Maihagen verbringen kann. Der Besuch ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene wirklich lohnenswert. Ein absolutes Muss bei der Besichtigung von Lillehammer.

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