Als Schnorchler Auge in Auge mit Grau- und Schwarzspitzenriffhaien

Yap ist bekannt für seine Großfische – namentlich Haie und Mantas. Der Stammtisch ist berühmt für seine Begegnungen mit Mantas. Der Tauchspot Vertigo dagegen wird von etlichen Grau-und Schwarzspitzenriffhaien zu einem der aufregendsten Haiplätze des Pazifiks gemacht. Roberts beide Tauchgänge des heutigen Tages gingen an diese beiden Plätze und ich konnte als Schnorchler mit. Juchhuuu!!!

Das Schnorcheln am Manta-Stammtisch war leider ein Flop, Vertigo dagegen top. Beim Stammtisch habe ich leider nicht viel gesehen, obwohl das Riff nicht weit unter der Wasseroberfläche lag. Zum einen war die Sichtweite aufgrund des vielen Planktons sehr gering und zum anderen musste ich (oberhalb) hinter den Tauchern bleiben. Da war für mich außer den Luftblasen aus den Atemgeräten der Taucher nicht viel zu sehen. Das ein Manta da ist, habe ich dann daran gesehen, dass alle Taucher unter mir gleichzeitig wie auf Ansage ihre Unterwasserkameras gezückt haben. Obwohl, ganz kurz habe ich einen Schatten bzw. „Ausschitt“ des Mantas gesehen. Robert war auf jeden Fall von den Mantas sehr begeistert. Aus seiner Sicht ist das „erhabene Dahingeschwebe“ einfach faszinierend und die Ruhe und Gelassenheit dieser Tiere überträgt sich auf ihn als Taucher. Er kann den Mantas auf jeden Fall stundenlang zusehen.

Der Tauchplatz Vertigo dagegen ist auch für Schnorchler der Hammer!!! Ich bin vom Boot ins Wasser gesprungen und gleich überall waren die Haie –Grau- und Schwarzspitzenriffhaie– in den unterschiedlichsten Größen unterwegs. Am Anfang war mir dann schon etwas mulmig Zumute. Insbesondere dann, wenn mir einer der Haie scheinbar etwas nähergekommen ist. Aber zum einen waren unter mir Unmengen von Tauchern, die sicherlich näher zum Fressen lagen als ich. Zum anderen waren die einheimischen Guides wahnsinnig entspannt. Ich bin überzeugt, dass solche Spots nicht angefahren würden, wenn eine Gefahr für die Taucher/Schnorchler bestehen würde.

Als Wiedergutmachung für den für mich nicht sonderlich glücklichen Schnorchelausflug zum Stammtisch ist sogar ein einzelner kleiner Manta nicht allzu weit an mir vorbeigeschwebt. Wirklich ein schönes Tier und so elegant in der Bewegung!

Es war schon sehr beeindruckend, all die Haie von oben zu beobachten. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wer neugieriger auf den anderen war – die Hai oder ich ….?????? Ich muss sagen, dass mich das Schnorcheln mit den Haien ein wenig geschlaucht hat. Es ist schon sehr anstrengend so lange in der welligen See zu „liegen“ und gegen die Strömung anzuschwimmen. Das „Durchhalten“ hat sich aber auf jeden Fall sehr gelohnt. Wann bekommt man denn schließlich so viele Hai hautnah präsentiert!!!!

Obwohl es schon toll ist, dass so viele Haie immer an einem ganz bestimmten Platz zu finden bzw. zu sehen sind, so heiße ich doch den Grund, warum dies so ist, nicht für gut. Die Haie werden angefüttert und die Taucher können auch bei diesen Fütterungen bei einer separaten Tauch-Tour mit dabei sein. So etwas gefällt mit nicht, da der Mensch hier in die „Natur“ hineinspielt und die Verhaltensweise der Haie beeinflusst, wenn nicht sogar verändert. Ich bin strikt gegen jedwedes anfüttern von Meeresbewohnern! Dann sehe ich doch lieber nur einen oder sogar keinen Hai während des Schnorchelns.

Nachmittags haben wir uns dann zur Entspannung an einen wirklich kleinen Strand fahren lassen. Unser Hotel liegt zwar direkt am Meer bzw. an der Lagune, diese verfügt jedoch über keine Strände. Was soll ich sagen – Südsee pur und keine Menschenseele außer uns am Strand. Ja, da werden Erinnerungen an vor 23 Jahren wach, als wir in Polynesien unterwegs waren. Was gibt es schöneres als ganz entspannt im Schatten von Kokosnusspalmen zu liegen und in den blauen Himmel zu schauen!!! Zum Baden ist der Strand allerdings nicht geeignet, da das Wasser hier nicht sehr tief ist bzw. bei Ebbe gar nicht vorhanden ist. Da wir heute schon genug im Meer waren, war uns das allerdings egal. Die Infrastruktur auf Yap ist mehr als spärlich und die Touristenunterkünfte können an einer Hand abgezählt werden. Daher war bzw. ist am Strand und in der Umgebung auch kein Hotel zu finden oder Bistro, Cafe oder Strandlokal. Es gibt nur vereinzelte mehr als sehr einfache Hütten der Einheimischen, die hier im dichten und satten grün der tropischen Vegetation stehen. Einfach himmlisch!!!! Beim Strandspaziergang kommt es dann vor, dass einem Hühner beinahe über die Füße laufen oder man von einem an einer Palme angebundenen Hausschwein neugierig begrüßt wird. An diesem Strand ist es paradiesisch ruhig und von Hektik keine Spur. Die Zivilisation scheint ganz weit weg zu sein. Der perfekte Ort um sich zu entspannen und sich ein klein wenig wie Robinson Crusoe zu fühlen. Was gibt es schöneres???!!!

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