Ile de Bréhat und vom Dussel zweier Chaoten

Das Reisen mit dem Kastenwagen erlaubt größtmögliche Freiheit – man bleibt, wo es einem gefällt bzw. fährt weiter, wenn dem nicht so ist. Das Ganze hat aber den Nachteil – zumindest bei uns – dass man mit dem Planen der Route etwas nachlässiger wird bzw. das große Planen gleich sein lässt und einfach drauf los fährt. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass einem die eine oder andere Sehenswürdigkeit durch die Lappen geht.

Heute früh standen wir vor der Frage, wo die heutige Tour entlang gehen sollte. Wir hatten mal wieder keine richtige Vorstellung, außer, dass es an der Küste entlang gehen muss. Also kurz den großen Frankreich-Atlas aufgeschlagen und ziemlich schnell beschlossen, den nächsten auf der Karte als Sehenswürdigkeit hinterlegten Punkt anzusteuern, ohne eigentlich zu wissen, um was es da geht. Wer möchte den schon kostbare Zeit „opfern“ mit dem Lesen von irgendwelchen Reiseführern!!?? Kaum am Pointe de l’Arcouest angekommen haben wir mit Erstaunen und großen Augen festgestellt, dass dies ein „Hot-Spot“ der Bretagne sein muss.

Blick aus unserem Kastenwagen

Die Wohnmobilplätze waren schon sehr gut belegt und wir haben mit Ach und Krach noch ein tolles Park-plätzchen mit Meerblick bekommen. Wir fanden es dann ab diesem Zeitpunkt doch ratsam, im Reiseführer nachzuschauen, wohin es uns genau verschlagen hat. Und was haben wir Ahnungslose mal wieder für ein unglaubliches Glück gehabt!! Die Blumeninsel der Bretagne, die Ile de Bréhat, ist in nur zehn Minuten mit dem Boot von der Pointe de l’Arcouest erreichbar. Die Insel ist zwar nur 3,5 km lang und 1 ½ km breit, aber hat dennoch einiges zu bieten. Dank des milden und trockenen Klimas blüht eine fast mediterrane Vegetation

Mediterrane Pflanzenwelt auf der Ile de Brehat.

und die stark zergliederte Felsküste mit Ihren Buchten und breiten Sandstränden wird fast von hundert Inselchen und Riffen gesäumt. Autos sind auf der Insel nicht erlaubt und da die Insel so schön klein ist, lässt sie sich sehr gut erwandern. Nachdem wir noch in der Vorsaison sind, waren noch keine Heerscharen an Touristen unterwegs. In der Hauptsaison muss dies jedoch anders sein, gemessen an den Kapazitäten der PKW-Parkplätze und der Fähren.

Ile de Brehat

Die Insel hat uns sehr gut gefallen und wir waren sehr froh, dass sie nicht einfach an uns „vorübergegangen“ ist. Ein Besuch ist aus unserer Sicht absolut empfehlenswert – allerdings nicht in der Hauptsaison, denn da treten sich die Leute sicherlich gegenseitig auf die Füße.

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Côte de Granit rose und Erinnerungen an die Seychellen werden wach

Küstenabschnitt vor Tregastel

Die Nordküste der Bretagne ist ein einziger Traum. Man vermag es kaum zu glauben, dass man in der Bretagne ist und nicht in Südeuropa. Alles wirkt so lieblich und mediterran und die Palmen, die es hier auch zu sehen gibt, lassen keine Wünsche offen. Begünstigt wird dies durch den Golfstrom, der auch im Winter für milderes Klima sorgt. Frost gibt es hier so gut wie keinen. Die Küstenstraßen laden zu ausgiebigen Spazierfahrten ein und Robert hatte am Ende ein dickes Ohr von meinen nicht mehr enden wollenden Begeisterungsstürmen. Aber ich muss ihm ein dickes Lob zollen, er hat es mit Fassung ertragen.

Der Blick von oben auf die Buchten, Strände und Klippen ist einfach einmalig. Besonders bei Ebbe ist der Anblick noch intensiver und beeindruckender, da viele Gesteins- bzw. Felsformationen sichtbar werden und der Strand noch breiter erscheint.

Tregastel an der Cote Granite de rose

Höhepunkt des Tages war Trégastel bzw. dessen Strand. Wir sind hier auf einem Küstenweg von Strand zu Strand gewandert, flankiert von fabelhaften Granitensembles, die unsere Phantasie auf Touren gebracht haben. Auch wenn es sich um roten Granit handelt und die Felsformationen anders sind, hat uns das ganze an die Seychelleninsel La Digue erinnert. Es war genauso romantisch und malerisch wie dort. Wir konnten uns mal wieder gar nicht richtig satt sehen.

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Vom Winde verweht und kräftig eingenässt auf der Küstenwanderung von Pointe du Raz nach Pointe du Van

Pointe-du-Raz

Angeblich rennt das Meer nirgendwo spektakulärer gegen den europäischen Kontinent an, als am Pointe du Raz. Die Landspitze ist 72 Meter über dem Meer und wurde mittlerweile zum Naturschutzgebiet erklärt. Es gibt mehrere Spazierwege, um zum Kap zu kommen. Die Kapspitze ist aufregend zerklüftet und die Gischt der Wellen umtost grandios die Felsen. Nachdem ich ein großer Angsthase bin, haben wir darauf verzichtet die Kapspitze auf dem Felspfad zu umrunden. Der Weg war uns einfach zu unsicher und es geht schon verdammt tief nach unten. Das ganze war auch so schon sehr spektakulär, aber ich würde es dennoch nicht als das Kap schlechthin bezeichnen.

Wanderung am Pointe-du-Raz

Gott sei Dank ist nicht Hauptsaison und die Besuchermassen haben sich einigermaßen in Grenzen gehalten. Dennoch stand uns der Sinn nach weniger Rummel. Wir sind daher am Kap über Nacht geblieben und haben uns am nächsten Tag auf zur Küstenwanderung zum Pointe du Van gemacht. Diese Wanderung ist etwas beschwerlicher und wird daher von den Massen gemieden. Stellenweise ist mir unterwegs allerdings ein wenig anders geworden ob des sehr starken Windes – es war, als wenn jemand einen von hinten anschiebt. Da der Weg doch sehr schmal war und es nicht weit links des Weges auch schon die Klippen nach unten ging, hatte ich den einen oder anderen Hitzeschauer.

Wanderung am Pointe-du-Raz

Der Küstenweg zwischen diesen beiden Kaps ist jedoch einfach sensationell und für uns eines der bisherigen Highlights der Küste. Die Panoramaaussichten sind einfach spektakulär und wir konnten davon gar nicht genug bekommen. Stellenweise hat uns die Aussicht an die Küste von Cornwall erinnert. Auf dem Wanderweg war absolut nichts los und nur auf dem Rückweg haben wir einzelne Wanderer getroffen. Der einzige Wehrmutstropfen war das Wetter. In der Früh haben wir uns noch halb unseren Allerwertesten weggefreut, dass es nicht wie angekündigt geregnet hat. Wir sind bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel aufgebrochen. Kaum beim Pointe du Van angekommen, überraschte uns der erste -Gott sei Dank kurze- Regenschauer. Zum Nasswerden hat es allerdings gereicht. Nachdem dann wieder die Sonne kam, waren wir auch ruckzuck wieder trocken. Auf dem Rückweg hat sich das Spiel mit dem kurzen Schauer noch 2x wiederholt. Robert war ganz besonders nass, da er auf seine Gore-Jacke verzichtet hat und auch keine Regenhose besitzt. Er überlegt jetzt aber, dass eine Regenhose evtl. doch sinnvoll ist und ob er sich seine Frau nicht doch als Beispiel nehmen und eine erwerben soll. Das ist doch Wasser auf meinen Mühlen nach all dem Spott, den ich mir letztes Jahr beim Erwerb der Regenhose anhören musste.

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Kulinarischer Höhepunkt auf den Spuren von Kommissar Dupin

Die Stadt Pont Aven ist vielen ein Begriff, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

  1. Den Kunstliebhabern, da hier der Maler Gaul Gaugin zeitweise gelebt und die sogenannte Schule von Pont Aven gegründet hat.
  2. Den Liebhabern der Bretagne, da dieses Städtchen in der Flussmündung des Aven zu den schönsten der Bretagne zählt.
  3. Den Lesern des Buches „Bretonische Verhältnisse – ein Fall für Kommissar Dupin“ von Jean-Luc Bannalec welches in Pont Aven spielt

Das Schaffen und Wirken von Paul Gaugin hat dazu geführt, dass damals viele Maler in Pont Aven gearbeitet haben. Als Überbleibsel dieser Zeit oder als Erinnerung gibt es Unmengen von Galerien in Pont Aven, die sich aus meiner Sicht nur gegenseitig Konkurrenz machen. Ich habe das Gefühl, dass mehr Galerien als Einwohner vorhanden sind.

Das malerische Pont Aven am gleichnamigen Fluss.

Das Pont Aven zu den schönsten Städten der Bretagne zählt, kann ich nur bestätigen. Das Städtchen mit seiner Lage am Fluss Aven ist wirklich sehr romantisch und zauberhaft – trotz des touristischen Treibens.

Obwohl wir das Buch gelesen haben und mittlerweile Fans von Kommissar Dupin geworden sind, war dies nicht der Auslöser für einen erneuten Besuch von Pont Aven.

Unser erster Besuch liegt bereits 5 Jahre zurück und sorgte damals schon für ein kulinarisches Highlight. Deshalb war eine Wiederholung ein unbedingtes Muss für uns.

Von Pont Aven gibt es einen wunderschönen Wanderweg am Fluss Aven entlang in den 6 km entfernten Hafen von Kerdruc. Wir haben diese Wanderung damals mit Freunden gemacht und wie wir hungrig am Hafen angekommen sind, gab es dort nichts anderes als das Restaurant „Le Bistrot des L’Ecailler“.

Das Restaurant L’Ecailler in Kerdruc. Gut 6 Km flussabwärts auf der rechten Uferseite des Aven.

Dieses Restaurant hat sich auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisiert und war und ist nach wie vor der Knaller. An diesem Ort, wo es nahezu nichts gibt, hätten wir alles vermutet, aber nicht diese Art von Lokalität. Der Fisch und das Schalengetier ist absolut top-frisch – direkt aus dem Meer sozusagen. Verglichen mit den Münchner Gourmet- und Gastronomiepreisen ist das ganze auch noch bezahlbar. Wir haben eine riesige Platte mit Meeresfrüchten verdrückt und dazu eine wirklich ganz hervorragende Flasche Chablis genossen.

Meeresfrüchteplatte im L’Ecailler.

Mit vollem Bauch und einen glückseligen Lächeln im Gesicht haben wir uns dann zufrieden und heiter und beschwingt auf den Rückweg gemacht. Der hat dann allerdings ein wenig länger gedauert als der Hinweg.

Um nun den Bogen zur Überschrift zu spannen – auch Kommissar Dupin weiß, was gut ist und deshalb kommt dieses Restaurant auch im oben genannten Buch vor. Wir konnten uns daran gar nicht mehr richtig erinnern, aber der Kellner hat uns darauf aufmerksam gemacht, als er gemerkt hat, dass wir aus Deutschland kommen.

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Ein nahezu perfekter Tag an der bretonischen Küste

Am Vorabend bei strahlendem Sonnenschein an den Stränden bei Guidel angekommen und das große Glück gehabt einen Übernachtungsplatz mit Panorama- und Meerblick zu bekommen. Wie bei uns in den Bergen, so kann auch das Wetter am Meer ziemlich schnell umschlagen. Das haben wir dann gleich am nächsten Tag in der Früh zu spüren bekommen. Um 07:00 Uhr mit prasselndem Regen aufgewacht. Da war die Laune erst einmal im Keller bis Robert die Wetterprognose im Internet geprüft hat. Ab 11:00 Uhr sollte die Sonne wieder rauskommen. Eigentlich unvorstellbar, so wie es geschüttet hat. Wir haben uns dann aber doch in Optimismus geübt. Zurück ins noch warme Bett und noch eine Runde Schlaf eingelegt, etwas gelesen und ausgiebig gefrühstückt. Tatsächlich,  ab 11:00 Uhr kein Regen mehr und die Sonne kam langsam raus.

Wir haben uns dann gleich aufgemacht zu einer wunderbaren Küstenwanderung an den Stränden. Wir konnten uns gar nicht satt sehen an der Steilküste und den im Sonnenlicht goldgelb glitzernden Ständen. Das Meer war leicht bewegt und die Wellen mit Ihrer Gischt waren richtig malerisch. Das einzige was nicht so ganz ins Bild gepasst hat waren die Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg. Es ist kaum zu glauben, wie produktiv wir Deutschen damals waren. Die Steilküste ist übersät mit Bunkern der diversesten Art und Größe. Wir haben uns gleich geschämt, wie unsere Vorfahren damals alles verschandelt haben. Die Franzosen gehen aber damit ganz cool um und bemalen die Bunker sehr künstlerisch.

 

Endlich bekomme ich meine geliebten Muscheln!

Mittag sind war dann am Hafen zum Essen eingekehrt und ich habe endlich meine Miesmuscheln bekommen. Diese werden hier überall zusammen mit Pommes Frites serviert. Das passt aus meiner Sicht überhaupt nicht zusammen. Die Miesmuscheln selbst waren eine Riesenportion und sehr, sehr gut. Den ganzen Nachmittag über hatten wir dann Traumwetter mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein – einfach perfekt für einen Spaziergang an Strand und Küste. Dieser Tag hat uns gezeigt, dass man sich wettermäßig nicht ins Bockshorn jagen lassen darf, denn an der Küste ist alles möglich und die Wetteränderung kann schnell kommen.

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Besichtigung des deutschen U-Boot-Bunkers in St. Nazaire

Der U-Bootbunker von St.Nazaire

Diese im Januar 1941 begonnene und im Dezember 1942 fertiggestellte Bunkeranlage grenzt an Gigantismus. Der gesamt Oberbau hat eine Vorderfront von 300 Metern, eine Breite von 130 Metern und eine Höhe von 18 Metern. Bei einer Bodenfläche von 40.000 m2  wurden nahezu 480.000 m3Beton verbaut. Aus architektonischer Sicht gesehen, sicherlich beeindruckend und ein Meisterwerk der damaligen Zeit. Aus menschlicher/persönlicher Sicht ein weiteres deutsches Bollwerk, dass Frankreichs Küste verschandelt. Hinzu kommt noch, dass der Handelshafen von St. Nazaire von den deutschen Truppen 1940 in einen Kriegshafen, eines der

Der Schleusenbunkter mit seinen Flakstellungen auf dem Dach schützte die U-Boote beim schleusen vor Luftangriffen.

Schlüsselelemente der Atlantikmauer, umgewandelt wurde und damit gegen Kriegsende ein strategisches Ziel für die alliierten Bombenangriffe war. Mit 50 Bombenangriffen wurden 85 % der Stadt zerstört.
Den Bunker selbst habe ich als sehr beklemmend empfunden. Sehr dunkel -Helligkeit kommt nur über die geöffneten Türen der U-Boot-Garagen- und riesige nackte Betonwände. Ich glaube, ich wäre hier drin ganz schnell depressiv geworden.

 

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Umzingelt von Franzosen an der Atlantikküste

Nachdem wir mittlerweile von den ganzen Schlössern und der eintönigen Landschaft rund um die Loire mehr als genug haben, haben wir unsere Reisepläne einfach umgeworfen. Die Atlantikküste steht nun auf dem Programm – genauer die Küste der Bretagne. Gesagt, getan und uns auf dem schnellsten Wege dorthin begeben.

Womit wir allerdings nicht bzw. nicht in diesem Ausmaß gerechnet haben, ist die Reisefreudigkeit der Franzosen selbst. Obwohl wir uns fast noch in der tiefsten Vorsaison befinden, sind sehr viele Wohnmobilisten unterwegs. Die Stellplätze und insbesondere die mit Meerblick sind bereits ab 16:00 Uhr rappelvoll.

Umzingelt von französischen Wohnmobilen

Komplett belegt von älteren Franzosen (vermutlich Rentnern) mit Ihren Wohnmobil-Schlachtschiffen. 8 von 10 haben mind. 1 Haustier dabei – Hund oder Katze. Jawohl auch Katzen, ich konnte es auch erst gar nicht glauben, bis das Tierchen an der Wäscheleine festgebunden rund um das Wohnmobil seinen Auslauf bekommen hat. Der Spruch von Obelix „… die spinnen die Römer“ gilt auch komplett für die Franzosen oder generell für Wohnmobilisten.
Erstaunlich aber wahr, es sind nahezu keine Deutschen unterwegs. Auf den Stellplätzen sind wir sehr oft die einzigen Ausländer unter all den Franzosen – kurzzeitig ein komisches Gefühl, besonders, wenn man mittendrin geparkt hat. Befindlichkeiten seitens der älteren Franzosen gibt es trotz Dachauer Nummernschild keine. Diese Geschichten scheinen nun der Vergangenheit anzugehören. Wir werden freundlich gegrüßt und ansonsten in Ruhe gelassen.

Kaum haben wir den Atlantik bei Pornic bzw. etwas später bei Préfailles am Pointe de St-Gildas erreicht hat sich bei uns beiden tiefe Zufriedenheit und Glückseligkeit eingestellt, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Bei Robert war die Entdeckung einer für ihn interessanten Geschützbatterie aus dem 2. Weltkrieg und der Genuss seiner ersten frischen Atlantik-Austern dafür ursächlich und bei mir war es einfach nur das Schnuppern der Meerluft und das „Spazierengehen“ am Strand bzw. an den Küstenwegen entlang. Das nach einer gefühlten Ewigkeit des schlechten Wetters endlich mal wieder Sonnenschein mit strahlend blauem Himmel war, hat sein übriges dazu beigetragen.

Pornic bei Ebbe

Das Städtchen Pornic ist übrigens ganz zauberhaft und hat uns ein wenig an englische Küstenorte erinnert. Es hat eine kleine nette am Hang gelegene Altstadt mit vielerlei Geschäften und unten am Hafen eine schöne Promenade mit Cafes und Restaurants. An der Promenade beginnt auch der Küstenspazierweg, der einem schöne Ausblicke auf den Hafen und das Meer beschert. Wer irgendwann mal in der Nähe ist, sollte es nicht versäumen, einen kleinen Spaziergang durch Pornic zu machen und sich auf dem Küstenweg treiben zu lassen.

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„Privat-„ Führung durch die Cremant Tuffsteinkeller der Maison Veuve Amiot

Cremantkellerei Veuve Amiot

Unter anderem in Saumur wurden in der Vergangenheit in den Kalksteinbrüchen die Tuffsteine für den Bau der Schlösser, Burgen uns Herrenhäuser gewonnen. Mittlerweile sind diese Steinbrüche aber stillgelegt. Nachdem dort optimale klimatische Bedingungen für die Entwicklung der feinen Cremants herrschen, werden diese nun von den Kellereien zur Herstellung und Lagerung ihrer Schaumweine benutzt.
Mit 15 Mio. Flaschen jährlich ist die Saumurois die nach der Champagne bedeutendste Erzeugerregion edler Schaumweine in Frankreich. Die Champagner-Herstellung ist in ganz Frankreich dieselbe, doch veranlassten die Kellereien der Champagne, dass méthode champenoise nur auf den eigenen Flaschenetiketten erscheinen darf. Seither garantiert die Formel méthode traditionelle bei den Cremants von der Loire für Flaschengärung.
Bei Saumur, in der Ortschaft Saint-Hilaire-Saint-Florent befinden sich nahezu alle Sektkellereien und praktischerweise alle in der gleichen Straße. Nachdem wir keine Cremant-Kenner sind, standen wir vor der Qual der Wahl, welche Kellerei wir uns nun ansehen sollten.
Gott sei Dank, haben wir wieder einmal verdammtes Glück gehabt. Einmal in der Wahl der Kellerei, die wir besichtigt haben und zum anderen in der Teilnehmerzahl der Führung. Wir haben uns für die Kellerei Veuve Amiot entschieden, wohl, weil uns die Beschreibung „fünf Kilometer Tuffsteinkeller und ein imposanter Firmensitz aus dem 19. Jahrhundert“ am meisten angesprochen hat. Während der Führung hat sich dann herausgestellt, dass diese Kellerei die einzige ist, die noch ihre gesamte Produktion in den Tuffsteinkellern hat und diese nicht nur noch für die Touristen gleich einem Museum nutzt. Damit haben wir die gesamte Produktionskette mit all ihren verwendeten Maschinen sehen können. Und als Sahnehäubchen oben drauf wurde für uns alleine eine Führung durchgeführt, obwohl wir die einzigen für die englische Führung waren und die Führung und Verkostung zudem umsonst ist.

Kellereiführung bei Verve Amiot

Die Führung war wahnsinnig informativ und ich kann diese jedem nur aufs Wärmste empfehlen. Am meisten beeindruckt haben mich die Maschinen. Die schauen, gemessen an ihrer Größe in Relation zu den 3-4 Millionen Flaschen Output pro Jahr, richtig klein und überschaubar aus. Das Verkosten am Ende kam auch nicht zu kurz und ich muss sagen, die Cremants dieses Hauses sind wirklich lecker. Überraschenderweise, hat der eine oder andere sogar dem Robert geschmeckt, wo er doch sonst nicht so auf diese „Blubber-Brause“ steht. Damit verwundert es dann auch nicht, dass wieder ein Kisterl seinen Weg in unseren „Kofferraum“ gefunden hat. Langsam wird der Platz nun aber wirklich eng …!!!! Robert ist in dieser Beziehung allerdings noch sehr zuversichtlich und vertraut auf meine Einräum- und Stapelkünste.

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Abbaye Rovale de Fontevraud – eine der größten Abteien des Abendlandes

Die Klosterstadt von Fontevraud. Bis Mitte 1960 eines der gefürchtetsten Gefängnisse in Frankreich.

Normalerweise sind wir nicht so große Fans von Kirchen und Abteien. Aber diese in Frankreich größte noch erhaltene Klosteranlage hat uns dann doch, allein aufgrund ihrer Größe, beeindruckt. Sie wurde 1101 von dem Einsiedler und späteren Wanderprediger Robert d’Abrissel gegründet und beherbergte gleichzeitig Nonnen, Mönche, Kranke, Aussätzige und Krankenschwestern. Dies war in der damaligen Zeit etwas Besonderes. Selbst als Laie sieht man, dass in die Abtei viel Geld investiert wurde. So verwundert es dann auch nicht, dass viele Frauen aus dem Hochadel zu Äbtissinen ernannt wurden. Die jeweilige Mitgift muss auf jeden Fall beachtlich gewesen sein. Nach der französischen Revolution wurde der Orden aufgelöst und die Gebäude teilweise zerstört. Ab 1804 bis 1963 bzw. in einem kleinen Teil bis 1985 wurde das Gebäude als Gefängnis genutzt. Eingesperrt zu sein ist schon schlimm genug, aber an so einem nasskalten, zugigen und düsteren Ort, das muss in meiner Vorstellung ganz besonders furchtbar gewesen sein.

Grab von Richard Löwenherz

Alles in allem eine sehr interessante Besichtigungstour. Beinahe hätte ich vergessen zu erwähnen, dass die Abteikirche auch das Grab von Richard Löwenherz beherbergt. Sein Grab ist aber alles andere als spektakulär und aufwendig gestaltet, als man aufgrund seiner sagenumwobenen Geschichte vermuten würde.

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Roberts ganz besondere Highlights

Château de Azay-le-Rideau

Château de Azay-le-Rideau

Nachdem wir mittlerweile bereits erste Anzeichen von leichter bis mittelschwerer Schloss-Müdigkeit zeigen, haben wir lange überlegt, ob wir dieses Wasserschloss von innen besichtigen sollen. Zumal auch der Schlosspark eine einzige Baustelle ist und auf seine „Restaurierung“ wartet. Nachdem dieses Schloss lt. dem Dumont-Reiseführer eines der Highlights der westlichen Touraine ist, haben wir uns dann doch überwunden. Und wir waren froh, einmal dem Reiseführer vertraut zu haben. Für Robert ist das Château Azay-le-Rideau das bisher schönste Schloss. Es besticht durch seine architektonische Klarkeit und Reinheit der Proportionen. Früher einmal als Wehrschloss angelegt, hat es sich mittlerweile zu einem Wohnschloss gewandelt. Lt. Reiseführer liegt es mit dem Schloss von Chenonceau und Chambord im Wettstreit um den Preis des schönsten Loire-Schlosses. Für Robert hat es den Wettstreit bereits für sich entschieden. Der Rundgang im Schloß selbst ist auch sehr kurzweilig gestaltet und man bekommt einen schönen Einblick in die „Lebensgewohnheiten“ und Räumlichkeiten der damaligen Zeit.

Salon des Vins (Weinmesse) in Chinon

Weinbauern um Chinon präsentieren ihre Weine

Nachdem wir bekanntlich sehr an Wein interessiert sind, war das Städtchen bzw. Örtchen Chinon für uns ein Besichtigungs-Muss. Die Weinberge und Rebfelder um Chinon erstrecken sich zu beiden Ufern der Vienne. Robert hoffte auch sehr auf die eine oder andere Möglichkeit die örtlichen Weine verkosten zu können.
Oberhalb der Ortschaft nahe der Burg haben wir geparkt und uns auf den Abstieg in die malerische Altstadt gemacht. Während unseres Weges kamen uns immer wieder Leute entgegen, schwerbepackt mit Weinkisten und benutzten Gläsern in der Hand. Robert wurde daraufhin sehr aufgeregt – „da muss was Besonderes los sein, wenn die alle mit benutzten Gläsern unterwegs sind“ meinte mein lieber Mann und trieb mich zu besonderer Eile an. Es ist doch immer wieder nett zu sehen, zu welcher Schnelligkeit ein Mann in „freudiger“ Erwartung“ fähig ist, dessen Motto normalerweise ist: „nur kein Stress“. Und tatsächlich, wir hatten unglaubliches Glück – just am Tag unseres Besuches fand in der Ortschaft eine Weinmesse verteilt auf 3 Plätzen statt. Das Eintritts-Glas war schnell gekauft und wir haben uns in die Verkostung gestürzt. Auch hier zeigte Robert besondere Talente. Die meisten Winzer sprechen leider kein Englisch und wir kein Französisch. Nachdem er ja für’s Autofahren zuständig ist, fallen die sprachlichen Anforderungen aus seiner Sicht in mein Aufgabengebiet. Ich wurde daher von ihm immer in Richtung des jeweiligen Ausgabestandes geschoben mit der Aufgabe, den gewünschten Wein zu organisieren. Es wird Zeit, dass auch Robert ein paar wenige Brocken französisch lernt und sein Englisch verbessert.
Die Messe war wirklich eine einmalige Gelegenheit die Weine von vielen verschiedenen Winzern kennenzulernen und Robert war einfach nur selig. Ich für meinen Teil habe wieder einmal festgestellt, dass mir die französischen Roten aus der Rebsorte Cabernet France im Regelfall nicht schmecken. Mir sind sie meist zu fruchtig und der Geruch bzw. die Nase erinnert mich immer an faule muffige Keller. Aber trotzdem haben wir 2 Weine entdeckt, die uns Beiden gemundet haben.

Irrfahrt durch die Pampas oder die Tücken des GPS

Weinanbau um Saumur

Hierbei handelt es sich wirklich um Roberts Glanzstück bzw. Meisterleistung. Aber alles der Reihe nach. Mittlerweile waren wir in der Gegend um Saumur, wo es auch tolle Weine gibt. Robert wollte daher unbedingt die Nacht bei einem Winzer verbringen inclusive Verkostung seiner Wein. Alles kein Problem, sind doch im Verzeichnis von France Passion einige Winzer in der Gegend von Saumur verzeichnet. Robert hat schnell die GPS-Koordinaten eingegeben und los ging es. Die Gegend wurde immer menschenleerer, die Straßen immer schmaler und deren Zustand immer schlechter. Bald waren nur noch Weinberge um uns rum. Anfangs dachten wir uns noch nichts. Als dass Navi dann aber verkündete, dass wir am Ziel seien, war uns klar, dass was nicht stimmen konnte. Wir waren mitten in der Pampa bei einem etwas heruntergekommenen Haus neben einem aufgelassenen Campingplatz angekommen. Auch meinen zaghaften Hinweis, dass auch nicht wie bisher ein Passion-France-Hinweis und Schild des Weingutes gekommen ist und daher irgendetwas mit der GPS-Dateneingabe nicht stimmen kann, wischte mein lieber Mann schnell bei Seite. Er habe die Dateneingabe überprüft und alles passt – die im Buch aufgeführten Daten sind fehlerhaft. Aber alles kein Problem , es gibt ja noch andere Weingüter in der Gegend. Wir starteten den zweiten Versuch – gleiches Prozedere wie vorher. Die Fahrt wurde immer abenteuerlicher – zwar ging es große Teile durch bewohntes Gebiet aber die Straßen wurden noch schmaler und waren dann auch für Gefährte wie unseres eigentlich gesperrt. Und wieder landeten wir dort, wo wir gar nicht hinwollten. Weit und breit keine Kellerei zu sehen. Langsam dämmerte es auch meinem Mann, dass der Fehler doch bei ihm liegen könnte. Kurz drauf hatte er die Erleuchtung – oh Wunder. Wir haben bereits den Nullmeridian von Ost nach West überschritten und wenn die Koordinaten mit Ost statt mit West eingegeben werden, kommt man einfach wo anders raus. Um den Familienfrieden nicht zu gefährden, habe ich verzichtet, lange darauf herumzureiten. Robert war dann auch ein bischen kleinlaut. Man sollte halt nicht nur die Koordinaten eingeben sondern immer auch lesen, was vor den Koordinaten steht. So haben wir halt dann am Ende eine dörfliche Sightseeing-Tour unternommen.

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