Dovrefjell-Nationalpark – Begegnung mit einem Moschusochsen

Zwischen dem Gudbrandstal im Süden und Trondheim im Norden erstreckt sich das Dovrefjell, eine menschenleere Gebirgsebene mit unvergleichlicher Fauna und Flora.

Im Dovrefjell Nationalpark wurden in den 1950er Jahren Moschusochsen aus Grönland eingeführt, die dort seitdem wild lebend umherstreifen.

Es gibt eine sehr schöne Wanderung zur Reinheimhütte mit der klangvollen Bezeichnung „Zu den Moschusochsen im Dovrefjell“. Obwohl ich mir sicher war, als „einfacher“ Wanderer auf einem doch mehr oder weniger stark frequentierten Wanderweg niemals auf Moschusochsen zu treffen, haben wir uns dennoch für diese Wanderung entschieden, da das Dovrefjell wirklich einzigartig schön ist.  Eine sehr karge und doch „reichhaltige“ Landschaft – Moose, Gräser, Blaubeerstauden,  Heidekraut – teilweise schon herbstlich verfärbt und sumpfige Areale. Nicht zu vergessen der imposante Blick auf den schneebedeckten Snoehetta.

Gut ausgerüstet und mit Marschverpflegung versehen ging es dann los. Relativ kurz nach dem Start der Wanderung musste ein Gatter passiert werden mit einem relativ großen Hinweisschild „Achtung, Sie betreten nun ein Gebiet, in dem Moschusochsen leben“ und dann noch eine ganze Liste an Verhaltensregeln, für den Fall, dass man Moschusochsen begegnet. Am Ende hieß es dann noch „ermutigend“: Moschusochsen greifen nur an, wenn Sie sich angegriffen fühlen – sollte etwas passieren, dann sind sie also selbst schuld. Obwohl wir ja nicht damit rechnen auf Moschusochsen zu treffen und das Ganze eher als Finte für den Tourismus betrachten, lesen wir doch schön brav die Verhaltensregeln doch – man kann ja doch nie wissen.

Nach einem ziemlich langen und steilen Stück nach oben sind wir im Fjell angelangt und es ist genauso phantastisch, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir erfreuen uns also an der Natur und genießen die Wanderung. Nach ¾ des Hinweges kommen uns Wanderer entgegen mit dem Hinweis, dass sie umdrehen mussten, da direkt auf dem Weg ein ausgewachsener Moschusochsenbulle Siesta hält. Das gibt’s doch nicht, denken wir und auch, dass der bestimmt weg ist, bis wir an diese Stelle kommen. Wir wandern nun voller Erwartung weiter. Der Weg macht eine unscheinbare Kurve und da liegt nun wirklich ein wahrhaftiger Moschusochse auf dem Weg. Der Mindestabstand sollte 200 m betragen; in diesem Moment waren es bei uns vielleicht 50 m. Der Moschusochse hat sich aber nicht gerührt; nicht einmal geblinzelt hat er. Nach einer gefühlten Ewigkeit des Nichtbewegens des Moschusochsen meinte ich zu Robert: „Der liegt da wie tot, vielleicht ist es ein verendeter Moschusochse“. Ich habe das ganze kaum ausgesprochen, da bewegt er sich und steht blitzschnell auf und sieht in unsere Richtung. Im ersten Moment bin ich riesig erschrocken, da ich erst meinte, er will jetzt auf uns losgehen. Wir haben zuerst einmal den Sicherheitsabstand erhöht und ein wenig Fersengeld gegeben.  Aber der Gute war nach wie vor extrem relaxt – kein Schnauben, kein Scharren, kein Nichts. So ein Moschusochse ist schon ein sehr beeindruckendes Geschöpf – so strotzend vor Kraft,  Bis auf Gesicht und Hufe sind sie in ein zotteliges Fell gehüllt. Beim Gehen schlackern die langen Haare am Hinterteil und es sieht aus, wie eine Decke im Wind. Ausgewachsene Männchen können bis zu 1,5 m Schulterhöhe und 400 kg Lebendgewicht erreichen. Schwer vorzustellen, dass diese bis zu 60 km/h im Sprint erreichen können. In der Regel leben die Moschusochsen im Dovrefjell in Herden von 10 bis 12 Tieren.  Bei uns war es leider keine Herde, sondern nur ein einzelner – aber ich will mich nicht beklagen und undankbar erscheinen ….

„Unser“ Moschusochse hat uns dafür mit einer „Showeinlage“ entschädigt. Wir sind natürlich auch brav und wie vorgegeben umgekehrt und haben uns in ca. gut 200 – 300 m Luftlinie Entfernung zu ihm oberhalb auf einem sicheren Feldvorsprung zum Brotzeit  machen niedergelassen.  Und was macht der Moschus zu unserer größten Freude – er gibt seine Siesta auf und läuft wie auf einem Laufsteg  langsam einen Trampelpfad nach unten zu einem Gebirgsbach. Wir hatten so noch gut 30 Minuten das Vergnügen ihn beobachten zu können. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis!!!!

Ich kann den Dovrefjell-Nationalpark jedem nur ans Herz legen – ein absolutes Muss und das nicht nur wegen der Moschusochsen.

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Von Höhlen, Gletschern und einem großen Loch im Fels

Unsere weitere Reiseroute verlief hauptsächlich auf der E6 in Richtung Süden. Von der Befahrung der scheinbar sehr lohnenden Straße Nr. 17 entlang der Helgeland-Küste haben wir aufgrund Dauerregens und der schlechten Wetterprognosen für die nächsten Tage schweren Herzens Abstand genommen. Die Landschaft durch die die E6 von Fauske nach Mo i Rana führt hat uns allerdings sehr gut entschädigt. Die Landschaft ist hier extrem abwechslungsreich und so wechseln sich einmalige Fjordlandschaften mit schroffen Gebirgslandschaften ab. Besonders faszinierend war für mich die kahle Ebene bzw. Steppe rund um den Polarkreis. Obwohl sehr karg hat sie auf mich doch einen ungeheuren Reiz ausgeübt und ich wäre dort gerne ein wenig gewandert. Die arktischen Temperaturen und der Wind haben mich dann doch davon abgehalten. Es war uns hier sogar vergönnt, kurz ein paar Rentiere beobachten zu können. Die Sonne kam auch ganz kurz raus und wir konnten einen sehr schönen Regenbogen über der Steppe bewundern – das Highlight dieses Tages.

Kurz nachdem wir den Polarkreis hinter uns gelassen haben, haben wir den 10.000 km unserer Reise „vollgemacht“. Wir haben dies gleich als gutes Omen gewertet und wurden auch nicht enttäuscht; das Wetter wurde wieder besser und damit konnten wir wieder aktiver werden.

Nahe bei Mo i Rana gibt es gleich mehrere Natur-Highlights zu bewundern und zu erkunden. Die Grönli- und Seter-Grotte und den Svartisen-Gletscher. Die Entscheidung, welche der Höhlen wir besichtigen wollen, wurde uns abgenommen. Im Norden Norwegens  -analog zu den Lofoten/Vesteralen- werden ab Mitte August die Bürgersteige hochgeklappt und viele Sehenswürdigkeiten können dann nicht oder nur mehr eingeschränkt besichtigt werden. So war es auch mit der Seter-Grotte, die nur bis zum 15.08. besichtigt werden kann.

Also ging es auf zur Grönli-Höhle. Dafür, dass es angeblich die bekannteste und eine der am häufigsten besuchten Kalksteinhöhlen in Norwegen sein soll, ging es sehr beschaulich und wenig touristisch zu. Fast könnte man meinen, die Höhle wäre ein Geheimtipp. Ich frage mich auch, wie evtl. Besuchermassen „bedient“ werden sollen. Wir waren auf der Führung zu acht und das ging gerade so von der Höhe/Breite der Gänge.

Die Höhle ist auf dem 400 Meter langen Rundgang ganz interessant und steht in Kontrast zu den Höhlen, die wir bisher gesehen haben. Stalaktiten und Stalagmiten gibt es keine, dafür aber lärmende Wasserläufe und bizarre Formationen von Glimmerschiefer.

20 km von der Höhle entfernt hat man die Möglichkeit zur Austredalsien-Gletscherzunge des Svartisen-Gletschers zu wandern. Wir haben uns dazu mit dem Boot über den Svartisen-See bringen lassen, da der Regen der vorherigen Tage das Laufen am Flußufer unmöglich gemacht hat. Gott sei Dank, muss ich im Nachhinein sagen, da das Laufen zur Gletscherzunge und insbesondere der Rückweg bereits sehr anstrengend war, obwohl es insg. nur gut 6 km waren. Es gab keinen Weg im eigentlichen Sinn, sondern man musste sich seinen Weg über unebene in der Höhe variierende Schieferplatten und Pfützen suchen. Nachdem das Schiff zurück nur im 2 Std.-Rhythmus  geht und wir nicht ewig lange warten wollten, haben wir den Rückweg in Rekordzeit hingelegt. Kein Wunder also, dass unsere Füße geraucht haben und wir fix und alle waren.

Die Anstrengung hat sich aber wirklich gelohnt. Die Gletscherzunge ist schon sehr imposant und unser letztes Gletscherzungenerlebnis ist schon über 20 Jahre her. Leider ist die Gletscherzunge im Laufe der Jahre bereits um einiges abgeschmolzen; an alten Markierungen ist noch zu sehen, wie weit die Gletscherzunge schon einmal gereicht hat. Ich konnte mich jedenfalls an den bizarren Eisformationen gar nicht satt sehen.

Ein empfehlenswerter Abstecher von der E6 ist die Fahrt auf der Wildnisstraße (von Korgen im Norden die Fv806 bis Hattfjelldal und dann auf der RV73 bis Trofors). Man fährt hier durch das Hattfjelldall und hat immer wieder sehr gute Ausblicke zum Okstindmassiv. Andere Touristen – Fehlanzeige; wir hatten die Straße für uns. Scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass es hier einen lohnenden Abstecher gibt – Gott sei Dank!!!

Nachdem das Wetter sich von seiner schönsten und wärmsten Seite gezeigt hat, haben wir einen Abstecher an die Küste nach Bronnoysund gemacht (Abzweigung Straße 76 von der E6 bei Brenna). Der Weg dorthin u.a. entlang am Tosenfjorden und Ursfjorden ist hitverdächtig und hat uns wahnsinnig gut gefallen. Nicht weit von Bronnoysund entfernt befindet sich der Torghatten, ein 260 m hoher Felsen mit einem riesigen Loch mittendrin. Das markante Loch – 160 m lang, 35 m hoch und 20 m breit – wurde vor Millionen von Jahren, als der Küstensaum noch tiefer lag, von der Brandung in den Berg gefräst. Mann kann dieses Loch auf einer kleinen Rundwanderung von 5 km durchwandern. Das Loch ist nahezu wie gemeißelt und es ist kaum zu glauben, dass es vom Meer geschaffen wurde und nicht von Menschenhand.

Für die Weiterfahrt von Bronnoysund Richtung Süden haben wir uns dann entschlossen, den Rest auf der berühmt berüchtigten 17er Straße zu fahren. Gelohnt hat sich das allerdings nicht wirklich. Die Strecke von Bronnoysund nach Steinkjer scheint das landwirtschaftliche Zentrum zu sein – zumindest gemessen an der Anzahl der Felder, Bauernhöfen und weidenden Kühen. Die Landschaft erschien uns sehr vertraut und wir haben mehr als einmal gesagt, dass sieht ja wie bei uns zu Haus aus. Dies war die bisher erste gefahrene Strecke in Norwegen, die bei uns keine „Oh-Rufe“ und Begeisterungsstürme ausgelöst hat. Also am Besten weglassen und –vorausgesetzt das Wetter macht mit – die 17er Straße erst am Bronnoysund in die nördliche Richtung fahren.

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Der Saltstraumen – ein unglaubliches Naturschauspiel

Bei dem Saltstraumen in der Nähe von Bodo (in Nordnorwegen noch oberhalb des Polarkreises) handelt es sich um den größten Gezeitenstrom der Erde. Durch den 3 km langen, nur 150 m breiten Sund zwischen den Inseln Straumoya und Straumen werden während des sechsstündigen Gezeitenwechsels bis zu 400 Millionen Liter Wasser gepresst. Der Wasseraustausch zwischen dem Meer und dem 230 km2 großen Becken des Skjerstadfjords erfolgt mit 13km/h und produziert Strudel und Wirbel, die bis zu 10 m breit und 8 m tief werden.

Das ganze war sehr beindruckend und der Besucheraussichtspunkt war wirklich extrem nah dran. Wir hatten das Gefühl, mittendrin in den kraftvollen Strudeln zu sein. Ich habe so einen Gezeitenstrom in dieser Intensität noch nie gesehen. Dieser Abstecher hat sich mehr als gelohnt und das schlechte Wetter sprich Regen hat zu der Szenerie der Strudel und Wirbel gar nicht mal so schlecht gepasst.

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Erkundung der Lofoten und Vesteralen – ein Traum wird wahr

Ich habe schon viel von den Lofoten gehört und ich wollte diese schon immer einmal kennenlernen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich ehrlich gesagt noch nichts von der Existenz der Vesteralen. Dabei liegen bzw. grenzen diese unmittelbar an die Lofoten.

Von Narvik, der ersten norwegischen Stadt nach unserem Grenzübertritt von Schweden, ist es auf dem Landweg, der berühmt berüchtigten E10, nur ein Katzensprung auf die Vesteralen und von dort weiter auf die Lofoten. Also nichts wie hin, um Träume wahr werden zu lassen, war daher unsere Devise.

Was die Lofoten (bestehend aus den Hauptinseln Mosekensoy, Flakstadoy, Vestvagoy und Austvagoy) so interessant macht, sind die Kontraste. Farbenfrohe Fischerdörfer schmiegen sich an Steilwände und man fährt meistens an der Küste an den Fjorden entlang und die Aussicht, die sich einem dabei bietet, raubt einem wirklich den Atem. Man möchte alle 20 m stehen bleiben und ein Foto schießen.  Schneeweiße Strände in traumhaften Buchten mit schroffen, steilen Felswänden im Hintergrund.  Einfach phantastisch und außergewöhnlich.

Und obwohl die 300 km nördlich des Polarkreises gelegenen Inseln – dem Golfstrom sei Dank- mit für diese Breitengrade  extrem mildem Klima aufwarten können, gibt es hier Wetterumschwünge und –kapriolen, wie kaum irgendwo in Norwegen. Diese Kapriolen haben wir leider kennengelernt und diese haben uns dann letztendlich vorzeitig zur „Flucht“ aufs Festland veranlasst – aber später mehr dazu.

Die Vesteralen (zusammengesetzt aus den Hauptinseln Hadseloya, Langoya, Andoya und Hinnoya) sind bei weitem nichts so berühmt und landschaftlich nicht ganz so dramatisch wie die benachbarten Lofoten, aber dennoch ein lohnendes Urlaubsziel. Vor allem deshalb, weil man hier Wale zu Gesicht bekommt.

Wal-Beobachtungsfahrten sind von Sto und Andenes aus möglich. Wir haben uns für Andenes entschieden, da dieser Ort zum einen unmittelbar am Wal-Gebiet liegt und daher die „Reisezeit“ auf See kürzer ist. Zum anderen werden die Wal-Fahrten von einem etablierten Unternehmen durchgeführt (www.whalesafari.com). Bevor es raus aufs Meer geht bekommt man erst einmal 60 Minuten Informationen über die Wale im angegliederten Walzentrum sehr interessant geschildert und anschaulich dargestellt. Damit die Besucher möglichst viel mitnehmen können, werden diese in verschiedenen Sprachen (u.a. auch auf Deutsch) durchgeführt.

Bei Kaiserwetter und spiegelglattem Meer haben wir 4 Pottwal-Sichtungen gehabt. Die Wale sind für mich ganz faszinierende Tiere und ich könnte Ihnen stundenlang zusehen.  Das ganze war wirklich ein absolut einmaliges Ereignis – besonders das Zeigen der Schwanzflosse beim Abtauchen. Wale-Beobachten in Andenes ist für mich ein absolutes Muss auf den Vestralen. dass man nicht verpassen darf.

In Bleik, in der Nähe von Andenes gibt es einen der Insel vorgelagerten Felsen, der eine (Brüt-)Kolonie der Papageitaucher enthält. Wir haben uns gefreut, dass noch Safari-Fahrten angeboten wurden. Die Saison geht bis zum 15.08. und wir haben die Tour am 14.08. gemacht. Aber unsere Freude währte nicht lange. Die Papageitaucher waren bis auf ein paar Nachzügler bereits alle ausgeflogen. Wir konnten zwar noch sehen, dass der ganze Felsen aus Löchern bzw. Bruthöhlen besteht, aber Papageitaucher waren dort keine mehr zu sehen. Zur  Saison müssen hier Hunderttausend Papageitaucher den Felsen bevölkern – ein wirklich einmaliges Ereignis. Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes eine Handvoll Papageitaucher an unserem Boot vorbeifliegen oder abtauchen sehen. Wir haben wieder dazugelernt, dass wir uns vorher besser informieren müssen.

Saison – die Saison auf den Vesteralen und Lofoten endet tatsächlich Mitte August. Ab diesem Zeitpunkt werden einige Touren nicht mehr veranstaltet, Museen schließen bzw. haben nur noch reduzierte Öffnungszeiten. Der Vorteil ist aber, dass relativ wenig los ist bzw. wenig Touristen unterwegs sind. Gerade im Juli muss auf den Lofoten die Hölle los sein (u.a. wegen Mittsommernacht).

Wir sind am Freitag bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel mit der Fähre von Melbu ganz im Süden der Vesteralen nach Fiskebol ganz im Norden der Lofoten übergesetzt. Die Fahrt durch den Hadselfjorde dauerte nur 20 Minuten und war wirklich landschaftlich wunderschön. Wir konnten unser Glück kaum glauben, an diesem Tag hatte es unglaubliche 21 Grad – auf den Vesteralen sind wir über 14 bzw. 15 Grad nicht hinausgekommen.

Für Samstag hatten wir den Plan, uns den Trollfjord anzusehen. Wir wollten dazu nicht einfach ein Touri-Boot besteigen, sondern hier mit den Hurtigrouten ein Teilstück fahren (Tagesausflug). Dazu muss man mit dem Bus (incl. Fähre) von Svolvaer wieder zurück nach Stomarknes auf den Vesteralen, um dann von dort mit dem Schiff der Hurtigrouten in 3 ½ Stunden  u.a. über den Trollfjord nach Svolvaer zurückzufahren.

Daraus wurde dann leider nichts, da über Nacht das Wetter umgeschwenkt hatte und es den ganzen Tag nur geregnet hat bei „sommerlichen“ 11 Grad, statt 21 Grad am Tag zuvor. Am Sonntag hatten wir dann wieder das perfekte Wetter – blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und wärmere Temperaturen –  aber leider geht am Sonntag kein Bus nach Stokmarknes. Da ab Montag wieder schlechtes Wetter angesagt war und wir auf Nummer sicher gehen wollten, haben wir  uns doch auf einem Touri-Boot „eingemietet“.

Der Trollfjord wird in jedem Reiseführer als das absolute Muss auf den Lofoten aufgeführt – als schönste Sackgasse der Welt (2 km lang und nur 100 m breit) mit fast senkrecht aufsteigenden Felswänden. Das Wasser ist tief genug, dass Hurtigruten- und kleinere Kreuzfahrtschiffe in den Trollfjord einfahren und an seinem Ende ein waghalsiges Wendemanöver vollführen können. Wir waren daher schon gespannt wie ein Flitzebogen und voller Erwartungen. Die Fahrt von Svolvaer zum Trollfjord dauerte gute 80 Minuten und hat unsere Erwartungen landschaftlich übertroffen.

Der Trollfjord selbst war für uns eher enttäuschend. Robert und ich haben am Anfang gar nicht gemerkt, dass wir bereits in den Trollfjord eingefahren sind. Erst als wir ein Turbinenhäuschen mit Bezeichnung Trollfjord … und auf einem kleinem Felsvorsprung 2 Trolle gesehen haben, war uns klar, wo wir sind. Wahrscheinlich muss man die Fahrt wirklich mit den Hurtigrouten machen, da hier die Schiffe größer sind und dann wahrscheinlich die Ausmaße des Fjords imposanter bzw. beeindruckender wirken. Ich würde die Fahrt mit dem Touri-Boot trotzdem wieder machen und auch jedem empfehlen, da die Fahrt zum Trollfjord wirklich einmalig schön ist.

Auch zu empfehlen und absolut sehenswert ist das Lofotr Wikingermuseum in Borg. Herzstück des Museums ist der originalgetreue Nachbau des größten Wikinger-Langhauses, dessen Überreste jemals gefunden wurde. Bis zum 15.08. werden sogar Fahrten mit einem Wikingerschiff angeboten und man kann dabei selbst mitrudern.

Die Lofoten leben von der malerischen Landschaft und Natur. Um diese z.B. auf Spaziergängen und kleinen Wanderungen zu entdecken, einen genussvollen Tag am Strand zu verbringen oder die kleinen Fischerdörfer zu erkunden, ist schönes Wetter unabdingbar.

Leider war uns dies ab Montag nicht mehr vergönnt. Wir haben zwar versucht, uns nicht unterkriegen zu lassen und sind trotzdem zu ein paar im Reiseführer als besonders sehenswerte Fischerdörfer gefahren. Aber dies hätten wir uns schenken können. Zum einen hat man von der phantastischen Küsten bzw. Fjordlandschaft nicht viel gesehen, da der Himmel absolut grau und das meiste in Nebel gehüllt war. Wir haben mehr erahnt, als gesehen. Zum anderen war es lausig kalt und furchtbar nass (kleinere Sturmböen haben dafür gesorgt, dass der Regen wirklich von allen Seiten kam), so dass an ein Aussteigen aus dem Auto gar nicht zu denken war. Nachdem die Wetterprognose bis einschließlich Freitag sehr niederschmetternd war, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, die Rückreise auf das Festland anzutreten.

Aber eines steht für uns fest – wir haben Blut geleckt und kommen auf jeden Fall wieder!!!!!!!! Die Lofoten und auch die Vesteralen sind wirklich ganz außergewöhnliche Reiseziele, die ich nur jedem fest ans Herz legen kann!!!!!  Für Leute mit wenig Zeit – man kann die Lofoten/Vesteralen auch mit dem Flugzeug erreichen.

Ursprünglich wollten wir die Lofoten mit der Fähre von Moskenes (ganz im Süden) nach Bodo verlassen. Dies wären gute 3 ½ Stunden Fahrzeit auf dem offenen Meer (nicht im Fjord) gewesen. Da aber Sturmböen angesagt waren und ich ja bekanntlich nicht seefest bin, haben wir einfach umdisponiert. Wir sind auf den Lofoten wieder Richtung Norden nach Lodingen und von dort mit der Fähre in einer Stunde über den Vestfjorden nach Bognes gefahren. Mit Reisegold gedopt, habe ich diese Fährfahrt gut überstanden.

Im Anschluss hat sich gezeigt, dass der Spruch meiner Oma „selten ein Schaden, ohne ein Nutzen“ auch hier wieder zutreffend war. Die anschließende Fahrt von Bognes nach Boda war –trotz Regen und eingeschränkter Sicht- überwältigend. Es ging über eine phantastische Gebirgswelt mit unglaublichen Panorama-Ausblicken auf die diversen Fjorde. Bei schönem Wetter sprich blauem Himmel und guter Fernsicht, wäre dies das reinste „Feuerwerk“ gewesen.

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Goodbye Schweden – der Grenzübertritt der besonderen Art

Was haben wir uns insbesondere ich wegen dem Grenzübertritt nach Norwegen Gedanken gemacht. Der Alkohol ist in Norwegen ja bekanntlich unerschwinglich und daher haben wir unsere Weinvorräte in Schweden noch einmal kräftig aufgefüllt.

Selbst Robert, der bis dahin immer der coole war, fing an darüber nachzudenken, wo die Weinschläuche denn am Besten „versteckt“ werden können. Die Kontrollen oben im Norden, sollen angeblich nicht so stark sein, wie im Süden – aber man weiß ja nie was ist. Also, haben wir unsere Weinschläuche gut versteckt und auf das Beste gehofft.

Am Samstag, den 10.08. um 9:30 Uhr passieren wir die Grenze und was ist los? Nichts ist los, absolut tote Hose – keine Menschenseele ist weit und breit zu sehen. Also dann nichts wie schnell rüber über die Grenze und dann einmal erst einmal tief durchgeatmet.

Die Landschaft von Abisko zur Grenze ist, wie der Reiseführer versprochen hat, wirklich einmalig. Schroffe Gebirgszüge gepaart mit Seen und Heidelandschaften und das Ganze bei Kaiserwetter. Ich bin absolut selig. Auf der norwegischen Seite steigert sich die Natur auch noch und der Höhepunkt ist dann die Fahrt Richtung Narvik bzw. der Blick von oben auf den Fjord bei Narvik. Ich bin so hin und weg, dass ich mich sogar bereit erkläre mit Robert in Narvik ins Kriegsmuseum zu gehen. Deutsche Truppen haben Narvik im April 1940 eingenommen, da das Erz strategisch bedeutsam war. Gott sei Dank ist Robert für seine Verhältnisse ziemlich schnell im Museum und meine Geduld wird nicht überstrapaziert.

Da Narvik ansonsten nichts zu bieten hat und eher Kleinstadtflair verbreitet, haben wir uns gleich weiter auf den Weg zu den Vesteralen gemacht. Unser erster Übernachtungsplatz in Norwegen war dabei der Knaller und mit einer der bisher schönsten Übernachtungsplätze – direkt auf einer Landzunge am Fjord mit 180 Grad Blick auf Meer und schroffe Berge und einem 1a Sonnenuntergang.  Und unter uns ein alter Wehrmachtsbunker. Gott sei Dank waren alle Eingänge zugeschweißt – wer weiß, ob ich ansonsten meinen Mann noch einmal zu Gesicht bekommen habe. Robert war damit auch „selig“.

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Kiruna und Abisko-Nationalpark – Fahrt in den „hohen“ Norden von Schweden

Wochenlang habe ich mit den Wetterprognosen für Kiruna  & den Abisko-Nationalpark mitgezittert. Anfangs war das Wetter oben im Norden von Schweden doch ziemlich schlecht  – 11 Grad und Dauerregen, aber mit der Zeit wurde es besser und so war ich voller Hoffnung. Nachdem wir auf unserer Reise bisher so gut wie keinen Regen hatten, war ich ziemlich geschockt, dass es während der Fahrt von Gällivare nach Kiruna nur geregnet hat. Trotzdem stand Zuversicht weiterhin an erster Stelle – so schnell wollte ich mich dann doch nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Am nächsten Tag haben wir die Eisenerzgrube in Kiruna besucht. Die Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich, da in der Grube nach wie vor das Eisenerz abgebaut wird. Es ist sozusagen noch eine aktive Grube. Abgebaut wird unter Tage – mittlerweile 1300 m unter der Erde.

Die Einfahrt in die Grube ist schon beeindruckend und beklemmend zugleich. Man sieht ein unscheinbares „Loch“ mit der Aufschrift Grubeneinfahrt und dann geht es in nahezu vollkommener Dunkelheit eine gefühlte Ewigkeit in die Besuchergrube auf ca. 500 m in die Tiefe.  In der Besuchergrube wurde in den 80er Jahren noch das Erz abgebaut. Bevor es los geht muss jeder Besucher einen dieser schicken Sicherheitshelme aufsetzen, die einen immer ganz besonders gut kleiden. Robert meinte, dass ich mich nicht so haben soll, da dies hier ja keine Modenschau ist – es geht doch nichts über einen zartfühlenden und sensiblen Mann ….

Die Führung selbst ist wahnsinnig informativ. Man bekommt nicht nur alles über die Firma LKAB und ihre Produkte erklärt, sondern es wird auch sehr anschaulich anhand ausgemusterten Gerätschaften gezeigt, wie das Erz gewonnen wird und welche Prozesse ablaufen. Die Führung kann wirklich nur jedem wärmstens empfohlen werden.

Bei trockenem Wetter sind wir in die Grube rein und bei Regen sind wir aus der Grube wieder raus. Es war zum Verzweifeln. Lt .Reiseführer gehört die Fahrt von der Küste sprich Kiruna bis zur schwedisch-norwegischen Grenze und insbesondere die Gebirgswelt hinter der Grenze  zum großartigsten, was Skandinavien zu bieten hat. Und dass sollte ich nun im Regen erleben bzw. zumindest Teile davon.

Wir haben uns dennoch zur Weiterfahrt bis in den Abisko-Nationalpark entschlossen. Obwohl der Himmel grau und neblig war und eine schlechte Sicht herrschte, war doch die Großartigkeit der Landschaft im Ansatz zu erkennen. Wenige Kilometer vor dem Abisko-Nationalpark haben wir dann unseren ersten wilden Elch an der Straße gesehen und es hat dann auch mit dem Regen aufgehört. Ich habe das ganze gleich als gutes Omen gewertet.

Am nächsten Tag hatten wir dann strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel, wie es schöner nicht sein konnte. Es war zwar ein bischen frostig, aber dagegen hilft ja bekanntlich warm anziehen. Mein Seelenfrieden in Bezug auf Wetter war damit wieder hergestellt.

Wir haben uns den Abisko-Canyon angesehen und sind ein Stück entlang des Kungsleden gewandert. Der Kungsleden ist ein berühmter und vielbesuchter Fernwanderweg, der sich über 500 km von Abisko im Norden bis nach Hemavan im Süden erstreckt. Der Canyon ist wirklich beeindruckend und man hört das Wasser schon von weitem rauschen. Auf dem ersten Stück des Kungsleden bieten sich immer wieder ganz tolle Panorama-Ausblicke auf die umgebenden Berge, ansonsten haben wir den Weg allerdings nicht als so berauschend gefunden. Wir sind daher nicht den gleichen Weg zurück, sondern sind beim Rückweg auf den „naturstig“ ausgewichen. Hier ging es noch einmal über heideähnliche Steppen und moorastige Stellen und war landschaftlich wirklich sehr schön.  Alles in allem waren wir knapp 12 km unterwegs.  Unsere Füße haben sich allerdings nach über 20 km angefühlt und wir haben in der Nacht supergut geschlafen.

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Wanderung am Trollforsen oder wie Robert im Moor versank

Ca. 45 km nördlich von Arividsjaur im schönen Lappland befindet sich der Trollforsen,  ein wunderschöner rauer Flusslauf mit einer großen Anzahl von teilweise sehr beachtlichen Stromschnellen. Der Rundweg ist 6 km lang und geht auf einer kleinen Insel immer am Trollforsen entlang.

6 km, dachten wir uns, ist ja kein Problem, dass sind wir schnell gelaufen. Aber Pustekuchen. Der Weg, wenn er denn als solches bezeichnet werden kann, war wirklich sehr anstrengend und wir kamen nicht so schnell als gedacht vorwärts. Es ging über Stock und Stein und Morast, der Fußpfad war als solches nicht immer erkennbar und es fand sich teilweise nur nach langem Suchen die Wegmarkierung. Stellenweise hat man in der Ferne die Wegmarkierung gesehen, es war allerdings nicht ganz eindeutig, wie man dahin gelangt, mangels sichtbarem Pfad. An einer dieser besagten Stellen geschah dann auch das Malheur. Robert entschied sich für links und ich mich für rechts.  Ich war kaum „heil“ an der nächsten Wegkennzeichnung angelangt, als mich mein Göttergatte sehr laut und heftig zu sich gerufen hatte. Mir blieb erst einmal die Luft weg – der steckte doch glatt fast bis zu den Knien im Moor fest. Im ersten Moment jagte ein heißer Schauer durch meinen Körper – was kann ich machen, wenn er noch tiefer einsinkt, wie kann ich ihm helfen, ohne selbst zu versinken …. waren die Gedanken, die mir zuerst durch den Kopf schossen (Robert meinte hier gemeinerweise, mein Hauptanliegen wäre gewesen, wer dann den Kastenwagen fährt ….). Als ich dann merkte, dass es nicht ganz so dramatisch ist,  konnte ich mich vor dieser komischen Situation vor Lachen nicht mehr halten. Es hat zwar ein bischen Mühe bereitet, aber Robert kam dann doch ganz gut wieder raus aus dem Moor und konnte dann nach dem ersten Schreck selbst herzhaft über sein Mißgeschick lachen. Für den Rest des Weges, durfte ich dann immer vorangehen – ein Schelm, der Böses dabei denkt …..

Trotz der Anstrengungen ist diese kleine Rundwanderung ein Highlight. Die Natur bzw. die Stromschnellen sind einfach einmalig. Wir waren ganz für uns alleine und sind unterwegs nur auf vereinzelte Angler auf der anderen Flußseite gestoßen. Die Natur scheint noch sehr unberührt (sogar eine Kreuzotter hat unseren Weg gekreuzt – und dass, wo ich doch Schlangen überhaupt nicht ausstehen kann) und es finden sich immer wieder sehr pittoreske landschaftliche Aus- und Einblicke.

Nach diesem kleinen Abenteuer ging es dann wieder weiter Richtung Ostküste bzw. Pitea, zur letzten LPG-Tankstation im Norden von Schweden. Auf dem Weg dahin, haben wir uns dann noch in der Nähe von  Älvsbyn, den Storforsen angesehen. Der Storforsen ist Europas größte unkontrollierte Stromschnelle mit einer Fallhöhe von 82 Metern. Der ganze Bereich ist mit Stegen versehen und die schäumende Stromschnelle kann man damit ganz nah bzw. in greifbarer Nähe erleben. Schon eindrucksvoll, mit welcher Wucht und Masse hier das Wasser runterrauscht.

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Blick in lebhafte Huskyaugen

Auf der E 45 ging es geradewegs nach Arvidsjaur in Lappland. Eine wunderschöne Strecke. Der Verkehr wird noch ruhiger und die Besiedelung immer dünner. Wir wundern uns immer wieder, wo im nirgendwo ein bewohntes Haus steht und fragen uns dann immer, was die Bewohner dazu gebracht hat, gerade hier am A…. der Welt, in voller Abgeschiedenheit, ihre Wurzeln zu schlagen.

Obwohl die Straße meistens immer gerade dahin geht, ist größte Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten, da immer wieder Rentiere unverhofft die Straße kreuzen bzw. seitlich an der Straße unterwegs sind.  Die Achtung-Rentierschilder an der Straße sind nicht zur Zierde für die Touristen da, wie wir nach unserer ersten Vollbremsung feststellen mussten.

Die Böden der Wälder sind alle bedeckt mit köstlichen Heidelbeeren. Da ist immer wieder anhalten und pflücken für den Frühstücksjoghurt Pflicht. Pflücken tue allerdings nur ich; Robert hat mir dafür –ganz uneigennützig versteht sich – einen speziellen Blaubeer-Pflücker gekauft. Mit dem geht es dann schneller, als von Hand.

Ich habe in der Vergangenheit immer wieder Reportagen von Hundeschlittentouren in Lappland gehört und da war ich natürlich ganz wild drauf, Huskies aus der Nähe zu sehen und mehr über die Tiere zu erfahren. Wir haben daher ein ausgewandertes schweizerisches Paar besucht, die 60 Huskies haben und im Winter Husky-Schlittentouren anbieten.  Wir durften mit in den Auslaufzwinger der Huskies und sind ganz eng mit diesen in  Berührung gekommen Darüber hinaus haben wir noch eine ganze Menge an Informationen bekommen und haben gelernt, dass das eine oder andere Klischee alles andere als wahr ist.  Ich hätte nicht gedacht, dass die Huskies so verschmust sind. Fast alle im Auslaufgehege (und es waren doch dann fast an die 20 Hunde) haben sich bei uns ihre Streicheleinheiten –mehr oder weniger tempramentvoll- abgeholt. Wenn so ein Hund einen mit den Vorderpfoten anspringt, merkt man gleich, welche Kraft dahintersteckt und man muss ein bischen aufpassen, dass man nicht nach hinten fällt.  Folgen tun die alle aufs Wort.

Vom Aussehen her hätte ich beim ersten Blick nicht gedacht, dass es sich um Huskies handelt – für mich waren Huskies immer kleine, drahtige schwarz-weiß gemusterte  Fellbündel mit strahlend blauen Augen. Diese Huskies hätte ich eher in die Ecke „große Promenadenmischung“ gesteckt. Aber nun weiß ich, dass es verschiedene Rassen gibt und es sich bei den meisten um alaskische Huskies handelt, die eben nicht diesem Klischee entsprechen

Wir waren über 1 Std. bei den Hunden und danach war erst einmal umziehen angesagt, so dreckig und haarig wie wir dann waren.

Das ganze ist wirklich sehr gut gemacht und findet in einer sehr privaten und persönlichen Atmosphäre statt. Es war für uns ein einmaliges Erlebnis, an das wir uns sicherlich lange erinnern werden. Wer das Ganze auch live erleben möchte, dem kann man diese „Firma“ wirklich ans Herz legen – www.wildact.ch.

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Der Vildmarksvägen – auf 4 Rädern durch das Fjäll

In unserem Reiseführer nicht zu finden, aber dank eines Tipps von einem kundigen Schwedentouristen, den wir bei einem Übernachtungsplatz getroffen haben, nicht vor uns verborgen geblieben.

Der Vildmarksvägen ist eine Ringstraße (Weg 342), die von Strömsund im Jämtland über das Fjäll und Städtchen wie Vilhelmina, Dorotea und Hoting wieder zurück nach Strömsund verläuft. Man passiert dabei auch Süd-Lappland. Gelegen ist das ganze an der Westseite von Schweden an der Grenze zu Norwegen.

Der insg. 540 km lange Weg ist sehr abwechslungsreich. Er schlängelt sich durch kilometerlange Wälder mit den obligatorischen Seen – einer malerischer als der andere, über das Kahlfjäll oberhalb der Baumgrenze und dann durch ein Gebiet, das an die Gebirgsbachläufe unserer Alpen erinnert.

Die Highlights für uns waren:

Der Hällingsafallet, ein 42 Meter hoher Wasserfall, bei dem das Wasser in einen engen Canyon hineingedrängt wird. Bei sonnigem Wetter bilden sich aufgrund des Sprühnebels drei bis sechs Regenbögen. Wir selbst konnten leider nur zwei sehen. Nichts destotrotz sehr gewaltig und imponierend.  Am schönsten ist es, wenn man am Rastplatz 2,5 km südlich des Wasserfalls parkt und von dort flussaufwärts dem gekennzeichneten Pfad entlang der Hällingsan Schlucht folgt und nicht direkt zum Parkplatz am Wasserfall fährt.

Die einmalige Abendstimmung an einem See nahe Stora Blasjön, an dem wir übernachtet haben und über Stunden die veränderte Verfärbung des Himmels mitverfolgen konnten.

 

 

Das Kahlfjäll (ca. 800 Meter über Meeresspiegel). Man kommt aus der waldreichen Gegend und ist in Null-Komma-nix auf einer Ebene, wo nichts mehr ist ausser endlose Heideflächen. Hier haben wir –wenn auch in weiter Entfernung und nur mit dem Fernglas- unsere erste Rentierherde gesehen, die hier im Sommer ihren Weideplatz hat. Der Trappstegsforsen, einen mehrere hundert Meter langen Wasserfall mit auffälliger Treppenform und nicht zuletzt die Wasserläufe, die an unsere Gebirgsbäche erinnert haben.

Obwohl der Vildmarksvägen alles andere als zentral liegt und sich normalerweise nicht auf der von den deutschen Touristen befahrenen Route befindet, lohnt der zeitliche Aufwand auf jeden Fall – vorausgesetzt, man hat die entsprechende Zeit dafür.  3-5 Tage sollte man dafür schon ansetzen, wenn man auch ein wenig wandern und nicht den ganzen Tag im ‚Auto sitzen möchte.

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Skuleskogen Nationalpark und die Hohe Küste (Höga Kusten)

Nachdem wir uns an der Westseite von Schweden bewegt haben, ging es über Östersund nach Sundsvall zurück an die Küste. In Sundsvall ist nahezu die letzte Gastank-Station vor dem hohen Norden und wir haben die Gelegenheit noch einmal genutzt unsere Gasflasche aufzutanken. Leider sind wir hier an einen Nepper, Schlepper Bauernfänger geraten und er hat uns ziemlich heftig beschissen und abgezockt – aber ohne Schwedisch-Kenntnisse zieht man ja doch immer den Kürzeren.

Von Sundsfall ist es nicht mehr allzu weit an die Hohe Küste. Diese beginnt bei Härnösand und zieht sich bis nach Örnsköldsvik. Der Skuleskogen Nationalpark gehört zur Landschaft der Hohen Küste. Lt. Reiseführer heißt es zu Höga Kusten: „die schöne Küstenlandschaft, wo sich das Land steil aus dem Meer erhebt“.

Ich habe mir somit eine Steilküste vorgestellt und mich schon ziemlich darauf gefreut. Aber Pustekuchen – eine Steilküste war nirgends zu sehen. Ich scheine hier etwas nicht  mitbekommen bzw. verstanden zu haben. Der Begriff Hohe Küste scheint sich auf die Landhebung zu beziehen, die vor knapp 10.000 Jahren mit dem Abschmelzen des Eises begonnen hat und in diesem Gebiet 285 m beträgt und mit jährlich einem knappen Zentimeter Anstieg noch nicht abgeschlossen ist.

Weil diese Erkenntnis erst später kam, sind wir noch voller freudiger Erwartung die Touristen-Route entlang der Hohen Küste gefahren, ohne je eine Küste zu sehen. Dafür war es zugegebenermaßen ein wenig hügelig. Die Strecke ist zwar ganz nett, aber man sieht für mich nichts, was man nicht auch woanders sehen kann und die Landhebung war für mich nicht wirklich als solche sichtbar. Die Route kann man sich also getrost sparen und gleich direkt in den Skuleskogen Nationalpark fahren, der wirklich sehr sehenswert ist.

Auch hier waren wir wieder abends vor Ort und haben im Nationalpark (Südeingang) am Parkplatz übernachtet, damit wir gleich am nächsten Morgen ohne alle Hektik zur Rundwanderung (Slattdalsskrevan – Tärnättvattnen und Näskevodarna – insg. ca.  12 km) aufbrechen können.

Rein zufällig haben wir uns für die aus unserer Sicht richtige Richtung entschieden – wir sind den Rundweg im Uhrzeigersinn gelaufen. Damit hatten wir den Anstieg zur Schlucht Slattdalskrevan durch bewaldetes Gebiet im Schatten, sind dann durch die Schlucht nach unten und weiter über sehr sonnige ungeschützte bzw. nicht schattige Granitfelsen wieder abgestiegen. In der Sonne nach unten zu gehen ist für mich leichter und angenehmer als diese langgezogen steil nach oben zu gehen.

Oben bei der Schlucht angekommen geht es noch ca. 100 Meter weiter zu einem Aussichtsplateau und die Aussicht hat es

wirklich in sich und ist sehr imposant. „Wellige“ Küste, „umzäunt“ von Bergen und dazwischen kleine Seen. Ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Der Rückweg zum Parkplatz verlief dann parallel zum Meer im Wald. Leider hatten wir aber keine Badesachen dabei.  Die Rundtour ist sehr abwechslungsreich und bietet von den Ausblicken her immer wieder „Wow-Effekte“!

Kleiner Exkurs zu den Mücken:

Bisher sind wir im Großen und Ganzen von den Mücken verschont geblieben – die Aussage, dass der harte Winter schlecht für die Mücken war, scheint sich zu bewahrheiten. In Wäldern und Feuchtgebieten sind sie aber dennoch  zahlreich anzutreffen.

Wem gehören diese nett gepunkteten Beine?

Meine sind es Gott sei Dank nicht. Mein Mücken-Schicksal scheint sich verkehrt zu haben – die Mücken waren ganz wild auf Robert und ich habe keinen einzigen Stich abbekommen….. Ob das wohl an meinem Anti-Mücken-Spray lag, dass ich sehr  großzügig aufgetragen habe und Robert wagemutig als nicht notwendig abgelehnt hat? Seine kurze Hose machte noch ein Übriges. Aber er ist sehr tapfer und behauptet, dass die Stiche gar nicht jucken. Am Rande sei noch erwähnt, dass bei der nächsten Wanderung auch Robert sich sehr gut eingesprüht hat. Ja, ja Männer sind wie Kinder und glauben es erst, wenn sie ihre eigene Erfahrungen gemacht haben.

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